Bezirksausschuss befürchtet weitere Planungen

Geothermieanlage der Stadtwerke am Michaelibad geplant

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Die Kesselluken im Heizkraftwerk Nord werden voraussichtlich wohl noch bis zum Jahr 2028 in Betrieb sein.

Laut Bürgerentscheid sollte der Kohleblock im Heizkraftwerk Nord 2022 abgeschaltet werden. Doch das geht laut TÜV-Gutachten aus rechtlichen Gründen nicht. Bis 2028 soll der Betrieb nun weiterlaufen, doch die Stadtwerke planen angeblich weiterhin an der Geothermienanlage am Michaelibad — sehr zum Unwillen des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach.

Neuperlach — Ein Gutachten des TÜV Süd bestätigt die „Systemrelevanz“ des Heizkraftwerks Nord/Block 2 (HKW) für die Wärmeversorgung in München. Konkret bedeutet dies, das die nach dem Bürgerentscheid für 2022 geforderte Schließung nicht möglich ist. Daraus ergibt sich eine längere Laufzeit des HKW – wohl bis zum Jahr 2028.

Nach Informationen des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach hindert dies die Stadtwerke München (SWM) allerdings nicht, ihre Planungen für die umstrittene Geothermieanlage beim Michaelibad „weiter zu konkretisieren“, wie CSU-Fraktionssprecher Simon Soukup erklärte. Und das wirft Fragen auf. Fragen, die der Bezirksausschuss gerne möglichst bald beantwortet hätte.

So etwa, welche Planungen und konkreten Standorte für die Realisierung von Geothermieanlagen als Ersatz für das HKW Nord im gesamten Stadtgebiet noch aktuell sind. Aber auch, welche konkreten Planungen die Stadtwerke am Standort Parkplatz Michaelibad beziehungsweise auf dem Grundstück des Schwimmbads noch verfolgen. Und schließlich, welche Notwendigkeit für eine Geothermieanlage im 16. Stadtbezirk nach dem Gutachten des TÜV überhaupt noch besteht.

Für den Fall, dass die Stadtwerke ihre Geothermieplanungen am Michaelibad tatsächlich fortsetzen, fordert Bezirksausschuss, umgehend in diese eingebunden zu werden.

Die ursprünglichen Pläne der Stadtwerke hatten vorgesehen, auf dem Gelände ein Gasheizwerk mit zwei Kesseln zu bauen. Das Gebäude sollte etwa 17 Meter breit und zehn Meter hoch werden. Noch höher wären die beiden separaten Stahlkamine gewesen, Sie hätten 30 bis 40 Meter in den Himmel über Perlach geragt. Ein Extra-Wärmespeicher hätte die Anlage vervollständigt — übrigens laut Stadtwerken in „idealer Lage“, da man gleich in zwei Fernwärmenetze – Perlach sowie Ramersdorf/Berg am Laim – einspeisen könnte. Einen weiteren Vorzug sahen die Stadtwerke bei ihren ursprünglichen Planungen darin, dass sich das Heizwerk zu einem späteren Zeitpunkt mit Geothermie kombinieren ließe.

Doch mit ihren Planungen stießen die Stadtwerke von Anfang an auf Widerspruch. Von einer „Verschandelung des Stadtteils“ war bei der Vorstellung des Projekts die Rede. Auch wurde darauf hingewiesen, dass der Parkplatz des Michaelibads Teil des Ostpark-Bebauungsplans sei. Dieser sei darin als „Grünfläche“ festgelegt. Für die Heizwerk-Pläne sei also eine Bebauungsplan-Änderung erfordere, die normalerweise mehrere Jahre dauere. Kritisiert wurde auch, dass Parkplätze für den Ostpark und das Michaelibad wegfallen würden, die aber gerade im Sommer dringend brauchen würde. 

fit

Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Übersicht.

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