Problem mit Vögeln am Karl-Preis-Platz

Gegen Krähen in Ramersdorf ist nichts auszurichten – Antwort der Referate an den Bezirksausschuss 

Damit sich Krähen in der Stadt nicht zu stark vermehren, sollten sie auf keinen Fall gefüttert werden (Symbolbild).
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Damit sich Krähen in der Stadt nicht zu stark vermehren, sollten sie auf keinen Fall gefüttert werden (Symbolbild).

In Ramersdorf fühlen sich die Anwohner von Krähen belästigt oder sogar bedroht (HALLO berichtete). Der Bezirksausschuss nahm sich des Problems an. Doch das ist wohl nicht so einfach zu lösen, wie gehofft.

Ramersdorf – Angriffe von schwarzen, nicht gerade kleinen Vögeln auf Menschen: Das erinnert an einen Horrorfilm. Viele Anwohner und Passanten am Karl-Preis-Platz in Ramersdorf fühlen sich von der dort lebenden Krähenpopulation bedroht (HALLO berichtete). Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA) nahm sich des Problems an und meldete es der Stadt mit der Frage danach, wie die Krähen von dem Platz vertreiben werden könnten. Nun kam die Antwort vom Kreisverwaltungsreferat der Landehauptstadt (KVR).

Für die Rückmeldung wurden keine Mühen gescheut: Die Untere Jadgbehörde (KVR), die Untere Naturschutzbehörde (Referat für Stadtplanung und Bauordnung), das Baureferat (Abteilung Garteinbau), die Gewofag sowie ein Jäger und ein Falkner wurden für die Stellungsnahme zu Rate gezogen. Die Antwort ist eindeutig: Die Stadt sieht keine Möglichkeit, das Problem zu lösen.

Die Bejagung der Krähen mit Schusswaffen könne in diesem Fall nicht angewandt werden, heißt es in dem Antwortschreiben. Saatkrähen seien besonders geschützte Arten und der größte Teil des Stadtgebiets, auch der Karl-Preis-Platz, sei ein jagdrechtlich befriedeter Bezirk.

Auch die Idee eines Fallenfangs würde nicht funktionieren, schreibt das KVR. „Erfahrungsgemäß sind Krähen zu intelligent, als dass der Fang mit der Lebendfalle erfolgreich ist.“ Abgesehen davon sei der Karl-Preis-Platz aufgrund seiner Lage nicht geeignet, Lebendfallen anzuwenden. „Im öffentlichen Raum ist die Gefahr groß, dass Lebendfallen entweder zerstört oder entwendet werden, weshalb es sich als schwierig gestalten dürfte, einen Jäger zu finden, welcher entsprechende Fallen zur Verfügung stellt.“

Der Entnahme von Gelegen, was auch Thema bei der Besprechung des Antrages des BAs im Gremium gewesen war, erklärt das KVR ebenfalls eine Absage: „Beide Krähenarten dürfen währende der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten nicht erheblich gestört werden. Eine Entnahme, Beschädigung oder Zerstörung von Gelegen im größeren Umfang ist entsprechend verboten. Eine Ausnahmegenehmigung für die Gelegebehandlung ist derzeit nur im Rahmen wissenschaftlicher Studien zulässig beziehungsweise denkbar“.

Das Ausbringen von Futter und Lebensmittel, das viele Krähen wahrscheinlich anlockt, sei ohnehin verboten, teilt das KVR in seinem Schreiben mit. Verstöße werden mit Bußgeldern geahndet.

Das KVR zieht das Fazit, dass das Verscheuchen der Krähen das Problem nicht lösen würde. Stattdessen gebe es die Beobachtung, dass sich die Populationen der Vögel bei Störungen sogar noch verbreite. „Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde, der Hauptabteilung Gartenbau und der Unteren Jagdbehörde ist aus den vorgenannten Gründen derzeit eine nachhaltige Bestandsverringerung beziehungsweise Vergrämung der Krähen rund um den Karl-Preis-Platz sowie im größten Teil des Stadtgebiets München nicht möglich.“ Es sei jedoch darauf zu achten, dass überquellende Mülleimer vermieden werden und die Krähen nicht gefüttert werden sollen.pg

Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Übersicht.

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