Das Viertel aus BA-Sicht

Bericht des BA-Vorsitzenden Thomas Kauer zur Bürgerversammlung

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BA-Chef Thomas Kauer bei seinem Vortrag übers Stadtviertel. Daneben Bürgermeisterin Christine Strobl, die die Versammlung leitete.

Das Kultur-Bürgerzentrum, das Piederstorfer-Gelände und die Baupläne an der Carl-Wery-Straße waren einige der Themen, die Bezirksausschuss-Vorsitzender Thomas Kauer in seinem Bericht bei der diesjährigen Perlacher Bürgerversammlung ansprach.

Zum 50. Geburtstag des Stadtteils „wird der zentralste Parkplatz Neuperlachs Zug um Zug aufgelöst“. Für den Bezirksausschuss-Vorsitzenden Thomas Kauer eine gute Nachricht, auch wenn der Baubeginn für das Kultur-Bürgerzentrum erst Ende 2020 geplant ist. Es sei durchaus „angemessen für eine Großstadt in der Großstadt, wenn man kulturelle Veranstaltungen fußläufig vor der Haustür hat“.

Am Hanns-Seidel-Platz ist Baurecht bereits vorhanden, beim Piederstorfer Gelände am Ende der Ständlerstraße läuft das Bebauungsplanverfahren noch. Rund 1300 Wohneinheiten sollen am Übergang zwischen Neuperlach und Trudering entstehen. Geplant seien „keine monotonen Schuhschachteln, sowie eine hohe Qualität durch viel Grün“. Für eine Entlastung der angrenzenden Niederalmstraße, unabhängig vom Bauprojekt, sieht Kauer allerdings schwarz. „Das KVR hat einen runden Tisch diesbezüglich abgelehnt.“

Große Baupläne auch entlang der Carl-Wery-Straße. Auf der S-Bahnseite entstehen ein Hotel mit 216 Zimmern (Eröffnung im Sommer), Büros sowie ein Bordinghaus mit rund 500 Zimmern und ein P+R-Parkhaus mit 780 Stellplätzen. Für die letzten beiden Bauten gab es vor kurzem einen Architektenwettbewerb, dessen Ergebnisse in Kürze vorgestellt werden sollen. „Über Geschmack lässt sich streiten“, so Kauer zur Architektur. Beim Bordinghaus müssten sich die Neuperlacher keine Sorgen machen. „Es handelt sich um eine Art Hotel, eigene vier Wände für längere Aufenthalte.“ Die gute Nachricht: „Es ist auch Fläche für einen ordentlichen Supermarkt vorgesehen.“

Auf der gegenüber liegenden Seite an der Carl-Wery-Straße liegt das zweiteilige Wohnungsbauprojekt der Gewofag. Wegen der Aufstockung von ursprünglich sechs auf acht Geschosse habe sich vor Ort „ein veritabler Streit“ entwickelt, der mittlerweile vor Gericht und dem Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags gelandet ist. Nun soll es einen Gütetermin geben, die Gewofag hat bereits einen neuen Bauantrag mit einer Abtreppung der oberen Geschosse gestellt. „Bei gutem Willen aller Beteiligten kommen wir hier zu einer Lösung“, hofft Kauer.

An der Arnold-Sommerfeld-Straße seien Wertstoffhof und Busbetriebshof mittlerweile vom Tisch. Geblieben ist der U-Bahnbetriebshof, für den Ende des Jahres die Öffentlichkeitsbeteiligung kommen soll. Die geplanten Bauten seien kompakter geworden und somit deutlich geschrumpft, die Aufstellung der Gebäude habe sich verändert, zudem gebe es jetzt einen größeren Abstand zu den Häusern am Lise-Meitner-Weg und der Kleingartenanlage, berichtete Kauer.

Über die Situation am Pfanzeltplatz, bei dem sich die Beschwerden über ein Parkchaos häufen würden, soll in Kürze in einer eigenen Einwohnerversammlung diskutiert werden. Der Termin stand zur Bürgerversammlung allerdings noch nicht fest.

In Perlach lebt es sich sicher

Perlach „Das Motto: In Bayern leben, heißt sicher leben! Lässt sich sehr gut auf den Stadtteil Perlach übertragen.“ Steffen Küpper, Leiter der Polizeiinspektion 24, ist recht zufrieden mit der Sicherheitslage. Auch wenn es in einigen Bereichen leichte Steigerungen gibt. So verzeichnet der PI-Chef im Bereich der Straßenkriminalität – dazu gehören Raub, Einbruch, Kfz-Delikte und Sexualstraftaten – einen Anstieg von 330 auf 351 Taten. Kein Vergleich zu früher, so Küpper. In den letzten acht Jahren seien die Delikte auf etwa ein Drittel zurückgegangen. 

Ein Dauerbrenner: Der Einbruchdiebstahl. „Es sind hier sehr organisierte Banden am Werk, die sehr geschickt vorgehen und europaweit üben.“ Rückgänge hingegen gibt’s bei Klau von Kfz-Teilen und Fahrrädern. Eine weitere gute Nachricht: Bei den Verkehrsunfällen gab es im vergangenen Jahr keine Toten.

Richtig auf die Palme bringen den Polizeichef Trickdiebstähle. „Eine ausgemachte Sauerei!“ Und zum Teil mit extrem hohen Schäden bis zu 100.000 Euro. Vom Enkeltrick seien die Täter inzwischen zu falschen Polizisten, Handwerkern und mehr übergegangen. Zielgruppe seien vor allem ältere Menschen. Küppers ganz persönliches Anliegen an die Bürger: „Schauen Sie auf Ihre Angehörigen!“

PI-Leiter Steffen Küppers machte noch auf zwei Aktionen aufmerksam. Zum einen „gscheid radeln – aufeinander achten“, eine Kampagne für mehr Sicherheit im Radverkehr. Die Polizei kontrolliere dabei Radfahrer, aber auch Autofahrer beispielsweise bei rücksichtslosem Abbiegen oder Falschparken auf Fahrradwegen. Bei der anderen Aktion gehe es um Ablenkungen im Straßenverkehr, zum Beispiel durch Handys, Auch hier schaue die Polizei jetzt noch genauer hin. 

Carmen Ick-Dietl

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