Interview

Der BA-Vorsitzende Alexander Friedrich über Berg am Laims Zukunft  – „Kultur ist kein Luxus“

Alexander Friedrich ist der neue Vorsitzende des Bezirksausschuss Berg am Laim.
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Alexander Friedrich ist der neue Vorsitzende des Bezirksausschuss Berg am Laim.

Der Berg am Laimer Bezirksausschuss (BA) hat einen neuen Vorsitzenden. Der 34-jährige Alexander Friedrich wird nun das Gremium leiten. Im Interview mit HALLO erzählt er, woran er im Stadtbezirk als Erstes arbeiten möchte.

Berg am Laim  –

Mit Ihnen als SPD-Mitglied bleibt der Vorsitz des BA in Berg am Laim in der Hand der Sozialdemokraten. Die CSU hat Sie bei dieser Wahl unterstützt. Wird das etwas im BA ändern?

Ich freue mich sehr, dass mir 14 der 21 Mitglieder des BA ihre Stimme gegeben haben. Gleichzeitig ist dies für mich Ansporn, diesem Vertrauen gerecht zu werden. Der BA Berg am Laim hat sich in der Vergangenheit dadurch ausgezeichnet, dass alle Mitglieder über Parteigrenzen hinweg vertrauensvoll, konstruktiv und im Interesse des Stadtteils zusammengearbeitet haben. Es ist mein Ziel, alle Vertreter miteinzubinden und die gute Zusammenarbeit mit allen fortzuführen.

Wann und warum fiel die Entscheidung, dass Sie sich als Kandidat für den BA-Vorsitz aufstellen lassen?

Es war eine gemeinsame Entscheidung, mich für den BA-Vorsitz vorzuschlagen. Ausschlaggebend für die SPD-Fraktion war auch, dass ich über die meiste Erfahrung im Gremium verfügte.

Was ist Ihnen als neuer Vorsitzender im BA besonders wichtig?

Mir ist sehr wichtig, direkter Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger Berg am Laims zu sein. Wir sind als BA sehr nah dran an den konkreten Problemen und Wünschen der Menschen in unserem Stadtteil – sei es ein fehlender Radweg, der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder oder eine nicht überdachte Haltestelle. Wichtig ist aber nicht nur, die Probleme zu kennen. Wenn wir es schaffen, Stück für Stück Lösungen zu präsentieren, ist schon viel geschafft.

In der nächsten Sitzung des Sonderausschusses sind keine Anträge der Fraktionen erwünscht. Wie wird die Stadtbezirkspolitik in den nächsten Wochen anlaufen?

Der neu geschaffene Sonderausschuss soll die Infektionsgefahr minimieren, indem das BA-Gremium nicht in voller Stärke tagt, außerdem sollen nach Vorschlag der Stadtverwaltung nur „dringliche“ Angelegenheiten behandelt werden. Ich verstehe aber, wenn Fraktionen oder BA-Neulinge ihre Ideen für ein noch besseres Berg am Laim sofort in die Tat umsetzen wollen. Wenn etwas wichtig ist, können und sollen es die Fraktionen beantragen. Ob etwas wichtig ist, entscheiden die Fraktionen selbst.

Wo sehen Sie die größten „Baustellen“ in Berg am Laim?

Ein Problem ist sicher der zunehmende Verkehr und der hohe Wohnungsdruck in Berg am Laim. Unser Ziel muss es sein, das ÖPNV-Angebot weiter auszubauen, beispielsweise durch neue Verbindungen, engere und zuverlässigere Takte. Ebenso wichtig ist es, die Radinfrastruktur besser und sicherer zu machen und auszubauen. Auch wir in Berg am Laim spüren die Gentrifizierung. Der einzigartige Charakter Berg am Laims soll aber erhalten bleiben, dies ist mir ein persönliches Anliegen. Eine weitere Herausforderung ist der Zuzug – wir müssen aufpassen, dass die (soziale) Infrastruktur mitwächst.

Haben Sie auch konkrete Forderungen?

Berg am Laim ist unterdurchschnittlich mit Betreuungsplätzen für Kinder ausgestattet, wir brauchen unbedingt mehr Plätze! Ähnlich sieht es bei Grund- und weiterführenden Schulen aus, auch hier brauchen wir mittelfristig einen Ausbau des Angebots. Wichtig ist auch, dass ältere Menschen ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen müssen, wenn sie Hilfe brauchen. Deshalb ist es mir auch ein Anliegen, für mehr Pflege- und Altenheimplätze einzutreten.

Was muss Ihrer Meinung nach zuerst angepackt werden?

Wir dürfen – gerade im Hinblick auf drohende Haushaltseinbußen der Stadt München durch die Coronakrise – wichtige Vorhaben für Berg am Laim nicht aus den Augen verlieren. Der Campus Ost muss wie geplant errichtet und eröffnet werden, wir brauchen ein Schulschwimmbad im Stadtteil, mehr Schulkapazitäten und Sportplätze für die Vereine. Gleiches gilt für das Kulturbürgerhaus. Kultur ist kein Luxus, sondern absolut notwendig!

Interview: pg

Mehr über Berg am Laim gibt es in der Übersicht.

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