Bürgerkreis ist wieder gemeinnützig

Mit 4000 Euro unterstützt der Bürgerkreis Neuperlach die Kinderküche des Neuperlacher Kindertreffs. Foto: privat

Der Bürgerkreis Neuperlach hat seine Gemeinnützigkeit wieder! Wenn auch zunächst nur für die nächsten eineinhalb Jahre, in denen man nun seine gemeinnützige Tätigkeit genau dokumentieren muss. Dabei unterstützt der Bürgerkreis seit über 25 Jahren mit dem Erlös aus seinen Flohmärkten Bedürftige, soziale Einrichtungen und Gruppen im Stadtteil. Bestes Beispiel dafür ist das Projekt Kinderküche in Neuperlach.

Auch wenn „vorläufig“ auf dem Bescheid vom Finanzamt steht, für Elfriede Meichelbeck ist es eine Nachricht zum Feiern. „Lang genug haben wir drum gekämpft“, sagt die Bürgerkreis-Schatzmeisterin. Das Papier bescheinigt dem Bürgerkreis wieder seine Gemeinnützigkeit. Seit dem 1. Januar und noch bis zum 30. Juni 2013. Dokumentation Nach Ablauf dieser Probezeit verlangt das Finanzamt genaue Aufzeichnungen über die gemeinnützige Arbeit des Neuperlacher Vereins. Dabei reicht die Durchführung der Flohmärkte nicht. Denn die gelten offiziell als wirtschaftlicher Zweckbetrieb. Auch dass der Bürgerkreis mit seinen Erlösen diverse soziale Projekte und Einrichtungen sowie Bedürftige im Stadtviertel unterstützt, war für die Finanzbehörde nicht ausreichend. Zu wenig Eigenaktivitäten, lautete die Kritik. Untätigkeit kann man dem Neuperlacher Bürgerkreis jedoch beileibe nicht vorwerfen. Neben der Organisation und Durchführung der regelmäßig Samstag und Sonntag stattfindenden Flohmärkte in Neuperlach veranstalten die rührigen Mitglieder jedes Jahr eine Weihnachtsfeier für bedürftige Familien aus dem Stadtteil. Rund 150 Leute werden hier bewirtet. Man erfahre bei dieser Veranstaltung sehr viel Dankbarkeit. Zudem taucht Meichelbeck alljährlich zu Nikolaus im Kindertreff am Oskar-Maria-Graf-Zentrum mit Überraschungstüten für die Kinder auf. Als zusätzliche Aktivität für den Bürgerkreis werden seit einiger Zeit zwei Kaffeeklatsch-Termine für Senioren durchgeführt. Jeden Monat begeben sich die Bürgerkreis-Aktivisten dafür ins Altenheim St. Michael Perlach und ins Altenheim St. Martin in Giesing. „Die alten Leute sind über diese Zuwendung sehr glücklich“, erzählt Meichelbeck. Soziale Projekte Aber es sind nicht die Einzigen, die sich über Unterstützung aus Neuperlach freuen können. Insgesamt 26.000 Euro hat der Verein vergangenes Jahr für soziale Zwecke ausgegeben. 4000 Euro gingen beispielsweise an das Projekt Kinderküche des Neuperlacher Kindertreffs. Seit gut zehn Jahren wird dort gemeinsam mit den Kindern gekocht. Anfangs nur dienstags, inzwischen bei Bedarf auch zusätzlich am Montag und Donnerstag. „Das entlastet die berufstätigen Familien mit wenig Einkommen“, so Einrichtungsleiterin Helga Hertel. Nicht nur, dass viele Kinder wirklich Hunger hätten, auch sei selbstgekochtes und frisches Essen nicht für alle Kinder selbstverständlich. Neben gesunder Ernährung gehe es auch um Zeit und Zuwendung für die Kinder. Viele Probleme Wegen des sehr kleinen Etats kooperiert die Kinderküche bereits mit der Münchner Tafel und dem Verein „Kinder ohne Hunger“ bezüglich der Lebensmittel. Allerdings gibt es kein Geld für die Ausstattung. Dabei fehlt ein großer Herd, zudem ist die Küche ein Provisorium und nicht kindgerecht eingerichtet. „Wir haben nicht mal einen Geschirrspüler“, sagt Hertel. Die Kochzeile ist so eng, dass nur in Sechser-Gruppen gearbeitet und gegessen werden kann. Bei 20 bis 30 Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren mittlerweile ein Riesenproblem. Sie habe sich gar nicht getraut, beim Bürgerkreis deshalb anzuklopfen, erzählt Hertel. Schatzmeisterin Meichelbeck hat das Dilemma selbst erkannt und den Kindertreff darauf angesprochen. Die gespendeten 4000 Euro des Bürgerkreises Neuperlach bilden jetzt den Grundstock für den dringend notwendigen Umbau der Kinderküche, der Mitte 2012 in Angriff genommen werden soll. Carmen Ick-Dietl

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