Spitzenklang für ein Konzerthaus mit Seele

Bauminister Reichert überreichte Vertrag für Akustikplanung im Werksviertel in Berg am Laim

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Kunstminister Bernd Sibler und Bauminister Hans Reichert übergaben den Vertrag an Akustiker Tateo Nakajima (m.)

Das neue Konzerthaus im Werksviertel soll München zu einer Stadt der Musik machen. Für den passenden Klang wurde jetzt ein international bekanntes Büro verpflichtet.

Mit „Liebe Konzertfamilie“ beginnt Bauminister Reichart seine Rede zur Übergabe des Vertrages zur Planung der Akustik im Konzerthaus, das mal im Werksviertel an der Stelle des Riesenrades stehen soll. Gemeint sind der international bekannte Akustiker Tateo Nakajima vom Büro Arup und der Architekt Anton Nachbaur-Sturm, die dafür sorgen sollen, dass zunächst einmal die Pläne fertiggestellt werden. Aber auch Nikolaus Pont, der Manager des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und Bernd Redmann, Präsident der Hochschule für Musik und Theater in München, gehören zur Konzertfamilie, denn ein Konzerthaus braucht natürlich Musiker, die es mit Klängen füllen. 

Für alle wird das Konzerthaus aber bis zu seiner Fertigstellung vor allem eines sein: „Eine große Herausforderung“, wie Bauminister Reichert betont. Denn „Akustik besteht aus weit mehr als physikalischen Parametern“. „Physik und Kunst müssen für den Klang eines Konzerthauses eine Einheit bilden“, erklärte Kunstminister Bernd Sibler weiter. Das Bauprojekt setze dem Werksviertel die Krone auf. „Die Architektur soll nicht elitär sein, sondern offen“, so Sibler. Denn das Konzerthaus solle Kultur für alle bieten. Ob das musikalische Zentrum im Werksviertel auch von allen Gesellschafts- und Altersschichten angenommen wird, hängt unter anderem davon ab, welche Bandbreite an Musikstilen im Konzerthaus angeboten werden.

 Damit das Haus die Bürgerinnen und Bürger einlädt, wollen das Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur und das Büro Arup eng zusammenarbeiten. Der transparente Baukörper soll drei Säle umhüllen. Im großen Saal sollen 1800 Gäste Platz finden, im kleinen Saal 600 Personen. Außerdem soll es eine Werkstatt mit 200 Plätzen geben. Ein Café und ein Restaurant sollen Besucher auch nach und vor den Vorstellungen zum Verweilen einladen. Läden, Büros und eine Tiefgarage sind auch geplant. 

Der kanadische Akustiker Nakajima soll für einen exzellenten Klang im Haus sorgen. Er betonte jedoch auch die Bedeutung von kulturellen Räumen im allgemeinen. Diese seien wichtig für Gemeinschaften. Das Erzeugen eines passenden Klangs benötige viel wissenschaftliche Arbeit. Aber auch die Gefühlsebene spielt eine Rolle: „Was wollen wir in den Sälen fühlen, was wollen wir in den Sälen hören“ seien die Fragen, an denen sich Nakajima bei der Planung eines Konzertsaales orientiere. Der Akustik-Experte ist gelernter Dirigent und Geiger und kennt daher die Bedürfnisse der Musikerinnen und Musiker. 

Das internationale Planungs- und Beratungsunternehmen Arup arbeitete bereits an zahreichen Konzertsälen mit, wie dem Nationalen Musikforum in Breslau oder dem Kings Palace in London. Bekanntheit erlangte das Büro aber beispielsweise auch durch sein Mitwirken am Kunst- und Kulturzentrum Centre Pompoidou in Paris.

Während man nun weiß, wer sich mit dem Bau des Konzerthauses im Werksviertel beschäftigen wird, ist die Fertigstellung noch ungewiss. Die Vorplanungen sollen 2020 dem staatlichen Bauamt vorgelegt werden. Bis das neue Aushängeschild Berg am Laims steht, kann es also noch eine ganze Weile dauern.

Pia Getzin

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