1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. Ramersdorf-Perlach-Berg am Laim

Ganz im Sinne der Anwohner

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Roman Wintz

Kommentare

Einige Mitglieder des Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach sind für Dialog-Displays, einige 
dagegen. Anwohner fühlen sich damit unbestritten sicherer.
Einige Mitglieder des Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach sind für Dialog-Displays, einige dagegen. Anwohner fühlen sich damit unbestritten sicherer. © Julian Stratenschulte/dpa

In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Ramersdorf-Perlach wurde ausführlich über sogenannte Dialog-Displays debattiert. Ob sinnvoll oder nicht, bleibt weiterhin offen.

Ob ein freundliches oder grimmiges Smiley, blinkende Farben in Rot und Grün oder ein simples „Danke“ – Dialog-Displays zur Geschwindigkeitsanzeige im Straßenverkehr dürfte mittlerweile allen bekannt sein. An der Wirkung dieser Hinweisschilder scheiden sich allerdings die Geister.

Bestes Beispiel für eine hitzige Diskussion, ob im Stadtteil nun welche aufgestellt werden sollten oder nicht, bot der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach in der jüngsten Sitzung. Paul Höcherl von den Grünen stellte am Anfang der Diskussion klar, dass es statt der angedachten zwei doch lieber drei Standorte sein sollen. „Sinnvoll wäre es auch, diese Maßnahme nicht nur für Tempo 30 geltende Straßen durchzuführen, sondern auch wo 50 gefahren werden darf.“ Laut Höcherl sei die Wirkung dieser Schilder nämlich bei einer höheren Geschwindigkeit effektiver.

Josef Kress-del Bondio (SPD) fand den Nutzen ernüchternd: „Das einzig wirklich positive ist, dass das Sicherheitsgefühl der Anwohner damit steigt. Ob es sinnvoll ist, dafür so viel Geld auszugeben, ist fraglich.“ CSU-Fraktionssprecher Simon Soukup plädierte auch für drei Schilder. „Rückblickend waren die Maßnahmen für die Pfälzer-Wald-Straße, Weidener Straße und Hofangerstraße geplant“, erklärte Soukup. Dieter Schweizer von SPD monierte wie Parteikollege Kress-del Bondio, dass ein Kosten-Nutzen-Faktor praktisch nicht vorhanden sei. Weiter gab er zu bedenken, wenn das Vorhaben funktioniert, dass alle Anwohner nach Dialog-Displays verlangen würden. „Dann können wir uns vor Anträgen nicht mehr retten“, fügte Schweizer hinzu.

Helena Schwinghammer (SPD) widersprach ihren Vorrednern: „Für das subjektive Sicherheitsgefühl bringt es sehr wohl etwas, es dient als Instrument für die Bürger, dass sie ihre Straße im Blick haben können. Das scheint mir ein großer positiver Faktor.“ Auch der BA-Vorsitzende, Thomas Kauer, versuchte die Angelegenheit einzuordnen: „Es gibt kein flächendeckendes Rasen in dieser Stadt, das zeigen die Rückmeldungen der Polizei.“ Zum anderen würden sich die Bürger aber Maßnahmen wünschen. Kauer hielte es für ein fatales Signal, keine Dialog-Displays aufzustellen. „Man sollte es auch an Tempo 50-Straße mal ausprobieren“, so Kauer weiter.

Die Abstimmung, immer unter dem Vorbehalt, dass überhaupt Dialog-Displays angeschafft werden, hat sich in vier Unterpunkte gegliedert: „Auch an Tempo 50-Straßen?“, „an drei Standorten?“, „Bestellerprinzip oder Anschaffung?“ und eine „Verkehrsdatenerfassung?“ Das Gremium stimmte in allen Punkten zu und entschied sich für das Bestellerprinzip.

Roman Wintz

Weitere Nachrichten finden Sie auch in unserer Übersicht.

Auch interessant

Kommentare