Ein neuer Ehrenbürger aus Neuperlach

Heinrich Traublinger wurde von der Stadt geehrt

+
Heinrich Traublinger (Vierter von links) wurde neben sechs anderen Persönlichkeiten zum Ehrenbürger der Stadt München ernannt.

Der Name Traublinger begegnet Besuchern und Einheimischen täglich in München. Für seine Arbeit und sein Leben in der Landeshauptstadt erhielt Heinrich Traublinger nun das Ehrenbürgerrecht der Stadt München.

München hat nun 60 neue Ehrenbürger. Unter den sieben neuesten, die dieses Jahr geehrt wurden, befinden sich der Fußballer Philipp Lahm, der Verleger Hubert Burda, die Schauspielerinnen Michaela May und Jutta Speidel, Herzog Franz von Bayern sowie die Journalistin Rachel Salamander. Der Bäckermeister und ehemalige Kommunalpolitiker Heinrich Traublinger ist als „echter Perlacher“ ebenfalls vertreten. Der 75-Jährige hat ein bewegtes Leben in der Landeshauptstadt hinter sich. Er übernahm den Bäckerei-Betrieb seiner Eltern, war Stadtrat, Vorsitzender des Ortsverbandes Perlach der CSU, wurde für den Stimmkreis München-Ramersdorf in den Bayerischen Landtag gewählt, war Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern und Vizepräsident des Zentralverabndes des Deutschen Handwerks. So viele Wege gleichzeitig zu gehen, habe nur aufgrund der Unterstützung und den Rückhalt seiner Familie funktioniert, erklärt Traublinger. Der gebürtige Münchner lebt immer noch in Neuperlach, direkt über einer seiner 23 Filialen in der Stadt. Die Trabantenstadt ist seiner Meinung nach nicht die Fehlentwicklung, für die sie viele halten. „Hier gibt es mehr Grün, als man denkt und der Stadtteil hat eine sehr gute Infrastruktur“, argumentiert er. Obwohl er schon sein ganzes Leben lang in München wohnt, hat er durch sein Engagement viel von der Welt gesehen. „Ich war schon fast überall auf der Welt“, erählt er, „In Kroatien, Slowenien und Ungarn haben wir zum Beispiel dabei geholfen, ein duales Ausbildungssystem zu etablieren“. München ist und bleibt für ihn jedoch „die schönste Stadt der Welt“, wie er sagt und dabei ergänzt, dass das sicherlich nicht jeder so sieht, aber dass es auch zum Münchner sein gehört, seine Stadt zu lieben. Rückblickend auf sein Leben würde er nichts anders machen. Seinen erlernten Beruf als Bäckermeister und Konditor sieht er als Basis in seinem Leben, die ihm Halt während seiner politischen Karriere gab. „Mein Unternehmen habe ich mir während meiner politischen Arbeit als Basis erhalten“, so Traublinger. Er empfiehlt jedem, einen Beruf zu erlernen und diesen als Basis im Leben zu nutzen — was auch immer dann kommen sollte. Denn dadurch erlerne man Verantwortung zu übernehmen, in Teams zu arbeiten und auch, wie es ist, Steuern zu zahlen. Diesen Bezug zum alltäglichen Leben der meisten Bürger sieht Traublinger auch als einen Grund für seine politischen Erfolge. Das Vertrauen der Bürger war ihm sicherer als manch anderem Politiker, den man im Stadtviertel nicht kennt. Und als Wirtschaftler hatte er eine andere Sicht auf die Politik, die vielen ohne die Arbeit in einem klassischen Betrieb verwehrt bleibt.

Um die Zukunft des Handwerks in München macht er sich derzeit wenige Sorgen. „Momentan hat das Handwerk nichts zu jammern“, erklärt der ehemalige Präsident der Handwerks- kammer für München und Oberbayern. „Ich wünsche mir, dass München so bleibt wie es ist: Eine Stadt der Vielfalt und des vernünftigen Nebeneinanders von großen, mittleren und kleinen Unternehmen.“ Denn München sei auch eine Hand- werkerstadt, meint Traublinger. Das müsse in der Stadtplanng und in der Verkehrspolitik berücksichtigt werden.

Damit, dass er jetzt Ehrenbürger Münchens ist, fühlt er sich (auf gut Bayerisch gesagt) „sauguad“. „Das ist ein echter Höhepunkt“, sagt er strahlend. Schließlich werde man nicht nur für eine einzige Leistung geehrt, so Traublinger. Bei allen Geehrten sieht er eine Gemeinsamkeit: Sie haben auf ganz unterschiedliche Weisen für die Stadt München gewirkt.

Pia Getzin

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Städtisches Grundstück an der Chiemgau-/Kagerstraße in Ramersdorf
Städtisches Grundstück an der Chiemgau-/Kagerstraße in Ramersdorf
Lesung des Romans „Platanenallee“ in Neuperlach
Lesung des Romans „Platanenallee“ in Neuperlach

Kommentare