Ausfälle bei der Trambahn

Hauptwerkstätte in Ramersdorf teilweise gesperrt

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Die Tram-Hauptwerkstätte an der Ständlerstraße in Ramersdorf ist wegen gravierender Bauwerksschäden teilweise gesperrt worden. Bis Ende Februar kommt es deshalb zu Ausfällen bei den Trambahnen.

Die große Montagehalle, das Herzstück der Trambahn-Hauptwerkstätte an der Ständlerstraße, steht derzeit leer. Arbeitsplätze und Büros wurden geräumt. Denn die Halle weist gravierende Bauwerksschäden auf. Das ergaben Untersuchungen, die jetzt im Zusammenhang mit dem geplanten Trambahn-Betriebshof an der Ständlerstraße stattfanden. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will dabei unter anderem im Süden an den Hauptbau anbauen. In der 17,5 Meter hohen Erweiterung sollen Kantine und Verwaltung im ersten beziehungsweise zweiten Obergeschoss unterkommen.

Daher gab es an dem 1918 errichteten Bauwerk Untersuchungen, speziell in Bezug auf die Statik. Das Ergebnis: „Nach derzeitigem Kenntnisstand kann nicht sicher nachgewiesen werden, ob die Halle bei dem vorhandenen Schadensbild standsicher ist.“

Allerdings sind nicht alle Bereiche der Ramersdorfer Hauptwerkstätte betroffen, wie MVG-Pressesprecher Matthias Korte erklärt. Dorthin wurden nun Teile des Werkstattbetriebs wie die Drehgestellwerkstätte (das Laufwerk der Schienenfahrzeuge) verlagert.

Auf der anderen Seite werden nun unter anderem Wände aufgestemmt, Hohlstellen untersucht, Proben von Beton und Stahlarmierungen genommen und im Labor analysiert.

Die MVG rechnet bis Ende Februar mit Ergebnissen. Dann wird klar sein, ob und in welchem Maß man wieder in die Halle kann und was sonst passieren muss. Schlimmstenfalls wäre die unter Denkmalschutz stehende Hauptwerkstätte tatsächlich einsturzgefährdet.

Bis zur Klärung bleibt die Halle jedenfalls gesperrt. Dadurch sind bestimmte Wartungs- arbeiten an den Trambahnen momentan nicht mehr möglich oder nur unter erschwerten Bedingungen durchzuführen. Ferner entstehen Engpässe bei der Ersatzteilversorgung. Ein Teil des Ersatzteillagers muss ins Depot an der Einsteinstraße umziehen, das bereits aus allen Nähten platzt. Darüber hinaus wurden externe Firmen angefragt, die bestimmte Werkstattleistungen übernehmen oder verstärken könnten. „Wir haben normalerweise insgesamt 97 Fahrzeuge im Betrieb, durch die Schwierigkeiten fehlen jetzt etwa sechs“, erläutert Korte. Deshalb wird es voraussichtlich noch bis Ende Februar zu einzelnen Ausfällen in den Takten kommen. Um alle einsetzbaren Züge für den Fahrgastbetrieb zur Verfügung zu haben, finden vorübergehend keine Fahrschulfahrten mehr statt. Angst vor nicht-fahrtüchtigen Trambahnen braucht niemand zu haben. „Züge, die nicht ordnungsgemäß überprüft werden können, bleiben stehen, fehlen aber dann“, sagt der MVG- Pressesprecher. Auf das angrenzende MVG-Museum hat die Teilsperrung der Hauptwerkstätte keine Auswirkungen. Der Gebäudeteil war 2007 umfassend renoviert und instandgesetzt worden. Trotzdem werden sich die Fachleute auch diesen Bau vorsichtshalber nochmal genau anschauen. Auch auf die Pläne für den neuen Trambahnbetriebshof sollen die Probleme nach Kortes Angaben keine Auswirkungen haben. „Das läuft weitestgehend unabhängig davon.“ Bis 2023 sollen auf dem Gelände an der Ständlerstraße maximal 90 Züge unterkommen. Geplant sind zwei neue Abstellhallen, eine Waschhalle und eine Unterflur-Drehhalle. Außerdem noch der Anbau an das bestehende Werkstattgebäude. Im Frühjahr wollten die Stadtwerke den Stadtrat informieren und das notwendige Planfeststellungsverfahren einreichen.

Carmen Ick-Dietl

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