Ein Dutzend Bauabschnitte und reges Interesse

Die städtische Wohnbaugesellschaft GWG präsentierte ihre Pläne für den zwölften und letzten Berg am Laimer Bauabschnitt der runderneuerten Maikäfersiedlung. Foto: Charly D

Ungewohnt zahlenstarker Aufmarsch der Bürgerinnen und Bürger herrschte bei der letzten Sitzung im Berg am Laimer Bezirksausschuss – gekommen waren die meisten wegen eines eines einzigen Tagesordnungspunktes: Die städtische Wohnbaugesellschaft GWG präsentierte in annähernd personeller Bestbesetzung ihre Pläne für den zwölften und letzten Berg am Laimer Bauabschnitt der runderneuerten Maikäfersiedlung.

Heuer im Herbst werden die Straßenarbeiten für den letzten Bauabschnitt beginnen – im Frühjahr werden die Wohnblöcke entlang der Bad-Schachener-Straße von Hausnummer 117 bis 137 abgerissen und es wird mit dem rund zwei Jahre dauernden Neubau begonnen. Damit bekommt auch der Bereich zwischen dem U-Bahnhof Michaelibad und dem Maikäferpark ein baulich neues Antlitz. In den BA waren die Bürger aber nicht nur gekommen, um sich Baupläne vorsetzen zu lassen und die Details per PowerPointer von der Wand abzulesen – auch reichlich eigene Konzeptbeiträge und Kritik an den Details der Planungen hatten sie im Köcher. Bau-Details Die Details des zwölften Bauabschnittes erklärte der Darmstädter Architekt Florian Krieger im Stadtteilgremium. Er hatte den eigens ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewonnen und war seitens der GWG mit der Konzeptplanung betraut worden. Am Reißbrett entstand das Modell einer künftig zwei- bis viergeschossigen Neubebauung. Die abgestufte Höhenentwicklung soll dabei einen schwierigen städtebaulichen Spagat bewältigen: einerseits soll der Lärm – auch durch Glasaufbauten entlang der niedrigeren Gebäudeeinheiten – von der stark frequentierten Bad-Schachener-Straße aus dem neuen Wohnkonstrukt und der dahinter liegenden, gewachsenen Reihenhaussiedlung herausgehalten werden – andererseits soll auch die Sonnenlichteinstrahlung für die zwischen Neu- und Altbauten gelegenen Höfe durch das Höhen-„Changieren“ gewährleistet sein und auch ausreichend Tageslicht auf die Bestandsbauten abstrahlen. Dazu sollen die Neubauten in der Höhenentwicklung nach hinten „kammartig abfallen“, um den nach hinten liegenden Ruheräumen Seitenlicht zu gönnen. Nutzermix Um den dahinter liegenden Gebäuden und deren Bewohnern „auch am dunkelsten Tag des Jahres noch Lichtfelder zu gönnen“, so Architekt Krieger, habe man seitens der GWG und der Planer auf die volle Ausschöpfung des Baurechts vor Ort verzichtet. Dazu setzt man auf einen Nutzermix: 30 Prozent der Wohnungen werden über den freien Wohnungsmarkt vermittelt – 70 Prozent als geförderter Wohnraum zur Verfügung gestellt. „Gutbürgerliche Klientel mit eher niedrigem Einkommen soll hier einziehen“, erklärte GWB-Finanzgeschäftsführer Hans-Otto Kraus bei der Präsentation. Alle neuen Wohnungen sollen zudem behindertengerecht ausgestaltet sein. Die Wohnungen rund um den Kopfbau am östlichen Ensembleabschluss sollen vor allem auch für Rollstuhlfahrer geeignet modifiziert sein. Bevor der 12. Bauabschnitt beginnt, werden heuer noch der Teilbereich an der Echardinger Straße mit insgesamt 141 Wohnungen und im kommenden Jahr noch Ensembles in der Gögginger- und der Bad-Schachener-Straße mit nochmals 109 Wohnungen fertiggestellt. Anwohnerkritik Während sich die Projektpräsentation der GWG eher wie ein Hochglanzprojekt darstellte, äußerten einige Bürger auch Kritik an den Planungen. „Zu große Verdichtung und eine fragwürdige Architektur“, eine „Zwangsintegrierung“ der angestammten Maikäfersiedler in die neue Struktur, „eine zu große Verschattung der Bestandsgebäude“ mitsamt „fehlendem Schattengutachten“, „Lärm durch einen neuen Spielplatz direkt vor der eigenen Terrasse und „Vandalismus“ vor allem durch Zuzügler“. Früher habe man auf der Terrasse nach Feierabend „noch ein Buch lesen können – das geht jetzt nicht mehr, wir verriegeln zunehmend die Fenster und Türen“, beschrieb ein Anwohner die Situation aus seiner Sicht. GWG-Geschäftsführer Dietmar Bock warb um Geduld. Wie in anderen Stadtteilen werde sich die Situation zwischen alten und neuen Bewohnern einspielen. Ein Brennpunkt sei die Maikäfersiedlung auch nach der Verdichtung nicht – gebe es dennoch Probleme, würden Hausverwaltung und soziale Ansprechpartner eingreifen. Gänzlich arbeitslos dürften sie in der alten, neuen Maikäfersiedlung indes nicht werden – da bot die bloße Projektpräsentation im BA bereits einen Vorgeschmack. Harald Hettich

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