Festring: 25 Jahre Liebe zu Perlach

Beim legendären Festzug 1990 war auch „Die Perlacher Schule“ mit der Zugnummer 59 und Adolf Hackenberg dabei. Foto: Festring

25 Jahre Liebe zu Perlach – unter diesem Motto steht das Jubiläum des Festrings Perlach, das am 9. Juli gefeiert wird. Hervorgegangen ist der Heimatpflegeverein, dessen Veranstaltungen auf dem Pfanzeltplatz das Stadtviertel lebendig und lebenswert machen, aus einem viel größerem Jahrestag, dem 1200. Geburtstag Perlachs.

Der Stadtteilgeburtstag im Jahr 1990 gab den Ausschlag für die Gründung des Vereins. Zehn Mitglieder des damaligen Festausschusses beriefen 1986 eine Gründungsversammlung ein, um den Festring Perlach zu gründen. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Knaier, Paul Ballauf wurde zum Stellvertreter gewählt. Die Liste der Gründungsmitglieder liest sich wie das „Who is Who“ von Perlach: Adolf Hackenberg, Barbara Ecker, Georg Mooseder, Gerhard Hock, Eduard Wagmüller, Joseph Schmidt, Artur Weig, Josef Wolfram, Rainer Dillmann und andere. Alles engagierte und im Viertel gut bekannte Perlacher. 1200-Jahr-Feier Nach der Gründung stand zuerst einmal die Ausrichtung der Festwoche im Rahmen des 1200-jährigen Jubiläums im Vordergrund. Mit Vorträgen, Führungen und zahlreichen Veranstaltungen führte der Festring die Bevölkerung Richtung Höhepunkt. Daneben organisierte man auch die Jubiläumsveranstaltung mit Ausstellungen zur Geschichte Perlachs, einer Freilichtaufführung und dem Festakt samt einem historischen Umzug, zu dem rund 40.000 Zuschauer kamen. Vor allem Letzteres war ein großartiges Ereignis, von dem bis heute in Perlach geschwärmt wird. Ideenfülle Auch wenn der Festring zunächst nur zur Ausrichtung der Jubiläumsfeierlichkeiten gegründet worden war, der große Erfolg und die Fülle an Ideen für eine anschließende Heimatpflegearbeit motivierten so stark, dass sich die Mitglieder für ein Weiterbestehen des Vereins entschieden. Der Vereinszweck lässt sich gut am Leitmotiv des Festrings ablesen: „Perlach hat Tradition und lebt. Zum einen die Darstellung von Geschichte und Kultur Perlachs in Veröffentlichungen und Veranstaltungen, zum anderen die Förderung der Stadtteilentwicklung in Perlach.“ Geschichtsbrunnen Ein Beitrag zu Geschichte und Kultur ist der Geschichtsbrunnen am Pfanzeltplatz, der nur ein Jahr nach dem Kraftakt fürs Jubiläum eingeweiht wurde. Auch er geht auf eine Initiative des Festrings unter seinem „Brunnensprecher“ Paul Ballauf zurück. Zusammen mit Umgestaltung des Ortskerns wurde der Pfanzeltplatz so zum „schönsten Dorfplatz von München“, wie der inzwischen verstorbene Festring-Vorsitzende Joseph Schmidt stets betonte. Heimatbücher In den folgenden Jahren erhielt das große Heimatbuch, zum Stadtvierteljubiläum von den beiden Geschichtsforschern Mooseder und Hackenberg herausgegeben, eine Fortsetzung, außerdem gab es geschichtliche Themenhefte beispielsweise zum Hachinger Bach oder zum Perlacher Maibaum. Der Festring beschaffte neue Schilder für den Maibaum, organisierte 1996 eine Festwoche auf der Böglwiese, eröffnete 1999 einen Naturlehrpfad mit grünem Klassenzimmer am Hachinger Bach und stattete 69 ortsgeschichtlich relevante Perlacher Gebäude mit erklärenden Schildern aus. Heimatarchiv Höhepunkt der Vereinstätigkeit war die Gründung