Vom einfachen SB-Warenhaus zum pep

Seinen 30. Geburtstag feiert das pep mit Festwochen, die vom 30. September bis 15. Oktober dauern. Foto: Charly D

Das Einkaufscenter Neuperlach, kurz pep genannt, feiert Geburtstag. Ende des Monats gibt’s eine große Feier zum 30. Jubiläum. Was 1980 mit einem kleinen Selbstbedienungs-Warenhaus angefangen hat, hat sich mittlerweile zu einem der umsatzstärksten Shoppingcenter Deutschlands entwickelt.

Weil München aus allen Nähten zu platzen drohte, entschied sich die Stadt, auf den Ackerflächen im Osten Münchens eine „Entlastungsstadt“ zu bauen. Im Juni 1968 wurden die ersten Wohnungen in Neuperlach-Nord bezogen. Stück für Stück wurde das riesige Areal von 1000 Hektar bebaut. Ende 1976 liegt die Einwohnerzahl bereits bei 38.000. SB-Warenhaus Im Juni 1978 beginnen die Bauarbeiten für ein Einkaufszentrum. Im Herbst 1980 ist der erste Bauabschnitt des späteren pep fertig. Am 2. Oktober eröffnet das SB-Warenhaus Krone. Ein halbes Jahr später, am 5. März 1981, ist auch der zweite Bauabschnitt fertig gestellt. Die eigentlichen „Perlacher Einkaufs-Passagen“ – daher auch der Name pep – eröffnen ihre Pforten. Übrigens: Auch das gegenüberliegende Postamt und das Eislaufstadion am Ostpark werden in diesem Jahr eingeweiht. Neuperlach wächst weiter. Und auch das pep expandiert. Am 23. November 1989 eröffnet der Erweiterungsbau des Einkaufszentrums an der Thomas-Dehler-Straße mit über 30 weiteren Geschäften, Service-Betrieben und Gastronomie. Glaskuppel Unter der damals größten Glaskuppel Europas! Mit 24 Metern Durchmesser war sie ein architektonisches Meisterwerk. In der Kuppel wurden 17,8 Tonnen Stahl und 530 Quadratmeter Glas verbaut. Zudem diente das „Sahnehäubchen“ auf dem neuen pep-Teil auch einem ganz praktischen Zweck – als Uhr. Die Stützpfeiler unter der Kuppel stehen für die vollen Stunden, die durch den Stand der Sonne und eine spezielle Dachkonstruktion angezeigt werden. Aus den Passagen wird werbeträchtiger das Paradies. Die Abkürzung bleibt. Modernisierung In den Jahren 1993 und 2000 wird das Shoppingzentrum direkt am U-Bahnhof Neuperlach-Zentrum wieder umstrukturiert und erweitert. So erlebt das pep im Oktober 2000 durch umfassende Modernisierungsarbeiten eine große Aufwertung und dehnt sich auf das Parkdeck des alten Parkhauses aus. 120 Fachgeschäfte Inzwischen sind es über 50.000 Quadratmeter mit circa 120 Fachgeschäften. Es ist das größte Münchner Einkaufszentrum hinter dem Olympia-Einkaufszentrum OEZ. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über den gesamten Münchner Osten, zieht aber auch Publikum aus dem gesamten Stadtgebiet an. Betreiber des pep ist das ECE-Projektmanagement, das zum Konzern des Versandhauspioniers Otto gehört. Ursprünglich war aber mal die Neue Heimat Bayern der Besitzer gewesen. 1984 wurde es dann von der Deutschen Grundbesitz-Investment Gesellschaft mbH übernommen, bevor die ECE es später kaufte und zu großem Erfolg führte. Es gehört zu den besucher- und umsatzstärksten Einkaufszentren in Deutschland. Der aktuelle Center-Manager heißt Heinrich Hasselmann. Keine Erweiterung Allzu gerne hätte die ECE, die sich zum europäischen Marktführer auf dem Gebiet innerstädtischer Shopping-Center entwickelt hat, ihr Geschäft in Neuperlach weiter ausgebaut. 2003 gab es deshalb das Angebot, das pep auf dem gegenüber liegenden Hanns-Seidel-Platz um etwa 24.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu erweitern und dem Stadtbezirk im Gegenzug das allseits geforderte Bürgerhaus zu schenken. Für das Planungsreferat wegen der enormen Einzelhandelserweiterung ein recht fragwürdiges Angebot, das am Ende abgelehnt wurde. Geburtstagsfest Das große Geburtstagsfest zum 30-jährigen Bestehen wird vom 30. September bis zum 15. Oktober stattfinden. Zum Auftakt der mit vielen Kunden-Aktionen begleiteten Feierlichkeiten wird es am 30. September einen Empfang für geladene Gäste, darunter auch Oberbürgermeister Christian Ude, geben. Die Kinder dürfen sich am 1. Oktober auf die berühmte Maus aus der „Sendung mit der Maus“ im Center freuen. Carmen Ick-Dietl

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