Gefilde-Treff muss behindertengerecht sein

Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach pocht auf einen behindertengerechten Zugang für den Nachbarschaftstreff im Gefilde. Die Wohnungsbaugesellschaft sei verpflichtet, ein Geschoss barrierefrei zugänglich zu machen.

„Ausflüchte“ und „Vernebelungstatik“ wirft der Sozialsprecher des Bezirksausschusses 16, Kurt Damaschke (SPD), dem Amt für Wohnen und Migration vor. Stein des Anstoßes ist der Waldperlacher Nachbarschaftstreff im Gefilde. Dort gibt es keinen behindertengerechten Zugang. Das schließe bewusst Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Mütter mit Kinderwägen aus. Der BA hatte deshalb die Barrierefreiheit für den Treffpunkt eingefordert. Kein Interesse Das Amt erklärte jedoch, dass man über den Treff froh sein müsse. Denn es sei die einzige Wohnung, die dafür zur Verfügung gestellt werden konnte. „Das Amt hatte kein Interesse mehr an einem Bewohnertreff und hat deshalb nicht rechtzeitig mit der Wohnungsbaugesellschaft über den zu integrierenden Bewohnertreff verhandelt“, kontert Damaschke verärgert. Der Stadtteilpolitiker ist auch darüber verärgert, dass das Amt die Barrierefreiheit während der Erprobungsphase des Treffs aus Kostengründen nicht für erforderlich hält. Man könne aus den Formulierungen schließen, dass an einer Fortführung des Bewohnertreffs über die genehmigten drei bis vier Jahre hinaus kein besonderes Interesse bestehe, so Damaschke. Falsche Interpretation Er moniert, dass sich die zur Stadt gehörende Wohnungsbaugesellschaft über geltendes Baurecht hinweg gesetzt habe. Denn in einer Wohnanlage mit ausschließlich geförderten Wohnungen sei die Barrierefreiheit in einem Geschoss vorgeschrieben. „Hier ist gemäß Bayerischer Bauordnung öffentliches Interesse vorhanden.“ Das Amt hatte zudem erklärt, dass nicht gebaut werden müsse, was nicht ausdrücklich von der Baubehörde geprüft werde. Für Damaschke eine falsche Interpretation des Baurechts. „Der Bewohnertreff wird gebraucht, in Waldperlach gibt es sonst keine geeigneten anderen Räume.“ Die Stadt solle sich nun entweder nach einem anderen geeigneten Objekt umsehen oder die Barrierefreiheit für den Nachbarschaftstreff im Gefilde finanzieren. Carmen Ick-Dietl

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