Berg am Laim: Neue Bewegung in Sachen Griechische Schule

Hellenen treiben Bau voran

Es war ein Thema der letzten Jahre: Die Planungen zur Schaffung einer Griechischen Schule für rund 700 Pennäler auf einem Freigelände nördlich der Hachinger-Bach-Straße schienen bisweilen bereits versandet, nachdem die Stadt den Hellenen einst das Flurstück eigens für den Schulbau veräußert hatte.

Doch nachdem die Stadt das Gelände mittlerweile auf dem Klageweg zurückholen möchte, weil Griechenland aus Sicht der Kommune in Sachen Baufortschritt bereits die entscheidenden, vertraglich fixierten Fristen verpasst hatte, gehen nun die Griechen ganz offensichtlich in die Offensive. „Es verdichten sich die Anzeichen, dass die Griechen nun doch mit dem Bau anfangen wollen“, mochte Berg am Laims BA-Vorsitzender Robert Kulzer (BA) im Stadtteilgremium die eigene Überraschung über die offenkundige Neuentwicklung nicht verhehlen.

In der Tagespresse hatte sich der das Projekt für Griechenland begleitende Rechtsanwalt Georgios D. Flachopoulos zitieren lassen, bereits am 24. Februar sei der Bauauftrag mit der Firma Arxikon AG unterzeichnet worden. Nach Informationen der Stadt soll binnen 60 Tagen nun mit dem Bau begonnen werden. In zwei Jahren soll die Schule fertiggestellt sein und möglichst zum Schuljahr 2016/2017 ihren Betrieb aufnehmen. Dazu wußte BA-Chef Kulzer im BA zu berichten, bei der städtischen Lokalbaukommission sei die Baubeginnsanzeige seitens der Griechen bereits eingegangen. 

Makaber?

Allerdings bleibt das Projekt weiter von wild wuchernden Gerüchten umsäumt. Denn seitens der Stadt zeigte man sich zumindest partiell uninformiert über den Projektfortschritt. Aus dem Baureferat verlautete in der Sache weder Dementi noch Bestätigung einer tatsächlichen griechischen Bauabsicht. Erkundigungen hätten bislang keine konkrete Absichtserklärung ergeben, ließ Baureferatssprecher Bernd Plank wissen.

Insgesamt scheint der Dialog zwischen den Vertragspartnern Stadt München und Griechischer Republik durchaus gestört. Denn wie sich Rechtsanwalt Vlachopoulos ebenfalls zitieren lässt, sei die Klage der Stadt auf Rückgabe der bislang ungenutzten Brachfläche „bis dato in Griechenland nicht zugestellt, genauso wenig erhoben worden“. Zudem liegt nach Sicht der Griechen die Schuld nicht nur bei ihnen und einem bislang verzögerten Planungsfortschritt. Auch die Stadt habe lange gebraucht, um den Bebaungsplan fertigzustellen. Seitens der Stadt betont man, mit der Klage auf Rückübertragung sei derzeit das Landgericht München I befasst. Bei der Zustellung sei der langwierige diplomatische Weg einzuhalten.

Im BA gab es zuletzt reichlich Kopfschütteln über die neue Entwicklung. „Makaber ist in dieser Sache schon allein der Umstand, dass die Stadt bislang nicht in der Lage war, den Griechen die Klage auf Rückübertragung auch zuzustellen“, haderte CSU-Mandatar Anton Spitlbauer sen. mit den offensichtlichen Zwängen und Problemen eines ebenso offensichtlich gestörten Dialogs. BA-Chef Robert Kulzer unterstrich zwar das grundsätzliche Recht der Griechen auf Baurecht „bis zum Sommer dieses Jahres“. Doch die Sinnhaftigkeit der Planungen zog er durchaus in Zweifel. „Sollte die Stadt auf dem Klageweg siegen, müsste sie sich am Baubeginn nicht stören“. Ein begonnener Bau würde dann wohl beseitigt. „Verwundert“ zeigten sich die Mandatare im BA zudem, dass angesichts der bekannten griechischen Finanzengpässe urplötzlich „doch Geld da“ sei für dieses Projekt. Es muss ja noch nicht die letzte Wendung beim Langzeit-Thema Griechische Schule gewesen sein. 

Harald Hettich

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