Berg am Laim: Trägerverein fürs Kultur-Bürgerhaus

Kulzer führt Vorstand an

+
Vorhang auf für den frisch gewählten Vorstand des neuen Trägervereins KulturBürgerHaus Berg am Laim (Schreibweise exakt so) von links: Martin Bengsch, Jennifer Brichzin, Robert Kulzer, Anna Greiner, Philipp Eder, Sascha Multerer, Horst-Dieter Marc.

20.35 Uhr am 3. April 2014 – ein wichtiger Fixpunkt in der jüngeren Berg am Laimer Historie: Exakt zu dieser Zeit stimmten die Gründungsmitglieder im Saal der Kirchengemeinde St. Michael einmütig der Gründung eines neuen Trägervereins für das künftige Kulturbürgerhaus Berg am Laim zu.

Ein wichtiger Schritt auf dem sehr langen Weg zum avisierten Bürgerhaus Berg am Laim, das sich die Menschen aus dem 14. Stadtbezkirk schon seit Jahrzehnten als neue Heimstätte für die Stadtteilkultur und Versammlungsstätte für Vereine und Organisationen aus dem Viertel wünschen. Viel passierte zudem an diesem Abend. Mit „Trägerverein KulturBürgerHaus Berg am Laim“ bekam der frisch ins Leben gehievte „e.V.“ gleich auch einen eigenen Namen. Zudem wurde nach eingehender Diskussion, umsichtig moderiert von Eva Bruns (Soziale Stadt), auch die Satzung des jungen Konstruktes verabschiedet.

An vorderster Front wird der erste, an diesem Abend für die Dauer von zunächst zwei Jahren gewählte Vorstand um den frisch gekürten 1. Vorsitzenden Robert Kulzer vor allem die Standortfrage für das neue Bürgerhaus im engen Zusammenspiel mit den Verantwortlichen der Stadt in die entscheidenden Beschlussbahnen zu lenken haben. Unterstützt wird der siebenköpfige Vorstand vor allem von jenen 44 Gründungsmitgliedern, die das stolze neue Konstrukt aus der Taufe hoben.

Vereins-Matrix

Vor allem gemeinnützig soll er sein, als Kernausrichtung die Förderung und Unterstützung des örtlichen Vereinslebens ebenso wie von Kunst und Kultur generieren, bürgerschaftliches Engagement befördern, Volksbildung, gesellschaftliches und interkulturelles Miteinander insbesondere im 14. Stadtbezirk fördern: Der neue Trägerverein wird eine mannigfaltige Palette an Aufgabenstellungen zu bewältigen haben.

Vor allem aber soll der Verein eine zentrale Zielvorgabe erfüllen: den Bau eines Kulturbürgerhauses und dessen finanzielle Ausstattung durch die Stadt München soll er entscheidend mit anschieben. Der Trägerverein selbst ist offen für alle Bewohner und Institutionen, Organisationen und Vereine aus Berg am Laim und angrenzenden Stadtteilen – aber auch für Firmen und Parteien. Eine Ablehnung soll nur möglich sein, wenn deren Ziele denen des Trägervereins widersprechen – etwa im Falle rechtsradikaler Parteien. as Tagesgeschäft eines künftigen Bürgerhaus-Betriebs soll dann eine eigens zu installierende Geschäftsführung basierend auf grundlegenden Entscheidungen von Mitgliederversammlung und Vorstand managen. 

Mehr Details zur insgesamt vierseitigen Satzung finden Interessierte nach Auskunft des neuen Vorstands künftig unter www.bergamlaim.de). D

Vorstand

Die Überraschungen bei der Besetzungen wichtiger Vorstandsämter blieben angesichts eines eher überschaubaren Interesses in der Vorphase und am Gründungsabend aus. Das wichtige Schlüsselamt des 1. Vorsitzenden übernimmt für die kommenden zwei Jahre Robert Kulzer. Der SPD-Politiker und Berg am Laimer Bezirksausschuss-Vorsitzende bekundete zwar deutlich: „Ich kandidiere nicht, weil ich BA-Vorsitzender bin“. Doch in seiner Vorstellung unterstrich er vor allem die wichtige Bindeglied-Funktion, die ein Vorstand im noch jungen Verein vor allem mit Blick auf das Hauptziel eines eigenen Bürgerhauses zu vollziehen habe. „Ich bin nicht nur Mitglied in vielen Vereinen des Stadtteils, sondern verfüge aufgrund des langen Befassens mit dem Thema Bürgerhaus auch über eine Vielzahl an wichtigen Kontakten gerade zur Stadt“, umriss Kulzer sein Vernetzungs-Portfolio. Kulzer erhielt als einziger Kandidat überzeugende 41 von insgesamt 42 abgegebenen Stimmen der Gründungsmitglieder.

