Berg am Laims BA-Vorsitzender zum Jahreswechsel

Auf ein gutes Berg am Laimer Jahr

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Berg am Laims BA-Vorsitzender Robert Kulzer.

VON ROBERT KULZER

Liebe Berg am Laimer Bürgerinnen und Bürger,

Im Namen des Bezirksausschusses 14 Berg am Laim und aller seiner Mitglieder spreche ich Ihnen allen die besten Wünsche für das neue Jahr 2013 aus – für Gesundheit, Zufriedenheit im Beruf und im Privaten und ein friedvolles und gutes Miteinander in unserem Stadtteil. Die Vorzeichen deuten darauf hin, dass es ein gutes Jahr für Berg am Laim werden kann.

Das Jahr 2012 war für Berg am Laim ein Jahr des Übergangs, mit einigen schon sichtbaren Veränderungen und vielen Entwicklungen, die jetzt und in den kommenden Jahren zum Tragen kommen werden. Eine an dieser Stelle sichtbare Veränderung ist es, dass nicht mehr Josef Koch diesen Text verfasst hat, sondern ich als sein Nachfolger Ihnen diese Zeilen schreibe. Josef Koch hat nach 22 Jahren im Amt den Bezirksausschussvorsitz niedergelegt und ist Ende Mai aus dem BA 14 ausgeschieden. Das Gremium hat im Juni über die Nachfolge entschieden und mich in dieses Amt gewählt. Gleichzeitig wurden weitere Positionen im Vorstand neu besetzt. Diesem gehören nun als stimmberechtigte Mitglieder drei Männer und – erstmals – auch zwei Frauen an. Ergänzt wird der Vorstand durch die Sprecher der drei Fraktionen (SPD, CSU, Grüne).

Sichtbare Veränderungen

Zu den sichtbaren Veränderungen im Stadtteil gehört der Verlust einiger teils prominenter Gebäude und Anlagen. So wurde vor kurzem der frühere Gasthof Humplmayer an der Truderinger Straße abgerissen, schon früher im Jahr verschwanden Gebäude und Hallen des ehemaligen Eisenbahnbetriebswerkes an der Baumkirchner Straße, und auch in der Maikäfersiedlung verschwand der letzte Bauabschnitt der alten GWG-Bauten aus den 1930er Jahren an der Bad-Schachener-Straße. Nicht alle Berg am Laimer haben diese Entwicklungen begrüßt, sowohl im Falle Humplmayer als auch in der Maikäfersiedlung gab es Kritik und Protest. Den Humplmayer hätten viele gerne als Baudenkmal erhalten und bürgerschaftlich genutzt. Die Maikäfer kritisierten hingegen vor allem die Form der geplanten Neubebauung.

In beiden Fällen ist dieser Einsatz inhaltlich durchaus verständlich, wenn auch vielleicht nicht immer die Form, in der der Protest zum Ausdruck gebracht wurde. Dennoch muss auch gesagt werden, dass in beiden Fällen – wie auch im Falle des zuletzt als Antikmarkt genutzten Bahngebäudes, dessen Erhalt durchaus seine Reize gehabt hätte, – andere Interessen ein Erreichen der jeweiligen Ziele unmöglich machte. Das beim Humplmayer bestehende Baurecht hätte für viele Millionen Euro abgekauft werden müssen und auch die neuen Bauteile der Maikäfersiedlung entsprechen der baurechtlichen Lage, anderslautende Aussagen wurden bis heute nie belegt. 

Dies zu sagen, mag nicht immer und bei allen populär sein, ist aber der Ehrlichkeit geschuldet, die auch in der (Stadtteil-)Politik ihren Platz hat. Der Bezirksausschuss hätte es sich leicht machen und an die Spitze des Protestes setzen können, aber das war bisher nicht Stil im BA 14 und wird es auch weiterhin nicht sein. Ein offenes Miteinander braucht gelegentlich eben auch ein offenes Wort. Dies gilt, wenn es die Sache verlangt, aber auch im Umgang mit Investoren, Stadtverwaltung und der „großen“ Politik.

Bei allen drei Projekten, und das ist eben auch Teil der Veränderung, entstehen in großem Umfang neue, in München dringend benötigte, Wohnungen.

Schul-Sanierung

Sehr sichtbar waren und sind noch die Gerüste und Baumaschinen an quasi allen Berg am Laimer Schulen. Hier wird im Umfang von über 50 Millionen Euro saniert, ausgebaut und erweitert. Auch wenn es sich dabei zunächst einmal um rein bauliche Veränderungen handelt, der Nutzen zeigt sich in Form von mehr Ganztagesangeboten, modernen Unterrichts- und Fachräumen und besserer Mittagsversorgung. Kurz gesagt in besseren Bildungschancen für alle Berg am Laimer Kinder und Jugendlichen. Dazu passt, dass auch der Ausbau der Kindertagesstätten im Stadtteil weiter voran geht, neue Standorte im Bau oder bereits fertiggestellt sind.

