Mehr Abstellplätze für Fahrräder und attraktive Unterführungen gefordert

Besseres Radeln in Berg am Laim

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Eine bessere Fahrradinfrastruktur, wie etwa Stellplätze an Knotenpunkten, ist Voraussetzung dafür, dass mehr Menschen auf das Rad umsteigen.

In Berg am Laim lässt es sich vergleichsweise angenehm radeln — zumindest auf den großen Straßen wie Kreillerstraße oder Baumkirchner Straße. Der Bezirks- ausschuss hat aber noch viele Verbesserungsideen.

Berg am Laim — Sicherheit, Parken und gute Verbingungen sind nicht länger nur Themen, mit denen man sich hinsichtlich des Autoverkehrs beschäftigt. Im Zuge der Debatten, wie man dem Klimawandel soweit wie möglich Einhalt gebieten kann, rückt das Fahrrad als Transportmittel immer weiter in den Mittelpunkt. Deshalb hat auch der Bezirksausschuss in Berg am Laim in den vergangenen Monaten vermehrt Anträge gestellt, die sich um die Situation für Fahrradfahrer im Viertel drehen.

Im jüngsten Antrag zum Thema Fahrrad fordern die Grünen mehr Fahrradabstellplätze an der U-Bahnstation Josephsburg. Auch ein Fahrradparkhaus mit Überdachung soll neu geschaffen werden, wenn es nach dem Bezirksausschuss geht. „In Berg am Laim gibt es viel zu wenig Fahrradstellplätze“, kritisiert Hubert Kragler, der Initiator des Antrags. Im Falle der Station Josephsburg sei das Schaffen neuer Plätze nicht kompliziert. „Mit wenig Aufwand kann hier zwischen den beiden verglasten Bauten ein zweistöckiger Fahrradabstellplatz wie am
S-Bahnhof Berg am Laim geschaffen werden“, argumentiert Kragler in seinem Antrag. Die Zufahrt soll dann vorne über den Platz oder von hinten über den Weg entlang des U-Bahn-Aufgangs erfolgen. Alternativ gebe es auch die Möglichkeit, ein Fahrradparkhaus am Westaufgang zu bauen, so Kragler.

Die anderen Parteien begrüßten den Antrag. „Grundsätzlich ist das eine gute Idee“, so CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald. Ergänzt werden solle aber noch, dass es dabei zu keiner zusätzlichen Flächenversiegelung kommen solle und der Baumbestand, etwa bei dem Schaffen der Abstellplätze beim westlichen Aufgang der Station, erhalten bleiben solle.

Vor allem die Kombination von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr macht für Berg am Laimer Bürger Sinn. Von der U-Bahn-Haltestelle Josephsburg bis zum Marienplatz sind es zwar nur etwas mehr als fünf Kilometer, allerdings sind die Fahrradwege in der Innenstadt nicht immer so klar abgetrennt vom Verkehr wie an der Kreillerstraße oder Baumkirchner Straße und oft auch enger als besagte Straßen. Will man ans andere Ende der Stadt, wird der Weg für viele auf dem Rad schnell zu lang, laut Goggle Maps immerhin zwölf Kilometer und 24 Minuten trennen Fahrradfahrer von Josephsburg zum Laimer Platz.

Gefährlich kann es für Radfahrer auch da werden, wo noch gebaut wird. Die Friedenstraße ist besonders im Bereich des Ostbahnhofs und beim Zugang zum Werksviertel eine Gefahrenzone für Fußgänger und Radler. Wegen der erhöhten Unfallgefahr auf der engen Straße initiierte ein Bürgeranliegen im Sommer die Idee, dass die Friedenstraße in der Zeit der Bautätigkeiten als Einbahnstraße ausgewiesen werden könne. Das Kreisverwaltungsreferat lehnte das jedoch ab. Das Werksviertel sei dann nicht mehr ausreichend für den Fahrverkehr, also Pkw und Lkw, erreichbar.

Im Mai hatte der Bezirksausschuss gefordert, den Fahrrad- und Fußgängertunnel am Ostbahnhof zeitgemäß zu gestalten. Die Bahn teilte dazu dem Kreisverwaltungsreferat, das auf den Antrag des Bezirksausschuss nun antwortete, dass die Unterführung „derzeit den vollen Ansprüchen für den abzuwickelnden Eisenbahnverkehr erfüllt“.

Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) schlägt vor, die Tunnelzufahrten durch Roteinfärbung des Zweirichtungsradwegs besser sichtbar zu machen. Zusätzlich sollen drei Mal ein Fahrrad darauf in weiß sowie zwei Pfeile für die jeweiligen Richtungen abgebildet werden. Für eine optimierte Gestaltung der Tunnelwände will das Baureferat die Möglichkeiten prüfen. Eine hellere Beleuchtung im Tunnel und im nordwestlichen Rampenbereich, der derzeit noch unzureichend beleuchtet ist, soll auch angepackt werden. Die Unterführung könne allerdings nicht in einen Fußgänger- und Fahrradfahrbereich unterteilt werden. „Die Breite der Unterführung von knapp vier Metern reicht gemäß Richtlinien für eine Trennung nicht aus“, heißt es in dem Schreiben des KVR.

Damit mehr Menschen vom Auto auf Rad und öffentlichen Nahverkehr umsteigen, ist auch das Sicherheitsgefühl beim Fahren entscheidend. Denn Fahrradfahrer sind im Gegensatz zu Autofahrern nicht von mehreren Schichten Metall und Plastik umgeben. Nicht nur bei der Klimabilanz, sondern auch betreffend des Platzverbrauchs schlägt das Fahrrad das Auto um ein Vielfaches. Gerade im dicht besiedelten München und dem wachsenden Stadtviertel Berg am Laim ergeben sich Chancen, die nicht verpasst werden können.

pg

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