Helfen in den schwersten Zeiten

Hospizverein Ramersdorf/Perlach feierte 15-jähriges Jubiläum in 

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Die erste Vorsitzende Evi Baier moderierte die Jubiläumsfeier in der katholischen Kirche St. Stephan in Neuperlach.

Dass Menschen ihre Würde auch in ihren letzten Tagen behalten, ist Ziel der Hospiz­arbeit. Es ist keine leichte Aufgabe, der sich der Hospizverein Ramersdorf/Perlach seit 15 Jahren stellt.

Hospizbegleiter machen Bekentnisse, wie der Bezirksausschuss-Vorsitzende Thomas Kauer in seinem Grußwort bei der Jubiläumsfeier des Hospizvereins Ramersdorf/Perlach formuliert: Bekentnisse zum Leben, zur Menschlichkeit, zur Heimat. Letzeres zeigt der Verein schon mit seinem Namen. Als einziger Hospizverein, in dem er den Stadtbezirksnamen trägt, anstatt, wie üblich, den Namen eines Kirchenpatrons. Das zeige die Ausrichtung dews Vereins, so Festredner Prof. Heller, Theologe und Pflegewissenschaftler, der für die Feier aus Graz angereist war. Diese Verwurzlung mit dem Ort ist auch für die wichtig, denen der Hospizverein seine Hilfe anbietet. Gerade in den letzten Tagen wollen Menschen im Kreis ihrer Verwandten und Freunde sein, die letzten Stunden des Lebens in der vertrauten Umbegung, der Heimat verbringen. Die Mitarbeiter des Hospizvereins, viele von ihnen auf ehrenamtlicher Basis, kümmern sich nicht nur als Begleiter um Menschen, die sich mit ihrem eigenen Tod beschäftigen müssen, sondern auch um Angehörige. Dafür gibt es die sogenannten Lebenscafés und Trauerwanderungen. Insgesamt hat der der Verein schon 125 Menschen zu Hospizbegleitern ausgebildet. 

Die Wurzeln des Hospizdienstes gründen in der Begeisterung für die Hospizidee, von der sich Menschen aus verschiedenen Kirchengemeinden im Stadtteil Neuperlach anstecken ließen. Die moderne Hospizbewebgung (hospitium, Lateinisch, Herberge) sieht sich in der Tradition von herbergen, die ab dem Ende des vierten Jahrhunderts nach Christus entlang der Pilgerrouten in Europa enstanden und gesunden und kranken Pilgerern gleichermaßen ihre Gastfreundschaft anboten. Erst später hatten die Herbergen vorrangig die Versorgung kranker Menschen zum Ziel.Der Hospizverein Ramersdorf/Perlach wurde im November 2004 gegründet. Im April 2005 standen dem Verein zwölf intern geschulte Hospizbegleiter zur Verfügung. Manche davon sind heute noch tätig. Der Verein erhält seine Mittel neben Spenden auch aus der Unterstützung von Krankenkassen, der Landeshauptstadt München, und der Zusammenarbeit mit der Caritas München Ost. 

pg

Kommentar 

Es gibt kein Leben ohne Sterben – Warum eine Kultur um den Tod wichtig ist

Es gibt streng genommen nur eine Sache, die wirklich alle Menschen, nein alle Lebewesen auf dieser Erde einmal müssen: Sterben. In der modernen Gesellschaft wird das jedoch schnell verdrängt und vergessen. Mit dem Tod wollen sich die meisten nicht auseinandersetzen. Wurde sich früher noch von dem leblosen Körper verabschiedet, geht es heute vielleicht nicht einmal unbedingt mehr zur Beerdigung. Stirbt ein naher Angehöriger, ist das für viele außerhalb der Trauer auch ein großer Schock. Und das obwohl es eigentlich jedem bewusst ist, dass das Leben anderer und auch das eigene ganz sicher ein Ende finden wird. Zu oft wird das Leben als selbstverständlich betrachtet. Dabei bringt eine Erinnerung an die eigene und an die Sterblichkeit anderer etwas mit sich, was wir in unserer beschleunigten und von kapitalistischer Logik beherrschten Lebensweise gut gebrauchen können: Wertschätzung. Dankbarkeit für den Tag, den man erleben darf und für die Zeit mit den Menschen, die man liebt und für die kleinen Dinge im Leben.

Pia Getzin

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