Täglich grüßt der Bohrer

Details zum Geothermie-Projekt in Ramersdorf-Perlach fehlen

Die Geothermie-Anlage in Freimann
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Die Stadtwerke München setzen bei der Klimawende auf Tiefengeothermie.
  • VonRoman Wintz
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Im Bezirksausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach gibt es noch zu viele offene Fragen an die Stadtwerke zum Geothermie-Projekt. Die Lokalpolitiker fordern auch, die Bürger mehr miteinzubeziehen.

Tief unter der Stadt befindet sich ein riesiger Vorrat an heißem Thermalwasser. Die Voraussetzungen für Geothermie sind in München und der Region also ausgezeichnet. Geothermie oder Erdwärme ist als Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Erdoberfläche. Über Bohrungen wird das heiße Wasser an die Oberfläche gepumpt und über Wärmetauscher geleitet, wobei die dabei entzogene Energie auf ein Fernwärmenetz übertragen wird. Eine Anlage in Riem wurde bereits 2004 in Betrieb genommen und gilt bis heute als Vorbildprojekt.

Die geplante Geothermie-Anlage auf dem Areal des Michaelibads war Thema der jüngsten Sitzung des BA. Im Großen und Ganzen stimmen die Lokalpolitiker dem Vorhaben zu, die Informationen der Stadtwerke sind aber nach Meinung des Gremiums noch sehr dürftig. Es gibt also immer noch erheblichen Aufklärungsbedarf. Nach einem Ortstermin bemängelte Josef Sebald (Grüne) beispielsweise, dass ein konkretes Konzept noch fehle. Bekannt ist, dass die Bauzeit der Anlage ungefähr zweieinhalb Jahre dauert. Dabei soll 24 Stunden, sieben Tage die Woche, an 365 Tagen gearbeitet werden. Wie so oft bei Großbauprojekten ist der Lärmschutz ein zentrales Thema. In diesem Punkt fügte Sebald hinzu: „Es kam der Vorschlag vonseiten der Stadtwerke, statt einer Wand als Lärmschutz entsprechende Fenster bei den Anwohnern einzubauen.“

SPD-Fraktionssprecherin Astrid Schweizer wies diesen Vorschlag prompt zurück: „Ich würde mich gegen die Fenster und für die Wand aussprechen, als eine Fenster-Immer-Offen-Schläferin.“ Zustimmung bekam Schweizer in diesem Punkt von Stephan Clemens (Grüne). „Die Wand sollte zum Schutz der Bäume allerdings nicht zu hoch gezogen werden.“

Auch CSU-Lokalpolitiker Simon Soukup plädierte für einen maximalen Lärmschutz unter Einbeziehung der Anwohner. Rolf-Peter Döll von der FDP untermauerte schließlich die Äußerungen seiner Vorredner: „Fenster sind problematisch. Die Anwohner haben keine Ahnung, wie laut das wird. Ich empfehle als Lärmschutz eine Wand aufzustellen.“

Neben dem Thema Lärm sollen Punkte wie Ausgleich für gefällte Bäume, Bürgerbeteiligung, Alternativen des Standortes und Haftung bei Schäden noch geklärt werden. BA-Chef Thomas Kauer (CSU) sagte zusammenfassend: „Im Vergleich zu sonst sind die Informationen der Stadt anerkennenswert. Mit jedem Treffen kommt aber ein Scheibchen dazu. Aus sechs Bohrlöchern werden dann zum Beispiel acht. Das hinterlässt ein schwieriges Gefühl. Was ich bisher auch überhaupt noch nicht gehört habe ist die Stimme der Bürger. Lärmschutz ist Pflicht, lieber mehr als weniger.“ Das Projekt müsse weiterhin intensiv und kritisch begutachtet werden, so Kauer abschließend.

Roman Wintz

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