Neues Wohnquartier auf dem Acker

Bebauungsplan an Truderinger Straße in Berg am Laim gebilligt

Noch wird der Truderinger Acker seinem Namen gerecht. Das wird sich in Zukunft ändern.
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Noch wird der Truderinger Acker seinem Namen gerecht. Das wird sich in Zukunft ändern.

Die Bebauung am Truderinger Acker in Berg am Laim ist schon lange im Gespräch bei der Stadt. Nun wurde der erste Schritt Richtung Planung im Stadtrat gemacht.

Berg am Laim –  Entlang der Truderinger Straße in Berg am Laim gibt es noch einen großen, leeren Fleck: Den sechs Hektar großen „Truderinger Acker“. Und weil auch das Viertel mit Grenze am Ostbahnhof wächst, sollen dort Wohnungen gebaut werden. Nachdem der Bebauungsplan im Stadtrat im November vergangenen Jahres noch abgelehnt worden war, gab es nun erstes grünes Licht für das neue Wohnquartier an der Truderinger Straße. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrats billigte den Bebauungsplan in seiner jüngsten Sitzung.

Entstehen sollen auf dem betreffenden Gebiet bis zu 820 teils geförderte Wohnungen, drei Kindertageseinrichtungen und kleine Geschäfte. Im Jahr 2018 hatte es bereits eine Infoveranstaltung für Anwohner zur Bebauung gegeben, bei der diese ihre Wünsche und Bedenken äußern konnten. Auch in der Bürgerversammlung im selben Jahr stand die Bebauung des Truderinger Ackers bereits auf dem Themenplan.

In der jüngsten Billigung des Bebauungsplans wurde weiter ausdifferenziert: Der unter dem südlichen Bereich des Grundstücks verlaufende Hachinger Bach soll in die Planungen miteinbezogen werden. Konkret wünscht sich der Bauausschuss des Stadtrats eine Freilegung des Hachinger Bachs. Und dazu auch gleich einen Zeitplan für diese. Der Verlauf des Bachs soll eine „grüne Achse“ im öffentlichen Grünzug des Wohnquartiers ergeben.

Die Bebauung wird sich in fünf Gebäudegruppen aufteilen, die durchgängig viergeschossig geplant ist. Am westlichen Rand, an dem der künftig freigelegte Hachinger Bach nach Osten abbiegt, soll ein Hochpunkt mit 15 Geschossen einen stadträumlichen Akzent setzen und einen Bezug zu den Hochhäusern in der Nachbarschaft herstellen. Zudem soll die Mitte des Wohnquartiers mit einem Hochpunkt von acht Geschossen unterstrichen werden. Von dort aus soll ein Platz die Truderinger Straße mit der Grünfläche im Süden des Grundstücks verbinden. Die Erdgeschosse sollen nicht als Wohnraum dienen. Dort können sich Läden, Schank- und Speisewirtschaften sowie nicht störende Handwerksbetriebe ansiedeln.

Mit der Billigung des Bebauungsplans ist der nächste Verfahrensschritt getan. Über die weitere Gestaltung muss noch entschieden werden. So soll bei den Planungen vor allem auch der Verkehr, von dem der 14. Stadtbezirk bereits jetzt stark beeinträchtigt wird, berücksichtigt werden. Eine Fuß- und Radwegeverbindung in Richtung Norden soll mit eingeplant werden. Auch das Auftreiben eines Ersatzplatzes für den Vereinssport in Berg am Laim ist im Billigungsbeschluss vermerkt. Denn am Truderinger Acker befindet sich eine Freisportanlage des ESV München-Ost. Die Idee der Stadtplanung ist es, diesen an die Thomas-Hauser-Straße zu verlagern. Allerdings will die Deutsche Bahn dort eigentlich Gleise für das Projekt der Truderinger Kurve verlegen (HALLO berichtete).

Außerdem soll an den kommenden Schulraumbedarf durch das neue Wohnquartier gedacht und ein weitere Grundschulstandort im Norden Berg am Laims gesichert werden. Die Bindungsfristen für die geplanten Sozialwohnungen sollen nach Möglichkeit auf 40 Jahre verlängert werden.

Die ÖDP/Freie Wähler-Fraktion sowie DIE LINKE/Die Partei-Fraktion trugen den Beschluss zur Bebauung des Truderinger Ackers nicht mit. Auch Fabian Ewald, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bezirksausschuss Berg am Laim (BA) und seit diesem Jahr auch Mitglied im Münchner Stadtrat, stimmte gegen den Beschluss. Zwar seien einige Punkte aus dem Änderungsantrag seiner Partei dort integriert worden. Er teile allerdings die Auffassung des BA, dass weder die verkehrliche noch die soziale Infrastruktur für das neue Wohnquartier geeignet seien. „[...] auch wenn die Schaffung von Wohnraum durchaus zu begrüßen ist. Die Dichte ist aus meiner persönlichen Sicht jedoch insgesamt zu hoch, ein harmonischer städtebaulicher Übergang nicht gelungen, die Folgeproblematiken unzureichend gelöst“, so Ewald zu seiner Gegenstimme.

pg

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