Grafinger Straße: BA äußert Bedenken

Sorge um zu viel Verdichtung

An sich klingen die Planungen der Stadt für das derzeit weithin unbebaute und in sattem Grün liegende Areal an und um die Grafinger Straße 96 durchaus plausibel und am Bedarf ausgerichtet:

wie in einer früheren Ausgabe bereits umfangreich berichtet, sollen auf einem rund 6000 Quadratmeter großen Areal nahe des Mittleren Rings in den kommenden Jahren umfangreiche Neubaumaßnahmen Platz greifen.

Neben einer neuen Kinderkrippe zur Tagesversorgung der jüngsten Stadtteilbürger soll auch das Angebot an Einkaufsmöglichkeiten durch einen neuen Lebensmittelmarkt samt Drogerie deutlich verbessert werden. Zudem ist vorgesehen, auf den insgesamt rund 10.000 Quadratmetern Geschossfläche inmitten der viergeschossigen Bauten auch ein Wohnprojekt für Auszubildende zu integrieren. Das neue, zum Innsbrucker Ring ausgerichtete Ensemble soll auch als Lärmschutzpuffer für die Wohnbebauung dahinter dienen.

Weitere Wohneinheiten

So weit, so gut. Doch wie der örtliche Bezirksausschuss Berg am Laim jetzt vonseiten der Stadt erfuhr, soll die bauliche Verdichtung vor Ort mit diesen bislang bekannten Vorhaben längst noch nicht abgeschlossen sein. Denn das Münchner Sozialreferat will auf dem Gelände auch weitere 25 Wohneinheiten für Menschen errichten, die bislang auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt sind und auf dem umkämpften Münchner Wohnungsmarkt nur schwer ein Dach über dem Kopf finden. Grundsätzlich befürwortete auch der Berg am Laimer Bezirksausschuss dieses Vorhaben. Doch auf den Mienen der Mandatare bildete sich im BA manche Sorgenfalte ab. „Ist aufgrund dieser sehr intensiven Nutzung mit hoher Nachverdichtung nicht mit allerlei Konflikten vor Ort zu rechnen?“ lautete der kritische Fragentenor im Stadttteilgremium.

Auch die Aussage des für das Projekt verantwortlichen Sozialreferates, wonach die „Sozialverträglichkeit“ vor Ort bereits „überprüft“ worden sei, stimmte den BA nicht weniger bedenklich. Der Bezirksausschuss werde seine Bedenken erneut der Stadt mitteilen, so der Beschluss. Zumal die Anzahl der Wohnungen vor Ort im Zuge der Planungen von einst 20 auf aktuell 25 Wohneinheiten erhöht worden sei. Verdichtung ja – aber nur im für alle zumutbaren Rahmen, lautet das Credo des BA.

 – HH –

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