des Perlacher Heimatarchivs an der Sebastian-Bauer-Straße 25. Es enthält neben Dauerausstellungen eine unglaubliche Vielzahl an Bildern und Dokumenten zur Stadtteilgeschichte. Über 6000 Bilder sind dort zur Zeit in einer Bilddatenbank erfasst. Viele Jahre hatte sich der Verein um einen Standort für dieses Archiv bemüht, hatte in diesem Zusammenhang vergeblich für den Erhalt des alten Mohrhofes an der Ottobrunner Straße gekämpft. Letztlich war es Festring-Gründungsmitglied Wolfram, der die Umsetzung dieser Idee auf seinem Anwesen ermöglichte. Engagement Aber es ist eben nicht nur der Rückblick auf die Historie, die den Verein ausmacht. Es ist auch das ehrenamtliche Engagement für einen lebendigen Stadtteil. Das drückt sich ganz besonders im zweiten Motto des Festrings aus: I mog Perlach. Das Faschingstreiben am Pfanzeltplatz, die Kirta, der Starkbieranstich in der Forschungsbrauerei, der Kinder- und Jugendhoagartn, die Krippenausstellung während des Christkindlmarktes – Veranstaltungen, die inzwischen zu festen Terminen im Jahresablauf der Perlacher geworden sind. Der Festring betreibt damit lebendige Brauchtumspflege inmitten der Großstadt München. Und er ist nach nur 25 Jahren eine fest verankerte Institution nicht nur in Perlach, sondern im gesamten 16. Stadtbezirk geworden. Hinter all diesen Aktionen steht ein überaus starkes ehrenamtliches Engagement der Mitglieder. Allein dieser Einsatz macht die Arbeit des Festrings erst möglich. Denn der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden, die Beiträge seiner inzwischen über 400 Mitglieder und die Erträge aus Vereinsveranstaltungen. Geführt wird der Festring Perlach derzeit von Manfred Westner. 2005 trat er in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Joseph Schmidt, der den Verein zwölf Jahre lang leitete und dessen Name aufgrund seiner Aktivitäten als Vorstand aufs Engste mit der jüngeren Geschichte Perlachs verbunden ist. Carmen Ick-Dietl Festprogramm 25 Jahre Festring Perlach Mit folgendem Programm feiert der Festring Perlach am Samstag, 9. Juli, sein 25-jähriges Bestehen: 10 Uhr: Gottesdienst in St. Michael Perlach mit dem Perlacher Dreigsang und dem Quartett Blasorchester. 11 Uhr: Festakt im Saal Gasthaus zur Post Veranstaltung für Mitglieder und Ehrengäste (Anmeldung erforderlich). 13 bis 17 Uhr: Offene Tür Perlacher Heimatarchiv. Eintritt frei, ab 14 Uhr zu jeder halben Stunde Führung. Ab 15 Uhr: Grillfest im Hof der Gaststätte zur Post. 16 Uhr: Marionettenspiel Blasorchester im Gemeindesaal St. Paulus. Ab 17 Uhr: Elvira’s Salon Elvira Peris, Sebastian-Bauer-Straße 12, Kinderschminken, Fantasiefrisuren für Damen (im Salon). 18 bis 24 Uhr: Lampion-Lichterabend an der Sebastian-Bauer-Straße 1. 18 bis 22 Uhr: Beim Saliter, Sebastian-Bauer-Straße 14, Blasorchester und Jugendblasorchester St. Michael Perlach. Städtische Kindertagesstätte, Sebastian-Bauer-Straße 22, Kinder malen, Dekoration am Zaun. Festring Perlach: Diaschau bei Dunkelheit (Hauswand bzw. Schaufenster). St. Paulus: ab 14 Uhr Flohmarkt, 16 Uhr Kirchenführung, 17 Uhr Kirchenführung, 17.30 Uhr Orgelvesper, 22.15 Uhr Andacht in St. Paulus. Gaststätte Perlacher Hof, Sebastian-Bauer-Straße 13, ab 17 Uhr Cocktail-Bar im Biergarten, ab 18 Uhr Unterbiberger Hofmusik.

Auch interessant:

Kommentare