Bürgerversammlung unterstützt Historikerin

Historische Mauer soll erhalten werden

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Mit grauer Farbe wurden die roten Ziegel der historischen Mauer an der Josephsburgstraße übermalt.

Den Erhalt der historischen Mauer an der Ecke Baumkirchner-/Josephsburgstraße hat die Berg am Laimer Historikerin Christl Knauer-Nothaft auf der Bürgerversammlung vergangenen Donnerstagabend angemahnt. Der alte, gemauerte Zaun müsse dringend fachgerecht saniert werden.

Die Ziegelsteinmauer samt Aufsatz gehöre zum denkmalgeschützten Ensemble rund um die alte Berg am Laimer Loretokirche, führte Knauer-Nothaft aus, die als Mit-Autorin der beiden Bücher zur Geschichte Berg am Laims und als aktive Denkmalschützerin im Viertel bekannt ist. 1732 habe Kurfürst Clemens August auf dem Areal ein Jagdschlösschen bauen lassen. 1840 ging dies an die Englischen Fräulein, die hier ihr Kloster samt Internat gründeten. Heute ist die Maria-Ward-Schule dort untergebracht. 1851 wurde die Loretokirche daneben gebaut. Beide Gebäude seien nachweislich denkmalgeschützt, so Knauer-Nothaft.

Die Abgrenzung komplettiere das Ensemble. „Die Mauer gehört der Stadt und hat seit langem erhebliche Schäden, auch im Fundament.“ Außerdem seien die typischen Bekrönungen marode und drohten runter zu fallen. 

Fachgerechte Renovierung

Ein Nachbar habe sich offenbar am maroden Anblick gestört und die roten Ziegel nun in Eigeninitiative mit grauer Farbe gestrichen, bedauerte Knauer-Nothaft. Da es eines der letzten denkmalgeschützten Ensembles in Berg am Laim sei, drängt die Historikerin nun auf eine umgehende fachgerechte Renovierung. 

Würde des Orts

Außerdem sollen die fünf Plakattafeln am daneben liegenden Drahtzaun entfernt werden. „Ich wünsche mir, dass die Würde des Orts gewahrt wird.“ Denn dahinter liege der ehemalige Friedhof der Englischen Fräulein. Zudem findet man hier Stationen eines Kreuzweges. Von der Bürgerversammlung gab es die einstimmige Unterstützung für die beiden Anliegen der engagierten Historikerin. 

Die Denkmalschützerin würde sich wünschen, dass die Stadt im Rahmen der Sanierung auch den hässlichen Drahtzaun und die beiden davor liegenden Stromkästen ins Visier nimmt. Schließlich gehe es am Endpunkt der Baumkircher Straße auch um einen städtebaulichen Blickfang. Der künftig nach der Aufwertung der Baumkirchner Straße rund ums Ortszentrum sicher noch mehr ins Bild rücken dürfte. 

Carmen Ick-Dietl

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