Wer muss, soll auch können

OB Dieter Reiter stellt Münchner „Toiletten-Offensive“ vor

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Oberbürgermeister Dieter Reiter und Baureferentin Rosemarie Hingerl haben die neuen öffentlichen WCs für München vorgestellt.

Wer muss, der muss. Und soll nun auch können. Die Landeshauptstadt will die Zahl der öffentlichen Toiletten deutlich steigern. Auch in Perlach und Berg am Laim sind neue „Bedürfnis-anstalten“ geplant. Doch die Umsetzung der Pläne dauert.

München – Oberbürgermeister Dieter Reiter persönlich hat die „WC-Initiative“ des Landeshauptstadt vorgestellt. 29 zusätzliche Klohäuschen sollen demnach in den kommenden Jahren errichtet werden – vor allem in Parks und an zen-

tralen Plätzen. Eine deutliche Aufstockung, wie Oberbürgermeister Dieter Reiter jetzt bei einem Pressetermin erklärte. Denn bisher gibt es in München rund 150 öffentliche Toiletten, die meisten davon in U-Bahnstationen, öffentlichen Gebäuden und Friedhöfen. In den städtischen Grünanlagen sind derzeit lediglich 22 Anlagen zu finden.

Auch im Münchner Osten soll die Toiletten-Offensive greifen. In Berg am Laim sind zwei Standorte vorgesehen: Im Ortszentrum sowie am Michaelianger. In Ramersdorf-Perlach sind insgesamt sogar fünf neue Toilettenhäuschen geplant: Im Kustermannpark, an der Wilramstraße, Am Graben, am Theodor-Heuss-Platz sowie Im Gefilde.

Die vollautomatischen Unisex- Toiletten sind behindertengerecht, verfügen über einen aufklappbaren Babywickeltisch, sind ausgestattet mit einem unterfahrbaren Waschbecken, Seifenspender, Handtrockner und Ablage, einem Urinal sowie einer Notrufeinrichtung. Die Kabine reinigt sich nach jedem Toilettengang automatisch – damit auch bei starker Benutzung die Hygiene immer gewährleistet ist, gibt es aber regelmäßige Kontrollen und Reinigung durch Personal. Geplant ist, dass die neuen Toiletten mit diesem Mindeststandard ganzjährig kostenlos benutzbar sein sollen – und zwar täglich von 6 bis 22 Uhr.

Blasenschwäche sollte man angesichts des städtischen Zeitplans allerdings nicht haben. Im kommenden Jahr sollen gerade einmal drei neue „stille Örtchen“ entstehen, in den Folgejahren mindestens fünf. Bis 2026 sollen alle geplanten Toilettenanlagen gebaut sein.

Ein Zeitplan, den Dieter Reiter nicht gerade prickelnd findet. Er möchte die Münchner Toilettenoffensive gerne beschleunigen und ist dafür sogar bereit, die von Baureferentin Rosemarie Hingerl dazu geforderten zusätzlichen Stellen und Mittel zur Verfügung zu stellen.

Dann könnte Münchens Oberbürgermeister vielleicht sogar dem Wunsch seiner Partei-

freunde nachkommen. Denn kurz nachdem Reiter seine Pläne öffentlich vorgestellt hat, hat die SPD-Rathausfraktion eigene Forderungen erhoben. „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, unter Beachtung der diesbezüglichen Kriterien des Baureferates weitere geeignete Standorte für öffentliche WC-Anlagen zu finden und diese dem Stadtrat möglichst rasch vorzuschlagen“, heißt es in einem Antrag der Stadträte Christian Müller, Verena Dietl und Ulrike Boesser. Die SPD-Stadtratsfraktion setze sich seit Jahren für die Steigerung der Qualität sowie den bedarfsgerechten Ausbau der öffentlichen WC-Anlagen ein. „Das hohe Bevölkerungswachstum in München führt dazu, dass es enger in der Stadt wird und auch der Bedarf an öffentlichen Toiletten weiterhin wächst.“ Dies gelte neben den Innenstadtgebieten auch für die dicht besiedelten Stadtquartiere, Parks, Grün-

flächen und Spielplätze. „Viele Münchner wünschen sich mehr ,stille Örtchen‘ in unserer Stadt! Wir meinen, dass dort, wo der Bedarf besteht, es auch das entsprechende Angebot geben sollte“, erklären die drei Stadträte.

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Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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