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Stadtrat hat die Nase voll

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Der Münchner Stadtrat hat die Nase voll und den Bau der Griechischen Schule in Berg am Laim gestoppt. © Foto: ick

Länger wollten sich die Stadträte das Drama um den Bau der griechischen Schule in Berg am Laim offenbar nicht mehr anschauen. Nachdem erneut vereinbarte Baufristen nicht eingehalten wurden, beschlossen sie vergangene Woche die Rückabwicklung des Grundstücksverkaufs an die Hellenen. Ob dies nun tatsächlich der Schlussakt ist, ist noch fraglich.

In den Tagen und Stunden vor der entscheidenden Sitzung hatten die Griechen noch einmal versucht, gut Wetter für ihr Projekt in München zu machen. Mit Rechtsanwalt Stavros Konstantinidis war ein neuer Fürsprecher aufgetaucht, der zusammen mit der griechischen Generalkonsulin bei den Politikern im Rathaus versuchte, das endgültige Aus abzuwenden. Er sei auf Wunsch der Bauherrin, einer Tochtergesellschaft des griechischen Staats eingestiegen, so der Münchner mit griechischen Wurzeln. Durch ihn seien entscheidende Änderungen vorgenommen worden – bei der Organisation des Bauprojekts wie bei der Finanzierung. Es sei Geld von Athen nach München transferiert worden, die Stadtsparkasse München nun in die Zwischenfinanzierung eingestiegen, es lägen Forderzusagen vor und mehr. Bei so viel guter Absicht könne der Stadtrat das Bauprojekt, in das Griechenland bereits über neun Millionen Euro gesteckt habe, doch nicht allen Ernstes „so kurz vor der Fertigstellung“ stoppen, argumentierte Konstantinidis. „Das wäre wirklich unverhältnismäßig.“ Über die sechs Monate Überziehungsfrist könne man doch hinwegsehen, meint der Anwalt und forderte „Minimum Zeit bis Dezember“ zur Fertigstellung des Rohbaus, der eigentlich schon im Dezember 2015, spätestens im Ende Juni fertig sein sollte. Die Stadträte wollten keinen weiteren Aufschub mehr gewähren. Für sie präsentiert sich die Sache anders: Erst tut sich 13 Jahre gar nichts beim Bau der geplanten griechischen Schule und alle Fristen verstreichen. Als die Stadt dann das Grundstück vertragsgemäß zurückfordert und sogar Klage deswegen einreichen muss, beginnen die Griechen mit Bauarbeiten. Beim Prozess kommt es trotz Vorteil der Stadt zum Kompromiss, in dem Fristen samt Kulanzzeiten für Bauabschnitte festgelegt werden. An die sich die Griechen wieder nicht halten. Nun ist Schluss, so das eindeutige Signal aus dem Rathaus. Der Beschluss, den Verkauf des Grundstücks am Hachinger Bach rückgängig zu machen, fällt am Ende einstimmig, ohne weitere Diskussionen. „Ein trauriger Tag für die Griechen in München“, erklärt Rechtsanwalt Konstantinidis. Die Stadt nutze hier ihre juristischen Möglichkeiten, um das Grundstück für eigene Zwecke verwerten zu können. „Ein schwerer Schlag“, bedauert Erzpriester Apostolos Malamoussis, der sich stets für das Projekt stark gemacht hatte. Die Schuld sieht er beim griechischen Staat, der die Baufristen nicht eingehalten habe. Da Grundstück und Rohbau in Berg am Laim der Republik Griechenland gehörten, müsse Athen über die Rückabwicklung verhandeln. Dabei würden sicher auch juristische Schritte geprüft. In Berg am Laim hingegen sieht man in die Zukunft. Die Stadt müsse nun zügig entscheiden, was mit dem unfertigen Rohbau passieren soll und ein Nutzungskonzept erarbeiten, so CSU-Sprecher Fabian Ewald. Laut BA-Chef Robert Kulzer (SPD) gab es bereits erste Gespräche mit dem Schulreferat. Und es sieht stark nach einer Erweiterung fürs Michaeli-Gymnasium aus, das aus allen Nähten platzt. Da auch der benachbarte Sportverein FC Phoenix Platz für Sportbetrieb und Vereinsheim angemeldet hat, könnte ein integrierter Schul- und Sport-Campus auf dem Grundstück entstehen, meint Kulzer. Carmen Ick-Dietl

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