Ebenso überzeugend wurde auch der weitere Vorstand ins Amt gehievt. Die zwei stellvertretenden Vorstandsposten werden Jennifer Brichzin und Philipp Eder bekleiden. Mit der BA-Kulturausschussvorsitzenden Brichzin (Grüne) kommt weitere lokalpolitische Couleur in den Führungsstab des Trägervereins. „Berg am Laim hat großes Potential“, so Brichzin. Auch die Kultur gelte es verstärkt in den Fokus zu rücken.

Vorstandskollege Eder überzeugte die Anwesenden offensichtlich nicht nur aufgrund seines juristischen Sachverstands als Rechtsanwalt. Er konnte auch auf reichlich Vorstandserfahrung beim Münchner Bach-Chor und Bach-Orchester verweisen. Seit acht Jahren in Berg am Laim lebend habe er die „Notwendigkeit eines identifikationsstiftenden Gemeinwesens im aufstrebenden Viertel erkannt.“

Zum Vorstand gehört im künftigen Schriftführer Sascha Multerer (CSU) ein weiterer langjähriger BA-Mitstreiter, der sich nach 13 Jahren im Stadtteilgrmemium zuletzt nicht mehr beworben hatte. Er wolle sich nun mit voller Kraft der neuen Aufgabe im Trägerverein widmen. Den ungetrübten Blick auf die Zahlen soll Kassier Martin Bengsch im Vorstand beweisen. Der 64-jährige, seit 20 Jahren in Berg am Laim lebende Bengsch, hat neben reichlich lokalpolitischer Erfahrung und beruflich kaufmännischer Provenienz vor Jahren bereits ein Kulturhausprojekt im Stadtteil Isarvorstadt mit aus der Taufe gehoben. „Ich will im jungen Verein wichtige Unterstützung liefern“, rief er den Anwesenden zu.

Während im engeren Vorstand alle Posten ohne Gegenkandidaturen besetzt wurden, mussten sich die Gründungsmitglieder bei der Wahl der Beisitzer für zwei von drei Kandidaten entscheiden. Die meisten Stimmen (33) bekam die 37-jährige Anna Greiner. Seit 2006 in Berg am Laim lebend, ist Greiner seit Jahren im in Sachen Stadtteilkultur hoch aktiven Bürgerkreis Berg am Laim sowie in der örtlichen Nachbarschaftshilfe aktiv. Weiterer Beisitzer wird Horst-Dieter Marc sein. Auf den 1. Vorstand des heimischen Siedlervereins entfielen mit 26 Stimmen vier mehr als auf Bernd Chittka, der sich ebenfalls um den Beisitz beworben hatte. 

Hauptaufgabe Standortsuche

„Ich glaube, die Gesellschaft des Stadtteils ist in diesem Vorstand gut abgebildet – wir werden vor allem viel Arbeit haben“, bilanzierte Vorstand Robert Kulzer und blickte bereits voraus. Das mit der vielen Arbeit besonders bei der Standortsuche für ein neues Bürgerhaus dürfte hinkommen. Vor allem den Mangel an geeigneten Begengnungsstätten und Räumlichkeiten für adäquates Viertelleben und Kultur hatten und haben die Berg am Laimer Protagonisten gesellschaftlichen Lebens in den vergangenen Jahren und Jahrzenten zu verwalten. Eine wichtige Versammlungsstätte wie die alte ESV-Turnhalle an der Baumkirchner Straße wird zeitnah abgerissen – in der künftigen ESV-Halle an der Neumarkter Straße wird dann nur noch der Verein agieren. Das Vereinsheim an der Berg-am-Laim-Straße platzt seit Jahren aus allen Nähten, genügt zeitgemäßen Ansprüchen nicht mehr und ist auch aufgrund möglicher Expansionen der Grundschule gleich nebenan künftig wohl stark bestandsgefhrdet. 

Beispiele nur für fehlende Raumressourcen, derer es in einem zuletzt deutlich gewachsenen Stadtteil Berg am Laim dringend bedürfte. Vor allem die Fixierung eines Standortes für das neue Bürgerhaus, egal ob am Behrpark, weiter südlich am Michaeliganger oder anderswo (HALLO berichtete über derzeitige Varianten in früherer Ausgabe) dürfte Elementaraufgabe des neuen Vorstandes sein. Denn auch nach einer Standortentscheidung gehen bauplanerisch und –realisierend noch Jahre ins Land, ehe das Berg am Laimer Bürgerhaus stehen wird. Immerhin: Witzige Namensvorschläge gibt es bereits reichlich. Von „BaLlungszentrum bis BaLlhaus, von Bergwerk bis Gipfelpunkt“ reichen die Wortschöpfungen. Doch Unter-Bau und konkrete Statik für das Kulturhaus zu modellieren, das scheint erst einmal wichtiger. Insofern ist der 3.April, 20.35 Uhr eine echte Nullstunde.  

Harald Hettich 

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare