Alles bleibt beim Alten

AWM gegen Testung der Gelben Tonne in Berg am Laim

Werstoffcontainer der AWM München mit Altkleidercontainer
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An dem System mit Wertstoffcontainren möchte die AWM festhalten.

Das Thema mit der Entsorgung von Plastik ist in München ein Dauerbrenner. Die Abfallwirtschaft München (AWM) erteilte nun der Idee zur testweisen Einführung der Gelben Tonne in Berg am Laim eine Absage.

Probieren geht über Studieren: Das dachte sich der Berg am Laimer Bezirksausschuss (BA) wohl bei seinem Antrag zur testweisen Einführung von Wertstofftonnen im 14. Stadtbezirk Münchens (HALLO berichtete). Dabei sollten die Bürger die Gelegenheit bekommen, die Gelbe Tonne auszuprobieren. In den meisten Kommunen und Städten in Deutschland gibt es bereits eine Gelbe Tonne oder einen Gelben Sack, über den Kunststoffe haushaltsnah entsorgt werden können. Münchner müssen ihren Plastikmüll in Containern an Wertstoffinseln entsorgen. Je nach Wohnort kann diese schon mal zwei Kilometer entfernt sein.

Die Abfallwirtschaft München (AWM) erklärt jedoch in einem Schreiben an den BA, dass eine solch ein Test nicht möglich sei. Erst im Juli dieses Jahres sei das derzeitige System mit den Containern optimiert worden. Die Erfassung von Glas und Leichtverpackungen aus Kunststoff und Metall sowie die Erfassung von Papier, Pappe und Kartonagen in der „Blauen Tonne“ sei bis 2023 festgelegt. „Es soll im Bereich Leerungsintervalle, Sauberkeit und Effizienz deutliche Verbesserungen geben“, so Kristina Frank, Werkleiterin der AWM. Die Abfallwirtschaft stüzte sich bei ihren Verhandlungen zum Konzept auf den Münchner Stadtrat, der jenes 2017 beschlossen habe.

Doch nicht nur die Tatsache, dass das System für die nächsten drei Jahre festgelegt ist. Auch im Abfallsystem an sich sieht die AWM Vorteile: „ die Sammelsystemedes Dualen Systems dürfen ausschließlich lizenzierte Verkaufsverpackungen eingeworfen werden. In gelben Tonnen/Säcken befänden sich oftmals bis zu 65 Prozent Fremdstoffe. Dabei handelt es sich unter anderem um Restmüll“, so die Abfallwirtschaft. Im Bringsystem, wie hier in München, befänden sich hingegen nur maximal 15 Prozent dieser Fehlwurfanteile. Das liege daran, dass die Einwurföffnungen der Container zu schmal für viele Restmülltüten und Sperrgut seien. Das Recycling gelinge so besser, da die Wertstoffe in München besser getrennt würden.

Das Problem mit dem Plastikmüll sehen die AWM weniger durch eine Gelbe Tonne gelöst, als durch alternative Verpackungsherstellung. „Rund 80 Prozent der Kunststoffverpackungen bestehen aus Misch- oder Verbundkunststoffen, die überwiegend (bis zu 95 Prozent) nur energetisch verwertet werden, da eine stoffliche Verwertung extrem teuer wäre und für die erzeugten Sekundärrohstoffe keine Nachfrage am Markt besteht“, erklärt Frank. Sie sähen keine Möglichkeiten zur Etablierung eines Holsystems in der bayerischen Landeshauptstadt, solange das Produktdesign der Verpackungshersteller sich nicht ändere. Schließlich sei die Bereitstellung der Tonnen „im dicht bebauten“ München nicht durchführbar.

Dafür hat Frank andere gute Neuigkeiten für das kommende Jahr. So soll bei der Entsorgung der Leichtverpackungen (Kunststoff und Metall) der Leerungsrythmus der Container erhöht werden. „Es wurde festgelegt, dass die Kunststoffcontainer nach Bedarf, aber mindestens 2/3 der Behälter dreimal wöchentlich und 1/3 der Behälter mindestens einmal wöchentlich zu entsorgen sind“, heißt es in dem Schreiben.

pg

Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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