Bebauung am Hanns-Seidel-Platz – Das ewige Provisorium

Freie Wähler fordern Sachstandsbericht

Aufklärung über den Sachstand zur Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes verlangen die Stadträte der Freien Wähler von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Sie fordern eine rasche Bauplanung für das Neuperlacher Zentrum. Anlass für die Anfrage ist der HALLO-Artikel von vergangener Woche.

Bereits vor gut zehn Jahren habe der Oberbürgermeister bei einer Veranstaltung im Neuperlacher Einkaufszentrum versprochen, dass noch in seiner Amtszeit die geplante Neugestaltung und Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes in Neuperlach abgeschlossen werde, erinnert sich der Waldperlacher Stadtrat Johann Altmann (Freie Wähler). „Passiert ist bis heute nicht viel.“ Noch immer würden ein Provisorium und kahle Flächen das Stadtteilzentrum von Neuperlach dominieren. 

Im HALLO musste Altmann vergangene Woche dann lesen, dass selbst der Abteilungsleiter für kulturelle Infrastruktur im Kulturreferat, Ottmar Treß, das Projekt als „unendliche Geschichte“ bezeichnet. Und dass es bislang noch nicht einmal gültiges Baurecht und einen Bebauungsplan für den Hanns-Seidel-Platz gibt. 

Verärgerung bei Altmann und seiner Kollegin Ursula Sabathil. Die beiden Freie-Wähler-Stadträte verlangen nun umfassende Aufklärung vom Oberbürgermeister über die Ursachen. Zudem wollen sie wissen, welche Ausschreibungen im Zusammenhang mit dem Hanns-Seidel-Platz es bis heute gegeben hat und welche Kosten dies bisher verursacht hat. 

Denn Altmann verwundert es schon sehr, dass noch einmal ein so genannter Realisierungswettbewerb durchgeführt werden soll. „Obwohl es meines Wissens nach bereits seit März 2010 einen prämierten und überarbeiteten Entwurf aus einem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb gibt.“ 

Doch hier hat der Stadtrat in seinem Ärger offenbar etwas missverstanden. Denn der eventuell noch nötige Realisierungswettbewerb bezieht sich nur auf das geplante Bürger-Kultur-Zentrum. So hatte es Treß in der Bezirksausschuss-Sitzung gesagt und so hatte HALLO es auch geschrieben. Der von Altmann angesprochene Wettbewerb aus dem Jahr 2010 hatte sich mit der kompletten Platzsituation auseinandergesetzt. 

Weitere Fragen der Stadträte: Wie lange kann man das als Provisorium erstellte derzeitige Bürgerhaus noch betreiben und unterhalten? Mit welchen Kosten ist hierbei, vor allem für den Weiterbetrieb, zu rechnen? In welchem konkreten zeitlichen Rahmen will die Stadt das Vorhaben Neugestaltung und Bebauung Hanns-Seidel-Platz vortreiben? 

Baumaßnahmen, die primär den Bürgern zugute kommen sollen, würden in München Jahrzehnte bis zur Umsetzung benötigen, schimpft Sabathil. Gewinnträchtige kommerzielle Bauvorhaben hingegen könnten in München jedoch immer schnell umgesetzt werden. „Wir verlangen daher von der Landeshauptstadt München rasche Aufklärung zum Sachstand bei diesem Vorhaben und besonders eine beschleunigte Umsetzung.“

Eine Frage geht ganz persönlich an Oberbürgermeister Christian Ude: „Wie stehen Sie heute zu der Aussage, dass noch in Ihrer Amtszeit die geplante Neugestaltung und Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes in Neuperlach abgeschlossen würde?“

Carmen Ick-Dietl

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