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Ein Liebeslied an das Leben

Die fabelhafte Welt der Amélie — das Musical im Werksviertel in Berg am Laim

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Auch Collien Ulmen-Fernandes (r.) besuchte Amélie (Sandra Leitner) zur 100. Vorstellung.

Das Musical zum Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ feierte am vergangenen Mittwoch die 100. Show mit prominenten Gästen. Noch bis zum Herbst ist das Musical im Werksviertel zu sehen.

„Es heißt träume nicht dein Leben sondern lebe deine Träume“, singt Sandra Leitner als Amélie zwischen Kaffeetischen, Tabaktheke und Gartenzwerg und reißt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit. Denn dem Musical gelingt es vor allem, die Fokussierung des Films von Jean-Pierre Jeunet auf die Emotionen der Charaktere und die weitreichende Fantasie der Hauptfigur Amélie darzustellen. Generell orientiert sich das Musical sehr stark am Film und erzählt ihn ausführlich Szene für Szene. Dabei werden jedoch auch Figuren zum Leben erweckt, die im Film stiller sind. So wie Amélies Goldfisch, ihr einziger Freund in der Kindheit oder der Gartenzwerg ihres Vaters, der auf Reisen geht und in der Musical-Umsetzung die Zuschauer mit seiner Party-Wut erheitert. Gleichzeitig haben die Schauspieler keine Angst, auch in passenden Momenten zu schweigen und eine Stimmung zu erzeugen, die man so wohl nur während einer live-Performance enstehen lassen kann.

Das Musical ist kein Stück, um sich eben mal berieseln zu lassen, die Zuschauenden müssen mitdenken. Auch die doch nicht ganz so gemütlichen Sitze des Theaters im WERK7 lassen keine allzu passive Körperhaltung zu. Das Mitfühlen geschieht von ganz alleine. Und so bringt das Musical die Botschaft der Geschichte von Amélie gleich auf zwei Ebenen rüber: Aktives Teilnehmen und Erleben, die Gestaltung des eigenen Lebens sollten für jeden erstrebenswert sein. 

Auch musikalisch überzeugt das Stück. Denn die Musiker, die die ganze Zeit über der Bühne zu sehen sind, machen aus ihrer Leidenschaft für das, was sie tun, kein Geheimnis. Da schwingt der Pianist seine Arme zur Musik in den Himmel und dirigiert, wenn er gerade einmal die Hände frei hat. Die Darsteller sind in ihrer Rolle überzeugend, sodass es am Ende wie eine Überraschung erscheint, dass es doch nur so wenige sind, die so viele Rollen nacheinander einnehmen. Je nachdem, wo die Zuschauer sitzen, werden sie auch in das Spiel eingebunden. Das jedoch nie zu aufdringlich, weshalb sich auch schüchterne Gemüter keine Sorgen machen müssen.

„Die fabelhafte Welt der Amélie — das Musical“ setzt ein Liebeslied ans Leben um. Und in diesem Charakter passt es durchaus sehr gut zum Werksviertel, in dem das Theater WERK7 steht: Etwas Anderes machen, als im Rest der Stadt und etwas Neues machen, aber das Bestehende integrieren. So wie Amélie, die sich weiterentwickelt und trotzdem so quirlig und verträumt bleibt, wie sie es seit Kindertagen ist.

pg

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