Berg am Laim: Lichtergang zum Gedenken an die Reichspogromnacht

Am Dienstag, 11. November, findet die 21. Gedenkveranstaltung für die Deportierten und Ermordeten aus der ehemaligen „Heimanlage für Juden“ in Berg am Laim statt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Aula des Altersheims der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul, St.-Michael-Straße 16 (U2 Josephsburg).

Im Zuge der Verfolgung und Vernichtung der Juden ließ die Gestapo in der Zeit zwischen April 1941 und März 1943 in einem Nebenflügel des Klosters der Barmherzigen Schwestern in Berg am Laim ein Internierungslager für Juden einrichten, beschönigend als „Heimanlage für Juden“ bezeichnet. Bis zu 320 Menschen wurden hier zusammengepfercht. Rund 500 Menschen wurden von hier aus in den Tod abtransportiert. Jedes Jahr im November veranstalten die Friedensgemeinschaft Berg am Laim und Pax Christi St. Michael ein Gedenken an die Opfer von Krieg und Verfolgung. Zum zweiten Mal beteiligt sich auch die Münchner Volkshochschule an der Veranstaltung. „Rechte Karrieren in München“ In diesem Jahr wird im Rahmen der Gedenkveranstaltung das Thema „Rechte Karrieren in München von den Weimarer Jahren bis in die Nachkriegszeit“ in einem Vortrag von Prof. Dr. Marita Krauss behandelt. Erich Kasberger führt in den Abend ein. „Rechte Karrieren beginnen meist nicht im Jahr 1933 und enden nicht 1945. Sie sind in Bayern und vor allem in München eingebettet in den frühen Aufstieg der NSDAP Anfang der 20er Jahre bis hin zum Hitlerputsch, in den Neubeginn der Partei nach 1925 und in ihren Aufstieg im Rahmen der Weltwirtschaftskrise. Sie finden ihre Fortsetzung im Milieu der ,Hauptstadt der Bewegung’ der 30er Jahre, der ,Kunststadt des Deutschen Reiches’. Und sie werden nach 1945 fortgesetzt, oft an einem anderen Ort, manchmal nach einem mehr oder weniger schwierigen juristischen Klärungsversuch mit Zeugen und Gegenzeugen. Es geht dabei vor allem um Täter der mittleren und unteren Kategorie. Es ist Ziel des Vortrags, solchen Personen vom Beginn der Karriere an nachzuspüren, ihre Netzwerke offen zu legen, ihre Handlungsspielräume auszuloten vor dem Hintergrund des Münchner Milieus über die Epochengrenzen 1933 und 1945 hinweg.“ Schweigend und mit brennenden Kerzen Um 20.30 Uhr gehen die Teilnehmer schweigend mit brennenden Kerzen zum Gedenkstein für das Jüdische Sammellager Berg am Laim. Dort wird es eine Psalmlesung und einige Takte Musik zu hören geben. Für alle Fragen und Beiträge ist Raum beim abschließenden Gespräch im Pfarrheim St. Michael, Clemens-August-Straße 2. Weitere Informationen Alle sind herzlich eingeladen, mit zu mahnen und zu erinnern. Weitere Auskünfte erhalten Interessierte unter den Telefonnummern 43 68 96 3 (Pfarramt St. Michael) und 62 08 20 11 (Münchner Volkshochschule, Stadtbereich Ost).

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