Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach soll zwischen Grün und Barrierefrei abwägen

Begrünung von Bushaltestellen-Dächern in Neuperlach

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In Utrecht gibt es bereits grüne Dächer an Bushaltestellen. Ein Vorbild für Neuperlach?

Mehr Grün am Busbahnhof Neuperlach: Eine Begrünung der Dächer der Bushaltestellen hat die SPD im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach gefordert. Doch die Kollegen haben noch Klärungsbedarf, da das Vorhaben Auswirkungen auf den behindertengerechten Umbau der Haltestellen haben könnte.

Neuperlach — Die Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes hat zur Folge, dass viel Fläche versiegelt wird. Die SPD im Bezirksausschuss macht sich deshalb Gedanken, welche alternativen Begrünungsmöglichkeiten es geben könnte. Fündig geworden ist sie bei der SPD-Stadtratsfraktion, die den Antrag gestellt hat, Dächer von Tram- und Bushaltestellen zu begrünen. „Die Münchner Verkehrsgesellschaft möge prüfen, ob die extensive Dachbegrünung auch für die Dächer der Bushaltestellen des Busbahnhofs Neuperlach Zentrum im Rahmen von dessen Umgestaltung machbar ist“, fordert Caroline Palminha.

Geeignet dazu wären nach Ansicht der SPD-Politikerin etwa Sedum-Pflanzen wie der Mauerpfeffer. Er gelte allgemein als pflegeleicht und bedürfe nicht viel Aufwand. Die Begrünung trage zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Sie isoliere und sorge im Sommer für Kühle, so Palminha.

Eine Gefahr für Fahrgäste sieht sie nicht. Und Bienen und Hummeln fühlten sich durch die Pflanzen auf dem Dach angezogen, jedoch nicht von den Menschen darunter. „Im Rahmen der Umgestaltung des Busbahnhofs Neuperlach sollte deshalb die Machbarkeit einer solchen Begrünung geprüft werden“, erklärt sie in ihrem Antrag.

Doch dann ließ ein Einwurf von Günter Jockisch die Bezirksausschuss-Mitglieder aufhorchen. Der BA-Beauftragte für Menschen mit Behinderung informierte seine Kollegen darüber, dass es bereits eine Stellungnahme der MVG dazu gebe. Demnach seien die Verkehrsbetriebe für eine Begrünung — allerdings zu Lasten von mobilitätseingeschränkten Menschen. Denn um das Grün finanzieren zu können, wolle die MVG den behindertengerechten Umbau von Haltestellen verschieben.

Ein absolutes Unding, so der Tenor im Bezirksausschuss. Die Begrünung dürfe nie zu Lasten von Menschen mit Behinderung gehen. Deshalb beschloss das Gremium, das Thema in den zuständigen Unterausschuss zu verweisen. Der soll die Angelegenheit nun eingehend beraten und einen Vorschlag erarbeiten, der allen Seiten gerecht wird. 

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