Der BA bleibt hartnäckig

Eine besondere Doku ist nicht notwendig – Kulturreferat will kein ThemenGeschichtsPfad für Berg am Laim

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Ein Relikt aus vergangenen Zeiten: Die Drehscheibe im Gleispark in Baumkirchen Mitte.

ThemenGeschichtsPfade leiten Münchner und Touristen durch besonders sehenswerten Teile der Stadt. Der Bezirksausschuss hätte einen solchen Pfad gerne zum Thema Eisenbahn. Doch das Kulturreferat sieht keine Notwendigkeit.

Berg am Laim – Einen Rundgang vom Marienplatz zum Königsplatz mit dem Thema Nationalsozialismus in München, Rundgänge zum Thema Frauenbewegung, ein Pfad entlang der Geschichte der Ziegeleien im Münchner Osten: Das Angebot der ThemenGeschichtsPfade in der Landeshauptstadt bietet viele Anleitungen zum Entdecken bestimmter Geschichtsereignisse vor Ort. Auch Berg am Laim ist mit der Geschichte der Ziegeleien verbunden, doch auch die Geschichte der Eisenbahn ist heute noch an einigen Punkten im Stadtbezirk sichtbar. Um Anwohner und Besucher mehr darauf aufmerksam zu machen und sie durch die Geschichte im Ort zu leiten, wünscht sich auch der Berg am Laimer Bezirksausschuss (BA) einen speziellen ThemenGeschichtsPfad (HALLO berichtete). Auch im Stadtbezirk Au-Haidhausen sieht man die Gelegenheit durch das 150-jährige Jubiläum der Eröffnung des Ostbahnhofs im kommenden Jahr gegeben.

Das Kulturreferat sieht laut seinem Rückschreiben an den BA aber wohl keinen Grund, wieso die Geschichte der Eisenbahn in Berg am Laim einen eigenen ThemenGeschichtsPfad benötigt. Die Geschichte der Eisenbahn sei ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte, schreibt das Kulturreferat. Aber: „Die Recherche ergab, dass es für Münchner Bürger gut möglich ist, sich auf Grundlage des vorhandenen publizierten Materials über die Geschichte der Eisenbahn im Münchner Osten zu informieren“. Es bestehe daher keine Veranlassung für eine eigene Dokumentation als ThemenGeschichtsPfad. Für die weitere „lokalhistosche Forschung“ zum Thema seien die Münchner Universitäten zuständig, bei Bedarf würde das Kulturreferat die Forschung und auch Projekte diesbezüglich finanziell oder fachlich unterstützen, heißt es in der Antwort an den BA. Eine Neuauflage des KulturGeschichtsPfades Au-Haidhausen sei ohnehin für 2021 geplant.

In der Stellungnahme des Kulturreferates wird klar: Berg am Laim ist nicht im Blickfeld der Stadt. Ein ThemenGeschichtsPfad für Au-Haidhausen hilft dem 14. Stadtbezirk in keiner Weise weiter.

Dass es bereits Literatur zum Thema gebe, sei jedem bewusst, so Initiator Fabian Ewald, CSU-Fraktionssprecher im BA. „Die Stärke der ThemenGeschichtsPfade aber ist ja gerade, dass sie einen Themenkomplex übersichtlich und handlich herausgreifen, anhand konkreter und noch sichtbarer Stationen erlebbar machen und so eine intensive und interaktive Auseinandersetzung mit der Geschichte Münchens und seiner Stadtteile ermöglichen. Es dürfte kaum praktikabel sein, mit neun Büchern und einem Tablet spazieren zu gehen“, so Ewald.

Deshalb will der BA auch nicht locker lassen und will die Antwort des Kulturreferats nicht akzeptieren und der Stadt den Antrag deshalb erneut zuleiten.

pg


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