Bürgerinformation Haldenseesiedlung

„Weg vom Flachdach!“

+
Beim Planungswettbewerb zur Neubebauung der Haldenseesiedlung dürfen die Bürger mitreden.

Beim Planungswettbewerb zur Neubebauung der Haldensee-Siedlung gehen Stadt und GWG einen ungewöhnlichen Weg: Vor der endgültigen Jury-Entscheidung werden sich die Bürger vor Ort die Vorschläge anschauen und diskutieren können.

Während das Preisgericht aus Fach- und Sachpreisrichtern, also aus Architekten, Planern, Stadtverwaltung, Bauherrn und Stadträten, sonst allein im abgeriegelten Kämmerchen über den besten Entwurf entscheidet, dürfen bei diesem Projekt die Bürger vor der letzten Runde also ein Wörtchen mitreden.

Am 21. Dezember sollen die Entwürfe der Siegeskandidaten öffentlich ausgestellt und bei einer Infoveranstaltung diskutiert werden. Mit den Anregungen und Kritiken aus diesem Termin wird den Architekturteams eine Chance zur Nachbesserung gegeben, bevor dann im Februar die Jury ihr abschließendes Urteil fällt. Letztendlich wird es eine Abwägung aus Wünschen von Nachbarn, Eigentümern, Bezirksausschuss und Stadtplanung sein, zu der noch rechtliche Belange, Brandschutz, Verkehr und vieles mehr hinzu kommt. „Ein ganzes Paket an Aufgaben, die nicht leicht zu lösen sein werden“, erklärte der Geschäftsführer der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft GWG, Hans-Otto Kraus, beim Infoabend vergangene Woche in der Echardinger Einkehr.

Bürger sollen Vertrauen haben

Thomas Kauer (CSU), Vorsitzender des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach, nannte die wichtigsten Eckdaten: Die Neubausiedlung müsse ins Viertel – dazu gehöre auch das gegenüber liegende Berg am Laim – integriert werden, es müssten die Bedürfnisse der Mieter berücksichtigt werden und es müsse wirtschaftlich darstellbar sein. Kurz: „Es muss einfach passen!“

Kauer plädierte aber auch an die Bürger: „Haben Sie Vertrauen!“ Ute Michel-Grömling vom Planungsreferat unterstützte seine Worte. Man bemühe sich darum, „ein eigenständiges Siedlungsgefüge mit eigener Identität“ zu schaffen, das in die bestehenden Strukturen eingebunden werden könne. Einen großen Wunsch der Bürger habe man sich bereits ins Notizbuch geschrieben: „Weg vom Flachdach!“ Am Ende soll das Quartier in Ramersdorf durch eine zeitgemäße Wohnbebauung aufgewertet werden. Aus derzeit 611 Wohnungen aus den 1950er Jahren mit durchschnittlich 39 Quadratmetern sollen 700 moderne und im Schnitt fast doppelt so große Wohnungen werden. Dazu sollen Wohnungen für Senioren und Auszubildende, ein Nachbarschaft- und ein Teenager-Treff, zwei Kindertagesstätten mit je sechs Krippen- und fünf Kindergartengruppen, sowie Arztpraxen und Ladenflächen entstehen. Schwierig wird der Erhalt des alten und reichlich vorhandenen Baumbestands auf dem Areal. Will man die Bäume im Innenhof schützen, muss man die Tiefgarage unter die Randbauten setzen. Aber auch in diesem Bereich stehen zahlreiche hohe Bäume.

Bevor der erste Bagger anrückt, werden aber noch etliche Jahre vergehen. Schneller geht’s hingegen beim ersten Bauabschnitt, der Bad-Schachener-Straße 44-66. Für den mittlerweile vom Stadtrat genehmigten Neubau mit vier Vollgeschossen sieht der Zeitplan laut GWG folgendermaßen aus: 2016 Planung, 2017/18 Baubeginn, 2019/20 Fertigstellung.

Carmen Ick-Dietl

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bangen um das Neuperlacher Kulturhaus beim Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach
Bangen um das Neuperlacher Kulturhaus beim Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach
Zur Sicherheit eine neue Haltestelle – Sicheren Umstieg von Bus zu Tram in Berg am Laim gefordert
Zur Sicherheit eine neue Haltestelle – Sicheren Umstieg von Bus zu Tram in Berg am Laim gefordert

Kommentare