Piusplatz

Feierlich eingeweiht werden konnte auch der überarbeitete Piusplatz. Hier wurde die in die Jahre gekommene Grünanlage nicht nur mit Bäumen und Sträuchern neu gestaltet, sondern auch um Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Generationen ergänzt. Zusammen mit den Maßnahmen des Wohnungsbauträgers Gewofag in den privaten Grünbereichen wurde das Wohnquartier um den Piusplatz deutlich aufgewertet.

Baumkirchner Straße

Fast schon ein Jahrhundertprojekt ist die Umgestaltung der Baumkirchner Straße. Der nördliche Abschnitt wurde heuer, 30 Jahre nach den ersten Überlegungen, neu gestaltet, die Bauarbeiten fanden im September ihren Abschluss. Zwischen Neumarkter- und Truderinger Straße gibt es nun eigene Radfahrstreifen und auch zwei neue Bushaltestellen am „Baumkirchner Platz“. Im kommenden Jahr geht es mit dem mittleren Abschnitt weiter.

„Künstlerviertel“

Eine neue, und, vielleicht überraschende Entwicklung ist die Entdeckung Berg am Laims als „Künstlerviertel“. Im Herbst feierte die Künstlergemeinschaft Streitfeldstraße 33 die Eröffnung ihres Atelier- und Wohnhauses mit Ausstellungen und Aktionen, und im November begingen die Burggrafenateliers mit zahlreichen Künstlern vor Ort ihr bereits einjähriges Wirken an der Burggrafenstraße. Ein weiteres Projekt, das derzeit für einigen Wirbel sorgt, zeigt, dass die Nachfrage nach Ateliers und Schauräumen weiterhin groß ist. Freilich muss dieses Projekt erst noch „Hand und Fuß“ gewinnen; man wird sehen, was daraus wird.

Berg am Laimer Auszeichnung

Eine überfällige und sehr positiv aufgenommene Neuerung im Stadtteil ist die Auszeichnung „Berg am Laim gestaltet“, die der Bezirksausschuss in diesem Jahr erstmals vergeben hat, und mit der Vereine und Personen für ihr ehrenamtliches Engagement im Stadtteil gewürdigt werden sollen. Josef Koch wurde für sein langjähriges Wirken im Bezirksausschuss gewürdigt. Ausgezeichnet als Verein wurde der Bürgerkreis Berg am Laim für sein vielfältiges und nachhaltiges Engagement im Stadtteil: Straßenfest, Kunstausstellung und Weihnachtsmarkt – viele Berg am Laimer kennen und besuchen die mit viel Fleiß und Kreativität gemachten Veranstaltungen des Bürgerkreises. Der Bezirksausschuss fand es deshalb an der Zeit, einmal laut und vernehmlich Danke zu sagen und, so die Hoffnung, neue Mitstreiter und Nachahmer in Sachen bürgerschaftliches Engagement zu motivieren, denn davon kann es gar nicht genug geben.

Ausblick

Neben diesen sichtbaren Veränderungen konnte eine ganze Reihe an Maßnahmen diskutiert und vorangetrieben werden, sodass auch im neuen Jahr viele (Bau-)Projekte begonnen werden können. 

Die bereits erwähnte Baumkirchner Straße wird 2013 auch im zentralen Teil rund um den Grünen Markt umgestaltet. Die Planungen wurden im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung sowie einigen weiteren Terminen mit Anliegern, Gewerbetreibenden, städtischen Referaten u.a. diskutiert. Die daraus resultierenden Forderungen des Bezirksausschusses werden derzeit im Baureferat in die Planungen eingearbeitet. Am 2. Mai 2013 soll dann Baubeginn sein. Neben der Einrichtung von Radspuren in beiden Fahrtrichtungen steht hierbei vor allem die Neugestaltung des Platzes am Grünen Markt und rund um den Maibaum im Mittelpunkt. Wenn alles wie geplant verläuft, findet der lang gehegte Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer attraktiven Ortsmitte bereits im Spätherbst 2013 seine Erfüllung.

Neue Wohnungen

Gebaut werden wird auch neben der Baumkirchner Straße. Im neuen Quartier auf den früheren Bahnflächen rund um den Eisenbahnersportverein (ESV) werden voraussichtlich schon 2013 die ersten Gebäude wachsen. Insgesamt sollen hier einmal 400 Wohnungen, zwei Kinderbetreuungseinrichtungen und Einzelhandelsflächen entstehen. Im westlichen Teil des weitläufigen Geländes wird eine in dieser Form wohl einmalige Biotoplandschaft erhalten bzw. geschaffen werden, die – in Maßen – auch zugänglich sein wird. Der ESV selbst wird an einem neuen Standort endlich eine moderne, große Halle errichten können.

Großprojekt „Rost“

Ein weiteres Großprojekt, auf das viele Anlieger ihre Hoffnungen richten, ist das neue Quartier Rund um den Ostbahnhof („Rost“). Hier sollen Wohnungen, Büros, Einzelhandel und Kultur die derzeitigen Nutzungen in der „Kultfabrik“ und dem „Optimolgelände“ ersetzen. Bereits in den kommenden Wochen werden Stadt und Eigentümer die aktuellen Planungen öffentlich vorstellen. Nach dem Stillstand in den vergangenen Jahren, soweit lässt sich jetzt bereits sagen, hat das Projekt nun endlich Fahrt aufgenommen. Erste Baumaßnahmen im Altbestand werden bereits 2013 stattfinden. Die Planungen für das neue Quartier, die der Bezirksausschuss bereits einsehen konnte, sehen nach einhelliger Meinung sehr gut aus und der Stadtteil Berg am Laim wird tatsächlich ganz neue Facetten hinzugewinnen. Nach dann fast 20 Jahren „Zwischennutzungen“ ist das auch verdient.

