Diverse Möglichkeiten

Die Adresse liegt innerhalb des Mittleren Rings, die Immobilie ist innenstadtnah und dürfte gefragt sein: doch die künftige Nutzung des Terrains der früheren Landwirtschaftsschule an der Berg-am-Laim-Straße 38 ist dieser Tage völlig offen.

Seit die Landwirtschaftsschule vor einigen Jahren ihren Neubau in Riem bezogen hatte, steht das Gebäude leer – das Gelände liegt seit fünf Jahren brach. Im Berg am Laimer Bezirksausschuss kam das Thema jetzt erneut aufs Tableau. Dort wollte man von etwaigen Neubauplänen des Landkreises München auf diesem Flächenstück erfahren haben und natürlich in der Sache mitreden. Beim Landkreis selbst freilich wurden frühere Neubaupläne inzwischen zurückgezogen. Wie Sprecherin Christine Spiegel ausführte, sei aber „mittelfristig“ eine neue Anfrage an die Stadt geplant. Optionen Den Diskussionsstein ins Rollen brachte im Berg am Laimer Bezirksausschuss CSU-Mandatar Anton Spitlbauer sen. Der Bezirksrat und ehemalige Mitarbeiter im Bayerischen Landwirtschaftsministerium ist für gewöhnlich informationstechnisch gut vernetzt. Wie er im BA ausführte, habe er von einem ehemaligen Kollegen im Ministerium erfahren, der Landkreis wolle womöglich auf besagtem Terrain im Umfeld des Technischen Rathauses ein Sozialbürgerhaus errichten. „Fünfstöckig“, wie Spitlbauer betonte. Das Stadtteilgremium ließ derlei Mitteilung hellhörig werden. Vor allem in punkto Verkehr sei diese Örtlichkeit für ein derartiges Vorhaben nicht geeignet. Für Mitarbeiter und Besucher stünden viel zu wenig Parkplätze zur Verfügung, so der BA-Tenor. Zudem sei die Zuwegung schwierig: eine Ausfahrt über die Trausnitzstraße würde den Verkehr nach Ansicht des BA im Quartier stark erhöhen, eine (Tiefgaragen-)Ausfahrt zur umtosten Berg-am-Laim-Straße sei zu gefährlich. Folge: der BA lehnte eine mögliche Änderung des Flächennutzungsplans schon einmal vorsorglich ab. Aktuell ist das Gelände im Flächennutzungsplan als Gebiet für Bildungs- und Erziehungseinrichtungen ausgewiesen. Im Bezirksausschuss kann man sich sehr gut damit arrangieren, dass dies auch so bleibt. „Wir brauchen dringend weitere Kinderbetreuungseinrichtungen im Stadtteil“, unterstrich etwa BA-Chef Josef Koch (SPD). Eine solche Einrichtung, folgerte man im Stadtteilgremium, bedürfe auch keiner aufwändigen Änderung im Flächennutzungsplan. Doch diese Änderung strebt der Landkreis derzeit offenbar ohnehin nicht an. Einen früheren Antrag auf Vorbescheid bei der Stadt habe man längst zurückgezogen, ließ Spiegel verlauten. Ein Sozialbürgerhaus sei in Berg am Laim auch gar nicht geplant, weil dieses gerade am Mariahilfplatz entstehe. Mittelfristig plane man aber eine neuerliche Anfrage an die Stadt – „einfach, um die Möglichkeiten auszuloten, was vor Ort entstehen könnte“, bleibt man beim Landkreis noch im Ungefähren. Interesse an einem Verwaltungsgebäude bestehe grundsätzlich, weil längst nicht alle Dienststellen des Landkreises bislang in eigenen Immobilien untergebracht seien. Doch viele Fragen bleiben offen: zu Verkehr, Parkmöglichkeiten, Zufahrten, aber auch zum Umfang einer neuen Immobilie. Denn die alte Landwirtschaftsschule soll abgerissen werden. Mindestens so lange „nix fix“ ist, bleibt aber doch alles offen. Detaillierte Verkehrsproblemfragen kann der BA also offenbar erst einmal von seiner Tagesordnung streichen – zumindest, was die Berg-am-Laim-Straße 38 betrifft. Harald Hettich

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