Grundstein für den Sportpark des SVN gelegt

Eine anspruchsvolle Sporthalle

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Nach dreieinhalb Metern Aktenordnern ist es geschafft, der Grundstein für den neuen SVN-Sportpark ist gelegt.

Jetzt geht’s los mit dem Bau des neuen SVN-Sportparks an der Bert-Brecht-Allee. Am Samstag wurde der Grundstein gelegt. Im Herbst nächsten Jahres soll die neue Dreifach-Sporthalle samt Kletter- und Boulderzentrum eingeweiht werden. 

„Es wird ein Meilenstein für Perlach und für die Sport-Infrastruktur von ganz München“, erklärte Bürgermeisterin Christine Strobl bei der Grundsteinlegung. Zudem sei Sportpolitik auch aktive Sozialpolitik, „das Geld ist also gut angelegt“. 

Damit meint Strobl die 2,8 Millionen Euro Zuschuss, mit denen sich die Stadt am SVN-Sportpark beteiligt. Vom Freistaat gibt’s über den Bayerischen Landessportverband (BLSV) nur 1,4 Millionen Euro Unterstützung. Bleiben 5,5 Millionen Euro als Eigenleistung des Vereins.

Vor ziemlich genau sechs Jahren hatte der Vorsitzende des SVN München, Norbert Kreitl die Idee bei der Stadt vorgestellt: Zusammen mit der geplanten Generalsanierung der städtischen Bezirkssportanlage an der Bert-Brecht-Allee sollte dort ein Sportpark für den Verein entstehen. Bürgermeisterin Strobl weiß, wie hartnäckig Norbert Kreitl sein kann. Sie kennt ihn bereits seit über 30 Jahren. Ihre Reaktion damals auf den SVN-Antrag: „Der wird wahrscheinlich nicht aufgeben, besser, wenn ich da gleich mitmache.“ Das habe sie auch ihrer Verwaltung so gesagt. 

Hindernislauf

Trotzdem habe danach ein wahrer Hindernislauf begonnen, stöhnt Kreitl. Mit Hürden wie einem eigenen Lärmgutachten, der Baugenehmigung, einem Erbbaurechtsvertrag und mehr. Vor allem aber einem Finanzplan für das knapp 10 Millionen teure Projekt. Zweimal habe man die Finanzierung ändern müssen, schimpft der SVN-Vorstand. Um den Ansprüchen von Stadt und BLSV zu genügen. Die einen hätten die Sportvereins-Kalkulation als zu billig, die anderen als zu teuer eingestuft; bei der Stadt werde die tatsächliche Bausumme bezuschusst, beim BLSV gibt’s die Unterstützung nur bis zu sieben Millionen Euro. Außerdem werde der Verein von der Stadt als privater, vom Freistaat als öffentlichen Bauträger behandelt. Wodurch man zu einer europaweiten Ausschreibung mit entsprechenden Problemen und Kosten gezwungen war. „Als Verein steht man dazwischen und muss schau’n, wie man aus dem Dilemma rauskommt.“ Bis zum Bayerischen Innenministerium ist der ehemalige Münchner Stadtrat gegangen, um die für ihn ärgerlichen Richtlinien zu ändern. „Leider vergeblich.“ 

Grundsteinlegung

Dreieinhalb Meter Aktenordner später nun also die Grundsteinlegung für den künftigen Sportpark, bestehend aus Dreifach-Sporthalle mit Tribüne und Sporträumen, mit Kletter- und Boulderzenrum, mit Bistro und Fußballumkleiden. Es soll eine Sporthalle mit anspruchsvoller Architektur werden, mit großzügigen Glasflächen und Sichtbeton. Auch die Farb- und Innengestaltung soll sich von der üblichen Sporthallenatmosphäre abheben. Die neue Halle ist mit einer Tribüne für 500 Besucher ausgestattet, daran anschließend die Kletterhalle mit eigenem Eingang und einem Bistro, das freien Blick auf die Kletterwände bietet. 620 Quadratmeter Kletterfläche und 240 Quadratmeter Boulderfläche im Innenbereich, nochmal 150 Quadratmeter Kletterwand und ein 170 Quadratmeter großer Boulderblock im Außenbereich. Bürgermeisterin Christine Strobl freut sich sehr über den weiteren Kletter-Standort in der Stadt. „Schließlich ist München auch eine Kletterstadt.“

Man bräuchte viele solche Vereine, die nicht zaudern und zögern, sondern anpacken, sagt BLSV-Präsident Günther Lommer. Der SVN sei ein herausragender Verein: Äußerst soziale Beitragssätze, ständig wachsende Mitgliederzahlen – vor allem im Frauenbereich – und Baumaßnahmen am laufenden Band. Auch, wenn das für den Verband nicht immer einfach sei und Kreitl „einer unserer kritischsten Vorsitzenden“ sei. „Nur, wenn wir wissen, was wir – angeblich – falsch machen, können wir daran arbeiten.“ 

Carmen Ick-Dietl

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