Wieder einmal Wertstofftonnen

Bezirksausschuss Berg am Laim diskutiert über Tonnen für Plastik und Metall

Plastikverpackungen sind immer noch allgegenwertig. Die Recyclingquote ist in München besonders niedrig (Symbolbild).
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Plastikverpackungen sind immer noch allgegenwertig. Die Recyclingquote ist in München besonders niedrig (Symbolbild).

München ist eine der wenigen Städte, in denen Kunststoff- und Metallverpackungen nicht über eine Tonne entsorgt werden können (HALLO berichtete). Im Berg am Laimer Bezirksausschuss kam deshalb nun der Vorschlag für eine testweise Einführung von Wertstofftonnen.

Berg am Laim – Das Thema wird nicht zum ersten Mal in der bayerischen Landeshaupstadt diskutiert: Die Müllenstorgung. Genauer die Enstorgung von Plastik und Metall, die in München nur über Wertstoffinseln möglich ist. Vielen Münchnern ist der Weg zu den Containern jedoch offensichtlich zu weit. So findet sich in Münchner Restmülltonnen überdurschnittlich viel Kunststoff. Albrecht Dorsel (FDP) stellte nun im Bezirksausschuss Berg am Laim (BA) seine Idee von einer testweisen Einführung von Wertstofftonnen im Stadtviertel vor, über die kräftig diskutiert wurde.

So meinte Johann Kott (CSU), dass für die neuen Tonnen Platz geschaffen werden müsse. Außerdem müsse der Leerungsrhythmus erhöht werden, denn schon jetzt wären die Tonnen oft überfüllt. „Wenn man die Plastiktonne vor der Nase hat, schafft das auch Bewusstsein“, entgegnete die Grünen-Fraktionssprecherin Brigitte Schulz.

Fakt ist, dass in der bayerischen Landeshauptstadt zu wenig recycelt wird. Während es in anderen Großstädten bis zu 30 Kilogrramm pro Einwohner sind, werden in München nur etwas mehr als fünf Kilogramm pro Einwohner wiederverwertet.

In seinem Antrag formuliert Dorsel, was genau unter einer Wertstofftonne zu verstehen ist und zeigt gleichzeitig das Problem auf, was zu der niedrigen Recyclingqoute und dem immer wieder falsch getrennten Müll in Deutschland führt: Es ist nicht gerade unkompliziert. Und das System in München macht es für die Verbraucher nicht leichter, besonders nicht, wenn sie etwa aus einer anderen Gemeinde stammen, in der es die „Gelbe Tonne“ oder den „Gelben Sack“ gibt. „Verpackungsmaterialien werden in Deutschland wegen des Dualen Systems von privaten Enstorgen enstorgt“, schreibt Dorsel. Die Enstorgung von Plastik, das nicht als Verpackung genutzt wurde, sei hingegen Aufgabe der Kommunen. Mit einer Tonne, so wie es sie in vielen anderen Städten und Gemeinden gibt, müssten die Verbraucher in München nicht mehr unterscheiden, ob der Plastikmüll als Verpackung einzustufen ist oder nicht. „Die testweise Einführung der Wertstofftonne im Stadtbezirk 14 als Test für ganz München könnte einen Weg für eine bessere Lösung bieten“, so Dorsel.

Kott schlug noch vor, dem Test eine Prüfung voranzustellen, „sonst muten wir den Bürgern vielleicht etwas zu, was negative Auswirkungen hat“. Initiator Dorsel entgegnete jedoch, dass es eben keine, vielleicht jahrelang andauernde, Prüfung geben solle. „Wenn es woanders geht, dann geht es auch bei uns“. Bei Problemen, die sich aus vertraglichen Gründen für die Stadt München ergeben, solle zumindest ein Test in Berg am Laim ermöglicht werden. Das Gremium stimmte dem Antrag schließlich mit zwölf zu sechs Stimmen zur Weiterleitung zu.

pg


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