Unten Parkplatz, oben Wohnungen

Gewofag baut Stelzen-Bauten in Neuperlach und Taufkirchen

Wohnen auf Stelzen wie am Dantebad soll es auch in Neuperlach geben.

Der Neubau am Münchner Dantebad ist das Vorbild: In Neuperlach und Taufkirchen sollen weitere solche Wohnbauten über Parkplätzen entstehen. Bauherr ist die gemeinnützige Münchner Wohnungsbaugesellschaft Gewofag.

Insgesamt sind vier Standorte im Osten Münchens geplant: je zwei in Neuperlach und Taufkirchen. Die anvisierten Grundstücke in Neuperlach liegen beide am Karl-Marx-Ring – einmal direkt an der Kreuzung Peschelanger, einmal an der Ecke Heinrich-Wieland-Straße. In Taufkirchen geht es um Grundstücke im Gebiet „Am Wald“ und dort in der Ulmenstraße sowie in der Waldstraße beim Kreisel Lindenring. Über vorhandenen Parkplätzen sollen dort Wohnungen entstehen. So wie am Dantebad, wo die Gewofag über dem Parkplatz in nur einem Jahr 86 Ein-Zimmer-Appartements und 14 Zweieinhalb-Zimmer-Wohnungen in Holzhybrid-Bauweise auf Stelzen gebaut hat. Von diesem Turboprojekt will sich die städtische Wohnungsbaugesellschaft einiges abschauen. Eins zu eins wiederholbar sei es nach Aussagen von Gewofag-Chef Klaus-Michael Dengler aber nicht. Daher lässt sich die Gewofag helfen.

Im Rahmen von „Europan“, der größten europäische Wohn- und Städtebauwettbewerbs-Initiative für junge Architekten, hat man den Teilnehmern die Aufgabe gestellt, ein möglichst flexibles Grundsystem für Parkplatz-Überbauungen zu entwickeln, das man an verschiedenen Standorten nutzen kann. Dabei sollen wiederholbare, aber anspruchsvolle und an den Ort angepasste Stadtbausteine entstehen, die mit intelligenten Grundrissen und einer gleichermaßen robusten wie interaktiven Sockelzone zur Aufwertung der Quartiere beitragen. Im nächsten Schritt plant die Gewofag, mit Hilfe dieses Systems Wohnungen an weiteren Standorten, nach denen momentan gesucht wird, zu errichten.

Die serielle Bauweise trägt dazu bei, die Kosten zu senken: Mehrere hundert gleiche Fenster sind günstiger als 50. „Eine Fassade mit vielen gleichen Fenstern muss nicht langweilig aussehen“, sagt Bauressortleiter Michael Hardi. Das zeige ein Blick auf die Gewofag-Gründersiedlungen. Viele ästhetische architektonische Elemente wie Vorsprünge, Fassadenmalereien, unterschiedliche Fallrohre bei Regenrinnen würden den Häusern ein lebendiges und unverwechselbares Antlitz geben. „Da wollen wir wieder hin.“ Die künftigen Neubauten sollen kostengünstig, aber gleichzeitig hochwertig und ästhetisch werden.

Zudem hat man die Unterhaltskosten im Blick, die später für eine Immobilie entstehen. Denn je mehr und je komplizierter die Haustechnik ist, die verbaut werde, desto mehr müsse später gewartet werden. Zudem sei die Technik nach einigen Jahrzehnten völlig veraltet, die Wohnungen aber noch in einem guten Zustand. „Da ist weniger Technik oft mehr, wie unsere eigenen Forschungsprojekte zeigen.“

Carmen Ick-Dietl

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