Bayerisches Kabinett hat am Dienstag Ausbauprogramm für Perlach beschlossen

Barrierefreier Ausbau des S-Bahnhofs

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Landtagsabgeordneter Markus Blume (rechts) und Thomas Kauer (links), CSU-Fraktionssprecher im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach und Perlacher Bahnhofspate, freuen sich am S-Bahnhof Perlach über die Finanzierungszusage der Staatsregierung.

Die S-Bahnstationen Perlach, Riem und St.-Martin-Straße werden barrierefrei ausgebaut. Die drei Bahnhöfe aus dem Münchner Osten finden sich auf der Umbauliste, die das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen hat. „Ein Tag der Freude im Münchner Osten“, so der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume.

Seit Jahren sind die nicht-barrierfrei zugänglichen Bahnhöfe in Perlach, Riem und an der St.-Martin-Straße regelmäßiges Thema auf Bürgerversammlungen, Bezirksausschuss-Sitzungen und politischen Auseinandersetzungen. Nun ist dem CSU-Landtagsabgeordneten Markus Blume der Durchbruch gelungen. Im am Dienstag vom Kabinett beschlossenen 60-Millionen-Euro-Programm zum barrierefreien Um- und Ausbau von Bahnhöfen im Münchner S-Bahnnetz und Regionalbahnhöfen in Bayern sind auch die drei Stationen aus dem Münchner Osten enthalten. „Einer meiner sehnlichsten Wünsche für die Bevölkerung im Münchner Osten geht in Erfüllung“, freute sich Blume am Dienstagmittag.

Verhandlungen bis zuletzt

Bis zuletzt hatte der Perlacher Abgeordnete verhandelt. Denn ausgerechnet sein „Heimatbahnhof“ in Perlach stand auf der Kippe. Für ihn sollten nur Planungsmittel bereitgestellt werden, aber der S-Bahnhalt stand nicht auf der Umbauliste. In langen und intensiven Gesprächen, bei denen auch noch einmal auf den tragischen Unfall eines Kindergartenkindes aufmerksam gemacht wurde, das vergangenes Jahr mit seinem Bobby-Car auf die Gleise geraten war, kam dann die Wende. Nun stehen alle verbliebenen Bahnhöfe im Münchner Osten auf der Liste. 

„Es gibt für einen Landtagsabgeordneten in der Stadt nicht viel, wo man punkten kann“, so Blume zufrieden. 

Dabei sei, wie Blume ausdrücklich betont, der Freistaat gesetzlich gar nicht zuständig: „Nach Art. 87e des Grundgesetzes liegt die Verantwortung klar beim Bund.“ Bis 2018 soll die Liste nun abgearbeitet werden. Intern gebe es keine Reihenfolge, sagt Markus Blume. Wann die Bagger an den einzelnen Bahnhöfen anrollen, sei Gegenstand der weiteren Planungen. Allerdings könnte Perlach im Vorteil sein, weil es dort 2005 schon einmal Umbaupläne gab, die dann aber wegen der dringend notwendigen Bauwerksanierung in Neuperlach-Süd zurückgestellt wurden. 

Auch Riem könnte in Blumes Augen schnell gehen, weil es sich hier hauptsächlich um den Einbau von Aufzügen handele. An dieser Station wäre der Umbau eigentlich schon parallel zum Bau der Messestadt angebracht gewesen, wurde aber wegen des geplanten Ausbaus der Strecke bis Markt Schwaben verschoben. Die St.-Martin-Straße schließlich hing an Planungen zur zweiten Stammstrecke. Und so wurden mit den 102 Millionen aus dem ersten Programm der Bayerischen Staatsregierung von 2001 beispielsweise die Bahnhöfe in Neubiberg oder Berg am Laim umgebaut.

Blume drängt Bahn und Landeshauptstadt jedenfalls zur Eile: „Von der Bahn erwarte ich eine rasche, solide Planung ohne Kostenüberraschungen. Und von der Stadt erwarte ich, dass sie nun voll mitzieht und die bau- und planungsrechtlichen Verfahren mit Nachdruck begleitet.“ 

Zur Information der Bürger plant Blume übrigens örtliche Veranstaltungen. 

Carmen Ick-Dietl

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