Kreisverwaltungsreferat antwortet Schülern

Kleines Ampel-Einmaleins

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Die Münchner Fußgängerampeln sind so geregelt, dass man bei normaler Gehgeschwindigkeit mindestens die Hälfte der Straße überqueren kann, erklärte das KVR jetzt Neuperlacher Schülern.

Achtklässler einer Neuperlacher Schule hatten nach ihrem Stadtteilcheck die kurze Grünphase bei der Ampel vor der Europaschule moniert. Aus dem Kreisverwaltungsreferat kommt nun eine tolle Antwort, die auch Erwachsenen einiges erklärt.

Schon die Anrede ist ungewöhnlich: „Liebe Schülerinnen und Schüler der Klasse 8d!“ Den Kindern war die in ihren Augen zu geringe Grünphase an der Ampel Putzbrunner Straße/Hans-Fried-Weg negativ aufgefallen. Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach hatte den Hinweis an die Stadt weitergeleitet; jetzt stand die Antwort auf der Tagesordnung. In wirklich vorbildlicher Art!

Fußgänger würden meist davon ausgehen, dass nur das Grün allein für die Querung der Straße zur Verfügung stehe, heißt es in der KVR-Antwort verständnisvoll. Doch dies sei nicht der Fall. „Die Grünzeiten an den Fußgängerfurten in der Stadt München sind allgemein so dimensioniert, dass bei normaler Gehgeschwindigkeit mindestens die Mitte der gegenüberliegenden Richtungsfahrbahn erreicht werden kann.“ Also ungefähr Dreiviertel der Straßenbreite. Was bedeute: „Der restliche Weg über die Fahrbahn muss bei Rot zurückgelegt werden.“ Damit auch dies sicher passieren kann, gebe es die sogenannte Schutzzeit. „Diese Schutzzeit ist die Zeit zwischen Ende des Fußgängergrüns und Grünbeginn für den kreuzenden Fahrverkehr.“ Damit sei garantiert, dass ein Fußgänger auch dann noch gesichert die nächste Bordsteinkante bei Rot erreiche, wenn er erst in der letzten Sekunde seiner Grünphase die Straße betreten hat. So kämen auch ältere Leute, Kinder, Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte sicher über die Straße.

An der Perlacher Ampel ist die Grünphase mit 13 Sekunden sogar länger als üblich. Hinzu kommen laut Stadt dann nochmal zwölf Sekunden Schutzzeit. Insgesamt hat man dort also 25 Sekunden Zeit, um über die Straße zu kommen. Wechselt Grün auf Rot, sollte man also einfach zügig weitergehen, so der Rat vom KVR.

Für die Schüler kommt zum Schluss noch eine Anerkennung für den persönlichen Einsatz. „Wir bitten jedoch um Verständnis, das wir auch weiterhin unsere bewährten und erprobten Abläufe der Fußgängersignalisierung beibehalten werden.“

Carmen Ick-Dietl

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