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Avisiertes Ende für Kultfabrik und Co.

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Ist das Ende absehbar? Der 11. Januar 2016 soll das endgültige Ende von Kultfabrik und Optimol markieren. © Eidmann

Die einen würden gerne ohne Unterlass und am liebsten rund um die Uhr feiern – die anderen sehnen den endgültigen Abzug der Feiermeile hinter dem Ostbahnhof herbei:

Eine tiefe Freundschaft zwischen den Betreibern von Optimol-Gelände und Kultfabrik einerseits und dem Bezirksausschuss Berg am Laim kann man den Antipoden vor Ort seit Jahren nicht unterstellen.

Allerdings scheint das städtische Planungsreferat jetzt einer Altforderung des Bezirksausschusses nachzukommen: Mit einem so genannten Gesamtplan will die Stadtbehörde alle Auflagen für die beiden Feiermeilen bündeln. Noch wichtiger: Aufgrund der allmählichen Fortschritte bei der künftigen Überplanung des Stadtquartiers hinter dem Ostbahnhof („ROST“) steht jetzt seitens der Stadt ein offenbar allerletzter Ablauftermin für Clubs und Co an. Der 11. Januar 2016 soll das endgültige Ende von Kultfabrik und  Optimol markieren. 

Party bis in die Morgenstunden

Doch unabhängig vom begrenzten Zeithorizont erregte in der letzten BA-Sitzung neuerlich ein Antrag der Feierveranstalter den mehrheitlichen Argwohn im Stadtteilgremium. Der Club „Do Brasil“ auf dem Optimolgelände hatte gefordert, künftig auch an den Wochentagen 24 Stunden lang Feierbetrieb generieren zu dürfen. Im Rahmen einer so genannten Altfallregelung der Stadt ist diese Sammelstätte der Genüsse und großstädtisch wilden Freuden bereits an den Wochenenden und Feiertagen von der aus Betreibersicht leidigen Putzstundenregelung befreit. Doch noch mehr Entgegenkommen soll es nicht geben. Diese Sicht vertritt jedenfalls die Mehrheit im BA. Der hatte sich in seiner Meinungsfindung auch an die abschlägige Begründung der örtlichen Polizei gehalten. „Durch verlängerte Öffnungszeiten erstreckt sich der Betrieb bis in die Morgenstunden bzw. bis zum Mittag des Folgetages“, äußerten die Sicherheitswächter klare Bedenken. „Ein reguläres Ende der eigentlichen Abend- und Nachtveranstaltung findet dann nicht mehr statt“.  

Zudem verstärke sich durch den erhöhten Alkoholgenuss bei längerer Öffnungszeit das Aggressionspotential, so die Polizei. Auch könne das Feiertagsgesetz auf diese Weise unterlaufen werden.  Vor allem mit den Stimmen der CSU und der SPD im Bezirksausschuss wurde der Antrag auf weitere Sperrzeitverkürzung abgelehnt. Auch BA-Chef Robert Kulzer (SPD) positionierte sich klar als Gegner einer weiteren Sperrzeitaushebelung. „Auch das Kreisverwaltungsreferat ist wie wir dagegen“, formulierte er. „Da hat uns sicher die anhaltende Diskussion über die Sicherheitsmängel im Bereich der Feierbanane in der Innenstadt geholfen“, folgerte er im Schulterschluss mit CSU-Fraktionssprecher Sascha Multerer – selbst Gegner einer Ausweitung. Allerdings: Immerhin vier Gremiumsmitglieder stellten sich gegen diese Ausrichtung. Jennifer Brichzin (Grüne) etwa fand den Vergleich zwischen der Feierbanane entlang der Sonnenstraße und der Kultfabrik „nicht passend“. Ihr Votum  und das ihrer drei Mitstreiter gegen die abschlägige Haltung des BA fand aber keine Mehrheit. Harald Hettich

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