Wärme aus dem Schoß von Mutter Erde

Geothermie-Projekt der Stadtwerke am Michaelibad

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Der BA Ramersdorf-Perlach beschäftigt sich derzeit intensiv mit dem Thema Geothermie. Dabei ist auch eine Besichtigung der Anlage in Riem geplant.

Die Stadtwerke München (SWM) sind intensiv auf der Suche nach geeigneten Geothermie-Standorten in der Landeshauptstadt. Besonders im Fokus steht dabei das Michaelibad.

Neuperlach – Im Großraum München sind die geologischen Voraussetzungen für die Nutzung der Erdwärme – Geothermie – so gut wie in kaum einer anderen Region Deutschlands. Deshalb sehen sich die SWM als Vorreiter bei der Tiefen Geothermie. Sie betreiben aktuell fünf Geothermieanlagen in München und in der Region. Im Rahmen ihrer Ausbauoffensive Erneuerbare Energien wollen die SWM die erneuerbaren Energien ganzheitlich ausbauen, im Strom- wie auch im Wärmebereich. Ihr Ziel ist es, München zur ersten deutschen Großstadt zu machen, in der die Fernwärme zu 100 Prozent CO2-neutral gewonnen wird. Den wesentlichen Beitrag dabei soll die Geothermie liefern.

Der Südosten der Stadt gilt nämlich als besonders geeignet für Geothermie. Das Wasser im Untergrund ist hier besonders heiß. Und das bedeutet, besonders effizient für die Wärmegewinnung. Weitere Kriterien bei der Standortauswahl sind die räumlichen Gegebenheiten und eine gute Einbindung in das Münchner Fernwärmenetz. Dies alles sehen die Stadtwerke beim Michaelibad gegeben- Zudem das Gelände auch noch im Besitz der SWM ist.

Über die Planungen informierten die Stadtwerke jetzt den Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach in einem „intensiven Gespräch“, wie Wolfgang Thalmeir, Vorsitzender des Unterausschusses für Bauvorhaben, Stadtplanung und Bürgerbeteiligung, das Gremium informierte. Zwei Jahre solle die Bauphase dauern, für die „belastende und lärmintensive Baustelle“ sei während dieser Zeit eine „große Baufläche“ erforderlich. Nach Abschluss der Bauarbeiten gehe von dem Geothermieprojekt allerdings keine Belastung mehr aus, so Thalmeir weiter.

Allerdings bezweifelte er, ob das Michaelibad tatsächlich der richtige Standort sei. Er könne sich durchaus andere Stellen im Stadtbezirk vorstellen. Die möchte der Bezirksausschuss im weiteren Verfahren auch einbringen. Doch zunächst will das Gremium sein „Geothermie-Wissen“ erweitern. Noch im März ist eine Besichtigung der Geothermie-Baustelle an der Schäftlarnstraße grplant. Dort errichten die Stadtwerke derzeit auf dem Gelände des ehemaligen Haizkraftwerks Süd die stärkste Geothermieanlage Münchens – und die bislang größte Geothermieanlage Deutschlands. Mit einer Leistung von 50 Megawatt und mehr soll sie ab dem Jahr 2020 Ökowärme für mindestens 80.000 Münchner liefern.

Die Bohrungen – rund um die Uhr – dort gehen in eine Tiefe von rund 3000 Metern. Ähnlich würde es am Michaelibad ablaufen. Und so erhoffen sich die BA-Mitglieder Informationen aus erster Hand, wie belastend die Arbeiten tatsächlich werden könnten. Aber auch über das „Endergebnis“ wollen sie sich kundig machen – bei einem Besuch der bereits seit vielen Jahren bestehenden Geothermieanlage in Riem. Die soll im April stattfinden, so dass dann im Mai der neu gewählte Bezirks-

ausschuss umfassend über das Projekt informiert ist und das weitere Vorgehen bestimmen kann.

Zweifel daran, dass alles so glatt abläuft, äußerte allerdings BA-Vorsitzender Thomas Kauer. Er habe kein großes Vertrauen in die Stadtwerke, erklärte der CSU-Politiker. Bei den SWM hätten Projekte schon oft „besser ausgeschaut, als sie in Wirklichkeit waren“. Doch unabhängig davon sei es unbedingt erforderlich, dass die Stadtwerke „endlich einmal“ die Bevölkerung über das Geothermieprojekt am Michaelibad informieren würden. 

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