Gärtnerplatz öffnet Fundus

Ramersdorf: ein legendärer Kostümverkauf

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Faschingsfans, Laienspieler, Bühnenfans — beim legendären Kostümverkauf im Gärtnerplatztheater kommen alle auf ihre Kosten.

Faschingsnarren, Laienspieler und Bühnenfans aufgepasst! Das Gärtnerplatztheater lädt am Samstag, 23. Januar, von 10 bis 14 Uhr wieder zu seinem legendären Kostümverkauf nach Ramersdorf in die Frankenthaler Straße 23.

Paillettenbesetzte Mieder, elegante Ballkleider, ausgefallene Hüte – alles muss raus! Inge Schäffner, Kostümdirektorin des Münchner Gärtnerplatztheaters, hat rigoros ausgemistet im Fundus. Rund 200 Kostüme und Kostümteile aus verschiedenen Epochen und Vorstellungen der letzten 20 Jahre sind aus den Regalen und von den Stangen geräumt worden. Phantasiekostüme, historische Gewänder, Uniformen, Hüte, Kopfbedeckungen und Accessoires, Barock oder Biedermeier – es ist wirklich alles dabei. Manche Gewänder gibt es in mehrfacher Ausführung, von anderen hängt nur ein einziges Exemplar auf der Stange. Es geht querbeet durch alle abgelaufenen Stücke des Theaters. So sind auch etwa 15 wunderschöne, bestickte Seidenkleider aus der „Manon“-Serie des Gärtnerplatztheaters dabei. „Die sind so aufwändig gearbeitet, in 60 bis 70 Stunden Handarbeit, da lohnt es sich einfach nicht, die umzuarbeiten“, erklärt Schäffner. Deshalb gehen sie jetzt in den Verkauf. Auch wenn dafür auch nicht annähernd der Preis reinkommt, denn die Kleider eigentlich wert sind. „Man kriegt hier sicher keinen Endwert.“

Mieder, Uniformen und Kleider

Zwischen 2 und 180 Euro kosten die Einzelstücke aus dem Theaterfundus, die ausschließlich gegen Barzahlung abgegeben werden. Tut es der Kostümdirektorin nicht leid, die liebevoll und originalgetreu gearbeiteten Unikate aus den Gärtnerplatztheater-Werkstätten so einfach wegzugeben? „Es tut immer weh“, gibt Schäffner zu, „aber man muss sich mental davon lösen.“ Doch beim Anblick der aussortierten Kleider kommt sie regelrecht ins Schwärmen. „Das sind Teile aus der Musicalproduktion ,Kifferwahn‘ mit übertrieben breiten Ärmeln und Manschetten, Karomustern und Seidenbrokat.“ Auch die Unterröcke mit Reifen und Mieder mit Stäbchen sind aufwändig – „wer macht denn das heute noch so?“

Gleich daneben hängen Uniformen aus knallrotem Samt, mit weißem Kunstpelz und Goldbesatz. „Dieses Jahr haben wir viel für Männer dabei.“ Mit den Uniformen könnte man eine ganze Garde einkleiden. Es gibt für jeden was, verspricht die Kostümdirektorin. Auch wenn die Kostüme den Sängern und Tänzern auf den Leib geschneidert wurden. Aber zum Beispiel im Chor seien die Größen bunt gemischt. „Von Größe 36 bis 53, schlank, füllig, groß und klein.“

Lange Schlangen

Unter den Interessenten sind neben Einzelpersonen auch Faschings- und Laienspielgruppen, Gothic-Fans oder Theaterfans, weiß Schäffner aus früheren Kostümverkäufen. Die Schlangen sind groß, wenn um 10 Uhr an der Frankenthaler Straße 23 (zwischen Giesinger Bahnhof und Mittlerem Ring) die Türen von Foyer und Chorsaal für den Verkauf aufgehen. Wegen des erwartungsgemäß großen Andrangs werden ab 8 Uhr Wartemarken ausgegeben, die die Reihenfolge des Einlasses regeln sollen. Beim Run auf die Kostüme wünscht sich Schäffner manchmal ein wenig mehr Respekt vor der Arbeit der Kostümbildner und dem Wert der Sachen. Trotzdem wird verkauft. „Für 13 Premieren muss neu produziert werden, da müssen wir einfach Platz schaffen.“

Carmen Ick-Dietl

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