Fernwärmenetz soll deutlich ausgebaut werden

Fernwärmenetz soll deutlich ausgebaut werden.

Die Stadtwerke München (SWM) planen, die Fernwärmeversorgung bis 2040 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu decken.

Heute zählt das Münchner Fernwärmenetz mit rund 800 Kilometern Länge zu einem der größten Europas. Im Bundes- sowie im EU-Durchschnitt liegt der KWK-Anteil der Stromproduktion bei 12 Prozent. Die SWM hingegen erzeugen rund 70 Prozent des Stroms für München in KWK-Anlagen. Und die SWM treiben den Fernwärmeausbau massiv voran. Im Jahr 2009 haben sie hierzu ein Ausbauprogramm (Investitionsvolumen 200 Millionen Euro) gestartet. Insgesamt rechnen die SWM in den nächsten zehn Jahren mit einem Neuanschlusswert von 700 Megawatt. Das entspricht einem Zuwachs von rund 25 Prozent. Damit könnten etwa weitere 140.000 Münchner Wohnungen) mit der umweltschonenden Energie versorgt und rund 300.000 Tonnen CO² eingespart werden. Dieses ehrgeizige Ziel soll vor allem durch eine Verdichtung in bestehenden Fernwärmegebieten und durch die Erschließung von weiteren Stadtvierteln mit dichter Bebauung erreicht werden. Ein Meilenstein dieser Fernwärme-Ausbauoffensive ist die Erschließung des Gebiets „München West“. Darüber hinaus werden auch Kunden in Friedenheim, Thalkirchen und Ramersdorf/Berg am Laim in den Genuss der umweltschonenden M-Fernwärme kommen. In all diesen Gebieten ist die Kundennachfrage besonders hoch, unter anderem von der Wohnungswirtschaft, Schulen, Industrie und Gewerbe. Regenerative Energie Bis 2040 soll München zudem die erste deutsche Großstadt werden, in der Fernwärme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Um diese ambitionierte Vision zu realisieren, setzen die SWM in den nächsten Jahrzehnten in erster Linie auf die weitere Erschließung der Erdwärme. Geothermieschatz München und das südliche Umland sind dank ihrer günstigen Lage im bayerischen Molassebecken privilegiert für die Nutzung der hydrothermalen Geothermie. Hier sind die Voraussetzungen so gut wie in nahezu keiner anderen Region Deutschlands: Unter der Erdoberfläche befindet sich in einer Tiefe von 2000 bis über 3000 Metern ein riesiger Vorrat an umweltfreundlicher Energie - ein Heißwasservorkommen mit Temperaturen von 80 bis zu über 140 Grad Celsius. Die Wärme aus diesem Thermalwasser lässt sich optimal zum Heizen nutzen, bei hoher Temperatur auch zur Stromgewinnung. SWM bundesweit Vorreiter Die SWM sind einer der führenden deutschen Experten für Fernwärme und Tiefengeothermie und verfügen über jahrelange Erfahrung. Mit ihrem Geothermie-Pilotprojekt Riem übernahmen sie eine Vorreiterrolle und schufen ein vielbesichtigtes Vorbildprojekt. Die Anlage ging 2004 in Betrieb. Seither nutzen die SWM die Geothermie zur Wärmeversorgung der Messestadt Riem. Mit dem über 90 Grad heißen Wasser aus 3000 Metern Tiefe decken die SWM den Wärmebedarf der Messestadt und zukünftig auch der Neuen Messe München (mit Ausnahme der Spitzenlast).

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