Zugänglichkeit von Haltestellen für alle garantieren

Barrierefreiheit in Berg am Laim zur Priorität machen

Für Rollstuhlfahrer oder auch Eltern mit Kinderwagen ist ein Lift zum Erreichen das Bahnsteiges unabdingbar.
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Für Rollstuhlfahrer oder auch Eltern mit Kinderwagen ist ein Lift zum Erreichen das Bahnsteiges unabdingbar. Auch in Berg am Laim gibt es Baustellen in Sachen Barrierefreiheit.

In München ist der Ausbau von Haltestellen in Berg am Laim derzeit an die Bauarbeiten zur 2. Stammstrecke geknüpft. Doch der könnte sich verzögern.

Berg am Laim – Einfach raus aus der Wohnung im zweiten Stock, die Straße überqueren, ein paar Stufen zum S-Bahn-Bahnsteig rauf und losfahren. Für viele ist das Alltag und normal. Doch zu oft werden Menschen vergessen, die körperlich oder kognitiv eingeschränkt sind und nicht ohne weiteres Bordsteine und Treppen überwinden können. Um mehr Teilhabe für alle zu ermöglichen, muss der öffentliche Nahverkehr barrierefrei werden.

Pläne dafür gibt es im Stadtbezirk Berg am Laim. So soll etwa die S-Bahn-Station Leuchtenbergring endlich für alle, auch für Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwägen, zugänglich werden. Denn an der Haltestelle gibt es weder eine Rolltreppe noch einen Lift.

Beim barrierefreien Ausbau der Haltestelle Leuchtenbergring handelt es sich laut Constanze Kobell, Behindertenbeauftragte des Berg am Laimer Bezirksausschusses (BA), um „Schattenmaßnahmen“. Veränderungen also, die nur im Zuge andere Bauprojekte realisiert werden sollen, ganz unter dem Motto „Wenn man ohnehin gerade dabei ist“. Das zeigt jedoch auch, wie hoch die Priorität für die Maßnahmen, in diesem Fall für die Barrierefreiheit, eingeschätzt wird.

Nun wäre der barrierefreie Ausbau mit den Bauarbeiten zur 2. Stammstrecke nicht unbedingt ein Problem. Allerdings kann es bei so großen Bauprojekten und gerade unter den derzeitigen Bedingungen aufgrund der Pandemie zur Verzögerungen kommen. „Es besteht die Gefahr, dass sich auch diese Schattenmaßnahmen verzögern“, so Kobell. Deshalb fordert der BA die Stadt nun auf, den barrierefreien Ausbau unabhängig von der 2. Stammstrecke wie geplant bis 2025 sicherzustellen und somit die Barrierefreiheit in diesem Fall aus ihrem Schattendasein zu holen. Die Bürger würden bereits lange auf den Ausbau warten, argumentiert Kobell in ihrem Antrag an die bayerische Landeshauptstadt. „Daher ist es dem Bezirksausschuss wichtig, frühzeitig auf das Projekt am Leuchtenbergring hinzuweisen und klar zustellen, dass dieses für den Bezirk von hoher Bedeutung ist“, heißt es in dem Antrag.

Außerdem fordert der BA, sämtliche Schattenmaßnahmen in Berg am Laim, die in Verbindung mit den Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke stehen, aufzulisten. Ein weiteres Beispiel seien Arbeiten an den Trambahn-Haltestellen der Linie 31, etwa an der St.-Veit-Straße. Das Wissen um die Maßnahmen der Barrierefreiheit „im Schatten“ der 2. Stammstrecke sei wichtig zur Einschätzung von Verzögerungen und weiteren Umplanungen.

pg

Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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