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Geplante Bebauung im Müncher Südosten hätte Konsequenzen für Perlacher

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Weder Eis noch Ventilatoren können helfen, wenn städtische Gebiete zu stark bebaut werden und das Stadtklima bei der Planung vernachlässigt wird.

Die Landeshauptstadt München und die Gemeinde Neubiberg prüfen derzeit, ob eine Bebauung im Münchner Südosten sowohl links als auch rechts der A8 möglich ist. Die Bebauung hätte jedoch Auswirkungen auf die Luft in der Stadt.

Es ist bekannt, dass die Luftqualität in deutschen Großstädten wie München nicht besonders hoch ist. Wer sich im Sommer vom Dorf oder vom Stadtrand in die Innenstadt begibt, merkt schnell, dass es dort auch deutlich wärmer ist. Bei Hitze kann es dann schnell unterträglich werden. Dafür, dass es in urbanen Räumen im Sommer nicht zu heiß wird und sich die Luftmassen austauschen können, sind nicht nur innerstädtische Grünanlagen relevant. Auch sogennante Frischluftschneisen sorgen für gute Luft im städtischen Gebiet. Doch genau als diese fungiert derzeit die freie Fläche unterhalb des neuen Südfriedhofs. Deshalb zeigten sich die Bürger, aber auch die Mitglieder der Bezirksausschüsse der unmittelbar betroffenen Stadtbezirke nicht begeistert von der Idee, Wohnungen und Gewerbe dort zu bauen. Auf der Bürgerversammlung in Perlach sprachen sich die Bürger jüngst mehrheitlich dafür aus, die Frischluftschneise und die Auswirkungen auf das Stadtklima durch eine dortige Bebauung bei den Prüfungen seitens der Stadt München und der Gemeinde Neubiberg besonders zu berücksichtigen. Im Klimabericht aus dem Jahr 2014, der der Stadt vorliegt und auch online abrufbar ist, ist das betroffene Gebiet als „Perlacher Feld“ auch als Freiluftschneise anerkannt. Demnach müsste die Stadt eigentlich wissen, welche Relevanz die freie Fläche unterhalb des neuen Südfriedhofes für das Stadtklima hat. Und trotzdem ist dort bereits der Bau eines Wertstoffhofs geplant. Zwar würden die Wohnungen und die Gewerbegebiete jeweils rechts und links an die bestehende Bebauung anschließen. Das würde die Frischluftschneise jedoch deutlich verschmälern.

Das Thema Frischluft ist nicht das einzige, das den Planungen im Weg steht. Ein Gewerbegebiet unterhalb des Stadtbezirks Fasangarten hätte zunächst auch keine Anbindung — bis auf die A8. Die Bebauung würde also auch einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel an dieser Stelle bedeuten. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt München und die Gemeinde Neubiberg die Forderungen der Bürger berücksichtigen.

pg

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