Wo München alternativ leuchtet

Kunstwerke im Werksviertel in Berg am Laim erstrahlen in anderem Licht

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Am Werk 9 sind ein schwarzer Panther, ein Kranich und die Mutter Erde zu sehen: Künstler Nazca Uno schafft mit seinem Kunstwerk einen Bezug zu Peru, der Heimat seiner Mutter.

Im Werksviertel Mitte in Berg am Laim werden im Rahmen der Münchner Lichtwoche Graffitis mit Lichtinstallationen in Szene gesetzt.

Berg am Laim — Bei der Münchner Lichtwoche dreht es sich nicht nur um Licht an sich, sondern auch um das Herausstellen der Besonderheiten der Landeshauptstadt Münchens. Im Werksviertel in Berg am Laim werden deshalb die Kunstwerke angestrahlt, die dem Stadtquartier seine Atmosphäre verleihen, denn dass das Werksviertel in Berg am Laim so besonders und wie eine alternative Insel in der sonst eher schicken Landeshaupstadt München wirkt, ist auch den zahlreichen Graffitis internationaler Künstler auf dem Areal zu verdanken. Der Graffti-Künstler Loomit, der in München lebt und arbeitet, sprayt seit 1996 auf dem Gelände, nachdem er schon den Riemer Flughafen gestaltet hatte. Außerdem ist er Kurator: Er organisiert und entscheidet, welche Wände sich am Besten für bestimmte Künstler, die das Werksviertel besuchen, eignen.

Die Stadt und vor allem das Werksviertel sei ein Ort für Künstler, der seines gleichen suche. „Hier gibt es Bilder, die älter sind als 20 Jahre“, erklärt Loomit und auch, warum das nicht alltäglich ist. Denn normalerweise werden Graffitis schnell wieder zerstört. Entweder von der Stadt oder von anderen Sprayern. Die herkömmliche „Lebenszeit“ eines Grafftitis beziffert der Künstler auf etwa vier Jahre. Hier im Werksviertel gäbe es hingegen schon „ein Gefühl eines Museums“. München sei eine der ältesten Graffitiszenen Deutschlands und gleichzeitig eine der erwachsensten, sagt Loomit.

Außer der Tatsache, dass München mit dem Areal am Ostbahnhof Sprayern Raum gebe, seien auch die Bedingungen dort außerordentlich. „Von mit Quarzsand beschichtenden Wänden bis verwitterte Industriewände“ gäbe es im Werksviertel alles, wie der professionelle Sprayer erklärt. So bieten die Wände des Areal auch die ein oder andere Herausforderung.

Für die Beleuchtung der Kunstwerke im Werksviertel während der Münchner Lichtwoche sorgt das dänische Unternehmen Focus Lightning, das Leuchten an Bauprojekten oder auch Straßenbeleuchtungen in ganz Europa liefert. Viele Kunstwerke werden noch bis Freitag, 8. November, angestrahlt. 

Pia Getzin


Mehr über den 14. Stadtbezirk Münchens Berg am Laim gibt es in der Stadtteilübersicht.

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