Bezirksausschuss Berg am Laim verärgert

Städtische Radwegekapriolen

Keinen positiven Widerhall im örtlichen Bezirksausschuss finden Pläne des städtischen Kreisverwaltungsreferates (KVR), wichtige Radwegebeziehungen im Viertel zu verändern.

So plant die Behörde, den bestehenden Radweg an der Hansjakobstraße zwischen Baumkirchner- und St.-Veit-Straße zu entfernen. Folge aus Sicht der Stadt: die Zweiradpedaleure sollen künftig zusammen mit motorisierten Verkehrsteilnehmern die Fahrbahn der Tempo-30-Strecke benutzen. Unterstützt vom eigenen Gremium verlangt BA-Chef Robert Kulzer (SPD) vonseiten der Stadt, diese Pläne nicht zu verwirklichen. Wenn der Radweg weichen müsse, sollten die Radler gerade aus Gründen der Sicherheit den Gehweg vor Ort mitbenutzen dürfen.

Auch eine weitere städtische „Drahtesel-Planung“ traf im BA auf Kritik. An der Neumarkter Straße plant das KVR, die Radwegebenutzungspflicht zwischen dem Leuchtenbergring und der Baumkirchner Straße beidseitig aufzuheben. „Schmarrn“ und „viel zu gefährlich“ lautete dem entgegen das Credo im Stadtteilgremium. BA-Chef Kulzer argumentierte, es handele sich hier nicht nur um eine Tempo-50-Trasse – vielmehr sei die Neumarkter Straße mit ihren vielen Aus- und Einfahrtsbeziehungen, regem Verkehrsfluss und einigen unübersichtlichen Streckenteilen für eine derartige gemeinsame Nutzung nicht geeignet. Hier solle es bei der bisherigen Form der Verkehrswegeausgestaltung bleiben. 

Kritik wurde auch mit Blick auf einen weiteren, sensiblen Verkehrs-Bereich laut. Entlang der St.-Veit-Straße zwischen Heinrich-Wieland- und Kreillerstraße will die Stadtbehörde den vorhandenen, abmarkierten Radweg aufgeben und stattdessen einen „Sonderweg“ für Fußgänger und Radler mit dem Zusatz „Radfahrer frei“ ausweisen. „Ich wäre dafür, den Radfahrern ihr angestammtes Terrain und alles beim Alten zu belassen“, meinte Grünen-Mandatar Hubert Kragler. BA-Chef Kulzer sah wie die meisten BA-Mitglieder in dieser Neuerung, künftig den Radlenker selbst entscheiden zu lassen, ob er auf Straße oder Gehweg fahren wolle, „keinen Schaden“.

Harald Hettich

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