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Diskussion über Heizstrahler im Bezirksausschuss Berg am Laim

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Von: Roman Wintz

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Die Flammen eines Heizstrahlers sind bläulich und gelblich zu sehen
Sie spenden wohltuende Wärme und verbrauchen unnötig viel Strom, sogenannte Heizstrahler. © Sebastian Widmann/dpa

Münchner Gastwirte würden gerne weiterhin Heizstrahler verwenden, die mit Ökostrom eingespeist werden. Die Lokalpolitiker aus Berg am Laim sind allerdings anderer Meinung.

Für die Körpertemperatur sind sie ein Segen, für das Klima ein Fluch. Raucher beispielsweise, die bei Wind und Wetter raus vor die Tür müssen oder Besucher im Außenbereich eines Restaurants oder einer Bar profitieren von der angenehmen Wärme der Heizstrahler. In Bezug auf den Stromverbrauch sind sie eher eine Katastrophe – auch wenn sie mit Ökostrom betrieben werden. So sieht das zumindest der Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim.

Grund für die Diskussion in der jüngsten Sitzung war ein gemeinsamer Eilantrag der Münchner Innenstadtwirte, der CityPartner München und des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), der unter anderem an den Stadtrat, den Oberbürgermeister und sämtliche Bezirksausschüsse in München gerichtet war, in dem um eine weitere Nutzung der Heizstrahler mit Ökostrom auf öffentlichen Plätzen der Außengastronomie gebeten wird.

„Angesichts der prekären Lage durch die Corona-Pandemie, gerade für mittelständische Gastronomiebetriebe, sollte man die Ablehnung im Unterausschuss eventuell nochmal überdenken“, so Johann Kott von den Christsozialen. Manuel Weiß (Grüne), Klimaschutzbeauftragter des Gremiums, fügte hinzu: „Es gab und gibt die Corona-Krise. Außerdem gibt es aber noch andere Krisen wie die Klimakrise und die Energieversorgungskrise, bedingt durch den Ukraine-Krieg. Die Versorgung von Heizstrahlern mit Strom ist momentan so ziemlich das Schlechteste, was man mit Ökostrom anstellen kann.“ Man müsse wegkommen von fossilen Brennstoffen und dafür würde der Ökostrom dringend benötigt. Sollte irgendwann einmal was übrigbleiben an Ökostrom, könne man diesen für Heizstrahler verwenden, so Weiß weiter, aber nicht in dieser Mangelsituation.

Auch Daniela Schäfer, Fraktionssprecherin der SPD, stand der Idee wenig gesonnen gegenüber: „Heizstrahler sind umwelt- und energietechnisch gesehen wirklich nicht optimal.“ Es sei auch möglich, mit Jacke und gut eingepackt draußen zu sitzen, dazu bräuchte es keine Heizstrahler. Julian Zieglmaier von den Linken plädierte ebenfalls für eine Ablehnung des Eilantrags, und setzt auf Sitzkissen und Decken – das sei für Gäste deutlich angenehmer, als wenn einem das Ohr durch einen Heizstrahler wegschmelze. Hubert Kragler von den Grünen sagte abschließend: „Die Corona-Krise ist für Gastronomen ohne Frage eine schwierige Zeit, aber ihnen kann meines Erachtens mit zum Beispiel Schanigärten effektiver geholfen werden, als mit Heizstrahlern. Von daher lehne auch ich diesen Antrag ab.“

Am Ende stimmten 14 BA-Mitglieder gegen den Antrag, sechs waren dafür. Auch der Unterausschuss hat, wie von Kott bereits angeführt, Ablehnung empfohlen.

Roman Wintz

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