BA-Mehrheit sagt nein

Kein neuer Flohmarkt auf dem Kultfabrikgelände

Auf Sicht soll es keinen weiteren Flohmarkt auf dem Gelände der Kultfrabrik hinter dem Ostbahnhof mehr geben. Eine Rückschau auf Lärm für die Anwohner und zunehmende Vermüllung während früherer Flohmarktaktivitäten auf dem Feierareal ließen die Mehrheit des Berg am Laimer Bezirksausschusses entsprechenden Bestrebungen möglicher Betreiber negativ gegenüber stehen. 

Lediglich die Vertreter der Grünen und der FDP im Stadtteilgremium hatten für einen neuerlichen Flohmarktbetrieb votiert. 

Vor allem auch die verkehrliche Belastung in der Umgebung schätzte der BA als zu hoch ein. Zudem erachtete die Mehrheit der Stadtteilpolitiker das aktuelle Angebot auf dem Gelände als ausreichend: neben dem Nachtflohmarkt in der Tonhalle gibt es kleinere Flohmärkte auch tagsüber. „Das reicht!“ lautete der Mehrheitstenor im Bezirksausschuss. Die Betreiber wollten eigentlich rund einhundert weitere Flohmarkttische genehmigt bekommen und dafür Stellplätze im Außengelände „temporär“ nutzen. 

Daraus dürfte zumindest nach dem Votum des BA nichts werden. „Wir hatten für das Kultfabrik-Gelände und insbesondere die Samstagsflohmärkte klare Absprachen mit den Betreibern, diese beenden zu wollen – dabei soll es auch bleiben“, hieß es aus den Reihen der CSU. „Wir dürfen da keine neuen Probleme entstehen lassen.“ 

Widerspruch

Eine Einschätzung, die insbesondere Grünen-BA-Vertreterin Jennifer Brichzin nicht gelten lassen wollte. „Die Kultfabrik hält sich doch bisher bereits an die getroffenen Abmachungen – ich kann nicht verstehen, warum wir einen Markt nicht erlauben sollten, den die Menschen gerne besuchen würden und der das Viertel weiter beleben könnte. „Da ist die Kollegin vielleicht einfach noch nicht lange genug im Bezirksausschuss“, konterte BA-Chef Robert Kulzer (SPD). Da falle es wohl schwer, die gesamten Zusammenhänge zu beurteilen. 

Generationenkonflikt

Anton Spitlbauer jun. (CSU) bemühte in diesem Zusammenhang gar die Vokabel vom Generationenkonflikt, der hier zu sehen sei. „Die Jungen glauben so lange nicht, dass die Alten Recht haben“, folgerte er reichlich pathetisch, „bis sie es selbst erleben.“ Für den neuen Flohmarkt auf dem Kultfabrik-Gelände jedenfalls sieht es schlecht aus. Auch der Kompromissvorschlag von FDP-Vertreter Robert Heimbach, den Markt doch probeweise zu genehmigen, fand keine Mehrheiten. 

Die „Alten“ im Berg am Laimer Bezirksausschuss hatten beim Kramen in der Gedächtniskiste offenbar festgestellt, dass sie schlechte Erfahrungen gemacht hatten. Und die Alten haben ja immer Recht. Schlag nach beim jungen Herrn Spitlbauer. Harald Hettich

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