Geteilte Meinungen zur Schule im Gewerbegebiet

An der Neumarkter Straße 43 inmitten der örtlichen Gewerbemeile will der private Schulträger BIP („Begabung, Intelligenz, Persönlichkeit“) demnächst eine Grundschule nebst integriertem Hort etablieren. Beim örtlichen Bezirksausschuss Berg am Laim gingen die Meinungen darüber während der Beratungen in der jüngsten Sitzung deutlich auseinander.

SPD und Grüne sprachen sich dezidiert für das Projekt und eine eigens notwendige Sondergenehmigung aus. Bei der örtlichen CSU fiel das Vorhaben auf weniger fruchtbaren Boden. Wie CSU-Fraktionssprecher Sascha Multerer betonte, könnten durch das Vorhaben „die Entwicklungspotenziale für das Gewerbe vor Ort verbaut werden.“ Allerdings stimmten am Ende nur vier Christsoziale gegen das Schulprojekt – die deutliche BA-Mehrheit votierte für Schule und Ausnahmegenehmigung. Hintergründe Der aktuell für die Gewerbemeile rund um die Neumarkter Straße bestehende Bebauungsplan der Stadt wird vom BA in seiner Gesamtheit begrüßt. Denn durch das detaillierte Planungspapier ist es endlich möglich, vonseiten des BA wenig geliebte Nutzungsvarianten in Form von Spielhallen oder Bordellen an der Neumarkter Straße auszubremsen. Doch eine Schule sehen die Regularien des Bebauungsplans vor Ort ebenso wenig vor. Das Privatschulunternehmen BIP hat sich zwar mit dem Eigentümer vor Ort nach Informationen des BA auf die entsprechende Nutzung geeinigt – aber ohne eine entsprechende Sondergenehmigung kann man nicht starten. 2 Millionen Euro sollen in den notwendigen Umbau an der Neumarkter Straße 43 gesteckt werden – da muss eine Planung verständlicherweise in trockenen Tüchern stecken. Der Unterausschuss für Schule hatte sich mit den Machern des Projektes bereits im Dezember zusammengesetzt – und zeigte sich in der Analyse vom Konzept überzeugt. Die in anderen Stadtteilen bereits erprobte Konzeption kann sich auch sehen lassen. So soll das private Lehrunternehmen in Gänze als Ganztagesgrundschule funktionieren – mit je zwei fest zugeteilten Lehrkräften und ebenso zwei festen Räumen für jede der Klassen. Um möglichen Verkehrsproblemen bei der Anbringung und Abholung der Schülerinnen und Schüler entgegenzuwirken, will der Träger ein eigenes Schulbussystem einführen – sobald hierfür Förderfähigkeit gegeben ist. SPD-Fraktionssprecher Karl-Heinrich Schepsmeier betonte, eine solche Schule bedeute für das Gebiet „sicher eine Aufwertung“. Es gelte seitens des BA ein deutliches Zeichen zu setzen und die entsprechende Sondergenehmigung zu forcieren. Gegner Eine Conclusio, mit der man sich in Teilen der örtlichen CSU keinesfalls anfreunden wollte. „Klare Verhältnisse im Gewerbegebiet“ verlangte CSU-Vertreter Anton Spitlbauer sen. „Warum soll ausgerechnet hier in der Umgebung von Firmen und Gewerbe eine Schule entstehen?“. Spitlbauer konnte sich weit besser vorstellen, die Schule auf dem Gelände der ehemaligen Landwirtschaftsschule an der Berg-am-Laim-Straße 38 zu etablieren. Schließlich stehe das Gebäude seit Jahren leer. Doch laut BA-Chef Josef Koch (SPD) will hier der Landkreis als Eigentümer sein Sozialbürgerhaus einrichten. Unverständnis Stadträtin und BA-Mandatarin Eva Caim (CSU) wollte aber nicht verstehen, warum im Bereich der Neumarkter Straße die irakischen Flüchtlinge nicht untergebracht werden könnten – „aber für die Grundschüler soll dieser Bereich plötzlich geeignet sein“, kritisierte sie. Zudem wollte Caim wissen, ob hier nur Kinder aus „reichen Verhältnissen“ oder auch solche aus sozial benachteiligtem Umfeld berücksichtigt würden. Schepsmaier als Sprecher des BA-Unterausschusses Schule erklärte, die Schulleitung werde nach deren Informationen nach dem Eingang der Anmeldungen Schüler aufnehmen. Positiv stehen dem Projekt auch die örtlichen Grünen gegenüber. „Das Konzept hört sich gut an“, schloss Mandatarin Jennifer Brichzin aus den Informationen der Verantwortlichen. „Da wird auch viel auf Kreativität gesetzt“. Probleme des Miteinanders von Schule und Gewerbe mochte sie ebenso wie ihre Fraktionskollegen nicht erkennen. Die Mehrheit im BA war gleicher Auffassung – stimmt die Stadt zu, kann die Privatschule wohl bald ihre Tore öffnen. Harald Hettich

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