Drunter und drüber bei der Truderinger Kurve

Gleisneubau auf Berg am Laimer Gebiet

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Die Truderinger Kurve schafft zwischen München-Trudering und München-Riem Umschlagbahnhof eine direkte Verbindung für die Güterverkehre aus Italien und Österreich (Brenner).

Die Deutsche Bahn will zusätzliche Gleise zwischen dem Bahnhof Trudering und dem Ostbahnhof bauen. Ziel des Bauprojekts ist unter anderem die Entlastung des Rangierbahnhofs München Ost. Doch wie genau die Gleise der Truderinger Kurve entlang laufen sollen, ist Diskussionsgegenstand

Die Truderinger Kurse soll zwischen München-Trudering und München-Riem Umschlagbahnhof eine direkte Verbindung für die Güterverkehre aus Italien und Österreich (Brenner) schaffen. Die Verbindungskurve wäre dann auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde ausgelegt. Um die Laufwege kundenfreundlicher zu gestalten, sollen im Zuge dessen auch mehrere Eisenbahnüberführungen gebaut werden. Der Bezirksausschuss kritisiert, dass dabei viel Fläche versiegelt würde. Sowohl die Gleise als auch ein geplanter Bahnübergang an der Thomas-Hauser-Straße würde durch eine Grünfläche führen, die für den Bau eines neuen Sportplatzes des ESV München Ost vorgesehen sei. „Die damit verbundene Lärmbelästigung und Grünflächenversiegelung ist zu verhindern“, forderte CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald. „Auf den Gleisen sollen 700 Meter lange Züge fahren, die nur eine maximale Steigung von zwei Prozent überwinden können“, argumentierte Hubert Kragler, Vorsitzender des Unterausschusses für Stadtteilkultur, Verkehr und Gewerbe. Deshalb sei eine Tunnelausführung nicht möglich. Rudolf Breuer (ÖDP) erwägte hingegen eine mögliche, hinreichende Absenkung der Gleise, um einen Tunnelbau realisieren zu können und die maximale Steigung unter zwei Prozent zu halten. Allerdings könne man sich beim Thema Tunnelausführung nur wünschend an die Bahn wenden, erklärte Hubert Kragler. Der Bezirksausschuss hat deshalb vor, die Varianten der Streckenführung mit der Bahn abzuklären und die Tunnellösung nach Möglichkeit zu fordern.

Die Daglfinger Kurve, die die Güterverkehre der Ausbaustrecke 38 von München bis Freilassing und aus München-Riem direkt an den Nordring anbinden würde, soll im Gegensatz zur Truderinger Kurve zumindest weitestgehend in Troglage verlaufen.

Der Bau der beiden Kurven wird außerdem Auswirkungen auf den Hachinger Bach haben. Die Baumaßnahmen würden Flächen betreffen, die sich im Einzugsbereich des Hachinger Bachs und des Hüllgrabens befinden, so Ewald. „Die Distanz, die mithilfe von Verrohrung überbrückt wird, sollte zur Erhaltung der Artenvielfalt minimiert werden“, erklärte der CSU-Fraktionsvorsitzende. Die geplanten zwei Kilometer Verrohrung seien zu lang.

Das Projekt zielte eigentlich auf die Auflösung von Engpässen und die Entlastung von Mensch und Natur durch die Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene. Es stellt sich daher die Frage, wieviel von diesem Ziel durch die gegeben Problematiken bei der Umsetzung noch übrig bleiben wird. 

Pia Getzin

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