Hachinger Bach

Zumindest vorbereitende Maßnahmen werden 2013 wohl auch für die lange geplante und ersehnte Offenlegung des Hachinger Baches stattfinden. Der Ausbau selbst wird voraussichtlich 2014 über die Bühne gehen. Auch dieses Projekt wird das Gesicht von Berg am Laim in Teilen verändern. Ein offenes Fließgewässer quer durch den Stadtteil, weitestgehend auf öffentlichen und zugänglichen Flächen, das ist ein riesiger Gewinn für die Naherholung im Stadtteil. Begleitet wird der neue Bachlauf von einem Netz aus Rad- und Fußwegen, im Grünen gelegen und abseits der Hauptverkehrsrouten.

Das bestehende Rad- und Fußwegenetz wird auch an einer weiteren wichtigen Stelle besser verknüpft werden. Die bestehende Unterführung am Innsbrucker Ring auf Höhe des Piusplatzes wird barrierefrei ausgebaut und schließt somit eine Lücke im (Rad-)Wegenetz zwischen Trudering und Ostbahnhof. Auch die Barriere Innsbrucker Ring wird damit ein Stück weit aufgehoben.

Weitere Projekte

Noch nicht ganz so konkret und baureif sind zwei weitere Projekte, an denen Bezirksausschuss, Vereine und Bürger seit vielen Jahren arbeiten, aber bei beiden Themen bewegt sich derzeit etwas.

Im einen Fall haben 2012 endlich auch der Münchner Stadtrat und das Referat für Bildung und Sport die langjährige Forderung des Bezirksausschusses aufgegriffen, für Berg am Laim die dringend benötigte dritte Grundschule zu planen und zu bauen. Die Notwendigkeit hierfür scheint jetzt allgemein anerkannt zu sein. Derzeit geht es darum, eine Fläche zu finden, oder besser gesagt, eine mögliche Fläche wieder in städtische Hand zu bekommen. Hier laufen die Verhandlungen mit dem aktuellen Eigentümer, der Republik Griechenland.

Beim zweiten Thema geht es ebenfalls um Bildung und vor allem um Kultur. Allerdings sind in diesem Fall die Flächen vorhanden, nur die Finanzierung des notwendigen Gebäudes war bisher immer unklar. Hier gibt es neue, sehr positive Signale aus dem zuständigen Kulturreferat. Der Bezirksausschuss wird deshalb in den kommenden Wochen mit Vereinen, Bürgern und Institutionen Gespräche aufnehmen, um Anforderungen, Wünsche und mögliche Konzepte auszuloten. Mehr und konkretere Aussagen folgen dann.

100 Jahre Eingemeindung

Natürlich soll in Berg am Laim nicht nur gebaut werden. Der BA widmet sich auch anderen Themen. Ein definitives Highlight werden 2013 die Feiern zum 100-jährigen Jubiläum der Eingemeindung Berg am Laims nach München sein. Der Bezirksausschuss und viele Vereine haben hierfür die Planungen aufgenommen. Fest steht bereits, dass es im Juni einen „Festmonat“ geben wird, mit jeweils eigenem Programm an den Wochenenden. Höhepunkt wird das zentrale Festwochenende 21./22. Juni mit Festzelt, Kinder- und Bürgerfest, Festumzug und vielem mehr. Die Planungen für das Jubiläumsjahr sind für alle Vereine, Verbände und auch Bürgerinnen und Bürger offen, Mitarbeit und Ideen für weitere Aktivitäten sind sehr willkommen! Bitte melden Sie sich jederzeit beim Bezirksausschuss.

Soweit ein Überblick über die wichtigsten Themen und Entwicklungen im Stadtteil. Für Fragen und Information stehen Ihnen der Vorsitzende und alle Mitglieder des Bezirksausschusses jederzeit gerne zur Verfügung. Viele Informationen gibt es in den monatlichen Sitzungen des Bezirksausschusses (immer am letzten Dienstag im Monat), auf der Bürgerversammlung am 14. März 2013 und auch im Internet (unter www.muenchen.de).

Dank

Zum Abschluss möchte ich mich bedanken: bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Bezirksausschuss für ihre Unterstützung und die konstruktive, freundschaftliche Zusammenarbeit im Gremium, bei der Münchner Stadtverwaltung und vielen Projektträgern für die stets gute Zusammenarbeit, und bei allen Vereinen, Verbänden und Aktiven in Berg am Laim für ihr Engagement in unserem Stadtteil, der durch diese Arbeit kulturell, sozial und menschlich unglaublich gewinnt. In diesem Sinne: Auf ein gutes Jahr 2013 für Berg am Laim.

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