Unterkunft für junge Flüchtlinge Erfolgsmodell

Bedenken im Sand verlaufen

Welch mannigfache Befürchtungen waren seinerzeit nicht formuliert worden, die Umwidmung eines früheren Hotelbetriebs an der Baumkirchner Straße im Herzen Berg am Laims hin zu einer Wohnstätte für unbegleitete, junge Erwachsene aus aller Herren Länder

könne womöglich den sozialen Frieden im Stadtteil ernsthaft gefährden. Die aktuelle Lage dagegen liefert ganz offensichtlich keinen Grund zur Besorgnis.

Vor kurzem hatte sich der Unterausschuss „Soziales“ des Berg am Laimer Bezirksausschusses selbst ein Bild von den Fortschritten vor Ort machen können – wo sich ein dreiköpfiges, pädagogisches Betreuungsteam um die jungen Menschen aus derzeit neun Nationen kümmert. Inzwischen sind elf frühere Bewohner in eigene Wohnungen übergesiedelt.

Voll belegt

Dennoch: „Die Einrichtung ist seit zwei Jahren voll besetzt“, vermeldete Sozialsprecher Anton Spitlbauer sen. (CSU) im BA. Vor allem aus den Krisengebieten im Irak, aus Afghanistan und Somalia kommen die jungen Leute. „Die Bandbreite mit Blick auf die Bildung reicht vom Analphabeten bis zur Hochschulreife“, beschrieb Spitlbauer die Zusammensetzung vor Ort. Die Neigungen seien sehr unterschiedlich und reichten von Schul- bis Berufsausbildung. Die Betreuung des Hauses stehe besonders bei der Vermittlung von Therapien in der Aufarbeitung von Kriegserlebnissen, im Bereich der Unterstützung bei Ämterbesuchen und offiziellem Schriftverkehr oder für die Hilfe bei Schulfragen oder Ausbildungsproblemen zur Verfügung. Ein Kummerkasten in der Einrichtung gebe jedem Bewohner zudem die Möglichkeit, sich schnell, direkt und diskret an die pädagogische Leitung zu wenden.

Keine Gewaltexzesse

Auch die Mär von befürchteten Gewaltexzessen beim ungebremsten Aufeinandertreffen der Kulturen habe sich laut Spitlbauer längst nicht bewahrheitet. Über die gesamte Dauer von bisher zwei Jahren habe es nur ein einziges negatives Erlebnis gegeben. Doch diese Schlägerei vor dem Anwesen hätten nachweislich alkoholisierte und des Hauses verwiesene Besucher angezettelt. Die Bewohner selbst hatten mit dieser Tat nichts zu tun. Auch vonseiten der Polizei gibt es bisher keine negativen Rückmeldungen. Zudem agiere vor Ort auch fast rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst.

Integration verbessern

In Teilen noch verbessert werden könne die Integration der jungen Leute im Stadtteil. Positivbeispiel sei hier das nahe Alten- und Servicezentrum (ASZ) an der Berg-am-Laim-Straße. Seit dem letzten Sommerfest läuft hier ein reger Austausch – einige der Jugendlichen hätten vor Ort bereits auch Praktika absolviert. „Mit den Sportvereinen klappt es dagegen noch nicht so“, bilanzierte der BA-Sozialsprecher. Fügte aber schmunzelnd hinzu: „Neben Schule und Arbeit haben die jungen Leute kaum Zeit, auch noch die örtlichen Vereine aufzusuchen – die sind ja ohnehin fast nie zu Hause.“ – HH –

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